Das Medienmodul ermöglicht eine Ethernet-Kommunikation über vorhandene Kupferleitungen oder Profibus-Leitungen über Entfernungen, die weit über 100 m hinaus gehen.

Das Medienmodul ermöglicht eine Ethernet-Kommunikation über vorhandene Kupferleitungen oder Profibus-Leitungen über Entfernungen, die weit über 100 m hinaus gehen. Siemens

In der Industrie gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Das Netzwerk folgt der Anlagenstruktur. Bei Gepäckförder­anlagen beispielsweise sind die Automatisierungskomponenten entlang der Förderstrecke angeordnet und zu vernetzen. Viele Fertigungsanlagen erstrecken sich außerdem über weitläufige Areale mit entsprechen großen Entfernungen zwischen einzelnen Geräten. Beispiel: Tagebau, Kläranlagen oder abgesetzte Anlagenteile. Die Konsequenz: Die im Bürobereich übliche und genormte sternförmige Netzwerkstruktur von Ethernet lässt sich nicht einfach übernehmen oder wäre unwirtschaftlich. Soll zur Datenkommunikation in Industrieanlagen ein ethernet-basiertes System eingesetzt werden, kommt heute meistens Profinet zum Einsatz. Aber auch Profinet setzt auf den internationalen Verkabelungsstandards auf und ist somit an die dort definierten Leitungslängen und Übertragungseigenschaften gebunden: maximal 100 m für Kupferleitungen.

Mehr Reichweite: Mit dem Medienmodul MM992-2VD überbrückbare Leitungslängen und erzielbare Bandbreiten bei verschiedenen Leitungstypen.

Mehr Reichweite: Mit dem Medienmodul MM992-2VD überbrückbare Leitungslängen und erzielbare Bandbreiten bei verschiedenen Leitungstypen. Siemens

Zugegeben, diese Leitungslänge reicht in vielen Fällen aus. Werden in einer Anlage Verbindungen über 100 m benötigt, muss oft auf teure Netzwerkkomponenten mit LWL-Schnittstellen zurückgegriffen werden. Dies versuchen viele Anwender zu vermeiden. Gründe hierfür sind einerseits die höheren Anschaffungskosten, andererseits der für viele Anwender ungewohnte Umgang mit Lichtwellenleitungen. LWL können oft nicht selbst vor Ort in der Anlage konfektioniert werden und verlangen den Einsatz von Spezialfirmen. Wegen dieser Randbedingungen verzichten Anwender weitestgehend auf LWL. Zur Überbrückung größerer Entfernungen kommen dann oft zusätzliche CU-basierte Netzwerkkomponenten zum Einsatz, die ebenfalls die Kosten in die Höhe treiben.

Medienmodul verlängert Reichweite

Der Trend in einigen Branchen, Ethernet auch über weniger als die im Standard vorgeschriebenen vier oder acht Adern zu übertragen, häufig als Zwei-Leiter-Ethernet bezeichnet, schafft die Voraussetzungen, auch längere Distanzen mit Kupferleitungen und Ethernet-Kommunikation zu überbrücken. Siemens greift diesen Trend auf und hat ein Zwei-Port-Medienmodul für die modulare Switch-Serie Scalance X-300 und für das Security-Modul Scalance S627-2M entwickelt.

Einsatzsatzszenarien des Medienmoduls MM992-2VD in Verbindung mit modularen Switches Scalance X-300 und S627-2M.

Einsatzsatzszenarien des Medienmoduls MM992-2VD in Verbindung mit modularen Switches Scalance X-300 und S627-2M. Siemens

Das Modul MM992-2 VD (Variable Distanz) ermöglicht Ethernet-Kommunikation über unterschiedliche Kupferleitungen bei unterschiedlichen Leitungslängen. Abhängig vom Leitungstyp und Übertragungs­geschwindigkeit können so mit Ethernet Distanzen bis zu 1.000 m überbrückt werden – bei einer eingeschränkten Datenrate von 10 Mbit/s. Abgesetzte Teilnehmer oder Leitungen, die nur mit großem Aufwand auf die Anforderungen von Ethernet hochrüstbar sind, können mit diesem Medienmodul weiter verwendet werden. Dadurch wird auch eine Migration von bestehenden Profibus-Installationen zu Profinet-Netzwerken interessant, da die gerade bei großen Distanzen teure Neu-Verkabelung der Teilnehmer entfällt. Neben der Nutzung bestehender Profibusleitungen, lässt sich mit dem Modul auch die Reichweite von vier- oder acht-adrigen Ethernet-Leitungen über die Schallmauer von 100 m steigern. Anwender haben damit eine Option auch größere Strecken als im Standard vorgeschrieben mit Kupfer zu überbrücken.

Hannover Messe 2014
Halle 9, Stand D35