Als gelassen und realistisch lässt sich die Stimmung in den elektro- und informationstechnischen Handwerken im Herbst 2008 bezeichnen: In den Betrieben herrscht zum Jahresausklang durchaus noch gute Stimmung, 85 Prozent (Herbst 2007: 86%) beurteilen ihre gegenwärtige Lage als befriedigend oder gut. Die Auslastung hat sich im Jahresvergleich nicht spürbar verschlechtert: 41 Prozent (Herbst 2007: 42%) verfügen über einen Auftragsbestand, der über einen Monat hinausreicht. Das berichten die elektro- und informationstechnischen Handwerksunternehmen im Rahmen der jüngsten Konjunkturumfrage im Herbst 2008. Sie wurde im Auftrag des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt/Main, im September vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen durchgeführt. Besonders erfreulich ist aus Sicht des ZVEH, dass die Lage von den Firmen in Ost- und Westdeutschland nahezu gleich beurteilt wird. „Wir gehen davon aus, dass die vielfältigen Programme zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz weiter greifen. Der Strauß dieser gesetzlichen Maßnahmen könnte den Betrieben mit Blick auf die steigenden Energiepreise auch in den kommenden Monaten trotz der Bankenkrise eine solide Auftragslage sichern“, sagt ZVEH-Hauptgeschäftsführer Ingolf Jakobi. Die bis dato noch positive Situation der Elektrobetriebe ist sicher mit der bisher guten Wirtschaftslage in Industrie und Gewerbe zu begründen. Sie haben zusammen mit dem Wohnungsbau einen Umsatzanteil von 49 Prozent und sind die stärkste Gruppe unter den Auftraggebern der Elektrobetriebe. Unverändert kämpfen die Betriebe auch gegen den Mangel an Fachkräften. Laut Statistik der Bundesanstalt für Arbeit waren im November bundesweit in Elektrobetrieben über 23.151 Stellen unbesetzt. Keine Untergangsszenarien Was die Zukunftsaussichten betrifft, sind die Unternehmer realistisch. Es herrscht nicht mehr soviel Zuversicht wie noch vor einem Jahr. Der Index für die künftige Geschäftslage hat sich binnen Jahresfrist von 50 auf aktuell 45 Punkte abgeschwächt. Gleichwohl gehen immer noch 80 Prozent (Herbst 2007: 85%) der Befragten davon aus, dass die Geschäftslage im nächsten halben Jahr besser wird oder gleich bleibt. 20 Prozent glauben, dass sich die Lage verschlechtern wird (Vorjahr: 15%). Noch bestimmen im Elektrohandwerk nicht die allgemeinen Untergangsszenarien das Bild. Der Stau in der Modernisierung und Sanierung vorhandener Gebäude bleibt bestehen. Die Betriebe machen mit Elektroinstallation in Altbauten unverändert den meisten Umsatz, 28 Prozent von ihnen melden steigende Umsätze im Handwerksbereich (Handelsbereich: 12%). Beschäftigtensituation und Preisentwicklung Die elektro- und informationstechnischen Handwerksunternehmen wollen weitgehend ihre Mitarbeiter behalten. 89 Prozent der Befragten (Herbst 2007: 90%) gehen davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten gleich bleibt oder steigt. Zwei von zehn Firmen haben offene Stellen – auch dieser Wert ist nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Laut den Aussagen der Betriebe ist die gegenwärtige Entwicklung der Preise sehr ungünstig. 85 Prozent geben an, dass die Einkaufspreise gestiegen sind. Dem steht gegenüber, dass nur etwa ein Viertel der Betriebe eine Erhöhung der Verkaufspreise beobachten konnte. Die Gewinnmargen bleiben also weiter unter großem Druck.