Der Anteil der Frauen unter den Erstsemestern beläuft sich auf 11 %, was einer Steigerung von 0,3 % zum Vorjahr entspricht. Vor allem die Universitäten verzeichnen einen rasanten Zuwachs mit fast 40 % mehr Studienanfängern. Der Anstieg an Fachhochschulen beträgt gut 10 %. Auch in den anderen technischen Disziplinen herrschen ähnlich hohe Zuwachsraten. „Wir nehmen an, dass die zahlreichen Mint-Projekte der Bundesregierung und Branchen zu einer wachsenden Beliebtheit von Ingenieurstudiengängen geführt haben und sich im Anstieg der Anfängerzahlen niederschlagen“, kommentiert VDE-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans Heinz Zimmer die positive Entwicklung. Der Verband beobachtet eine wachsende Popularität des Studienfachs Elektrotechnik drei Jahre in Folge. Im Jahre 2008 betrug beispielsweise die Zahl der Erstsemester lediglich 17.500 (heute 26.500) und davon waren 1.700 weiblich (heute 2.900). Zu berücksichtigen ist, dass in diesem Jahr wegen den Entlassungsjahrgängen G8 und dem Wegfall der Wehrpflicht insgesamt 15 % mehr Erstsemester an die Hochschulen drängten.

Noch wird der Mangel an Ingenieuren deutlich unterschätzt. „Wir haben aktuell eine Arbeitslosenquote von unter 2 % und damit quasi Vollbeschäftigung“, so Zimmer. Auch für die Zukunft gibt der VDE grünes Licht. Immer noch zu geringe Studienanfänger- und Absolventenzahlen und steigende Zahlen aus dem Berufsleben ausscheidender Ingenieure führen spätestens ab 2020 zu einer nochmals verstärkten Fachkräftelücke in der Elektro- und Informationstechnik. Bis 2020 wird allein der Ersatzbedarf von derzeit knapp 8.000 Elektroingenieuren über 20 % liegen, die Zahl der Hochschulabsolventen nach Schätzungen des Verbandes dagegen nach dem G8-Effekt wieder sinken. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der ausländischen Absolventen, immerhin bis zu 30 % aller Elektroingenieure an Universitäten, nach ihrem Studium wieder in ihre Heimat zurückkehren. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der Elektrotechnik in immer mehr Branchen und Bereichen, von der Elektromobilität über die Energiewende bis hin zu IT-Sicherheit.