„Wir liefern Technologiekomponenten und Plattformen, jedoch keine Schlüsselfertigen Lösungen. Vielmehr wollen wir die Firmen, die Lösungen realisieren, möglichst gut unterstützen.“ Jürgen Lauber, Direktor Saia-Burgess Controls in Murten

„Wir liefern Technologiekomponenten und Plattformen, jedoch keine Schlüsselfertigen Lösungen. Vielmehr wollen wir die Firmen, die Lösungen realisieren, möglichst gut unterstützen.“ Jürgen Lauber, Direktor Saia-Burgess Controls in Murten

Mit der Markteinführung der Speicherprogrammierbaren Steuerung Saia PCA 1978 wurde aus der 1920 in Murten in der Schweiz gegründeten Gesellschaft für Schaltgerätebau Saia ein SPS Systemlieferant. 1989 fusionierten die beiden Unternehmen Saia und Burgess. Aus der Abteilung/Geschäftsbereich Steuerungstechnik wurde 2001 mit der Gründung der Saia-Burgess Controls AG eine eigenständige Division. Diese ist seit der Übernahme von Saia-Burgess durch Johnson Electric im Jahr 2005 für die gesamte Elektronikproduktion der Saia-Burgess Gruppe zuständig.
Das familiengeführte Unternehmen machte die Steuerungspalette technologische im Bereich Web und IT für die nächsten Jahrzehnte der Automation fit und stellte für den Ausbau der Produktion über 6 Mio. € bereit. Neben dem Werk für Kleingeräte und Boards hat Saia in Murten seit diesem Jahr auch eine eigene Produktion für die Steuerungs- und Bedienterminals. Im Geschäftsjahr 07/08 setzte das Unternehmen mit 340 Mitarbeitern 49,44 Mio. € um.

Gleichzeitig proprietär und offen

Auf einer Pressekonferenz erläuterte Jürgen Lauber, Direktor Saia-Burgess Controls, die nächsten Schritte: „Als reiner Produktlieferant ist Offenheit für uns das A & O. Deswegen können unsere HMIs und Steuergeräte mit Micro-Controllern, SPS- oder Software-basiert betrieben werden. Außerdem haben wir schon 2004 unsere SPSen mit Web- und IT-Funktionalitäten ausgestattet. Jetzt machen wir mit dem Automation Server den nächsten Entwicklungsschritt.“ Dieser läuft zusammen mit dem proprietären Saia-System auf einer CPU und bietet allgemeingültige, weltweite Standards wie SD-Flash, Dateisystem, E-Mail, Web- und FTP-Server. Anwender können damit über das Saia-System im Engineering-/Programmierumfeld des Steuergerätes ein leistungsfähiges Tool nutzen, während der Automation Server eine offene, universelle Brücke zur Automations- und Managementebene schlägt. „Unsere Automationsgeräte sind mit ihrem eigenen Betriebssystem intern 100% proprietär und nach außen 100% offen für nicht proprietäre Automationssysteme“, so Lauber. „Der Betreiber muss sich somit nicht mehr um eine spezielle Software kümmern. Vielmehr kann er nehmen was er will, da der Automation Server die gewünschten Daten liefert.“

Steuerung plus Telecom

Zur SPS stellt Saia-Burgess auch neue Geräte vor. Die flache SaiaPCD2.M5 ist CPU und E/A-Modulträger in einem. USB, Ethernet mit Switch, RS232/RS485 uns RS485/Profibus sind als Kommunikationsschnittstellen vorhanden. Für schnelle Signale sind in die CPU sechs Ein- und zwei Ausgänge integriert. Das Grundgerät lässt sich mit einer Auswahl von 50 verschiedenen E/A-Modulen auf bis zu 256 E/As aufrüsten, über Erweiterungsgeräte sind bis 1023 E/A’s möglich. Der 1 Mbyte große interne Programm-/Datenspeicher für Anwendungen ist auf bis zu 4 GByte ausbaubar. Auf diese Daten kann per FTP oder http, auch direkt im Excel-tauglichen CSV-Format zugegriffen werden oder sie können per E-Mail gesendet werden.
Der SaiaPCD3 WAC ist ein freiprogrammierbares, industrielles Steuer- und Regelgerät in SPS-Qualität gemäss IEC 61131-2 inklusive Web-, IT- und Telecom-Funktionen für die Automation. Er bietet zehn digitale Eingänge, vier konfigurierbare Analogeingänge und zwei Relaisausgänge. Er stellt eine Ethernet LAN und eine Telecomverbindung (ISDN, GSM/GPRS) zur Verfügung. Zudem sind viele Kommunikationsprotokolle implementiert, so z.B. Modbus, TCP/IP, SMTP, http, FTP, DHCP, SNMP. Außerdem sind ein leistungsfähiger Web-Server, ein FTP-Server und ein File-System mit 1 GByte SD-Flashspeicher integriert.

Feel the Touch

Als Ausblick, welche weiteren grundlegenden Innovationen bei Bediengeräten zu erwarten sind, stellte Saia-Burgess die Haptic Touch Technologie an einem HMI-Prototyp vor. Dabei wird die Touchfront von vier Microantrieben so bewegt, dass der Bediener einen Hub wie bei einem richtigen elektromechanischen Bedienschalter wahrnimmt. Über die elektronische Ansteuerung können eine fast unbegrenzte Vielfalt an „Druckgefühlen“ und Rückmeldungen bei der Eingabe erzielt werden. Zur Zeit wird die Haptic Touch Technologie in die Saia-Web Panel eindesigned. Auf der SPS/IPC/Drives werden die ersten Mustergeräte als technologisches Highlight auf dem Messestand von Saia-Burgess fühlbar sein. Erste Serienprodukte sind für die Hannover Messe 2009 geplant.