Bundesminister Alexander Dobrindt (Mitte) hat heute mit Dr. Reinhard Ploss, CEO bei Infineon (links), und Dr. Jochen Eickholt, CEO Division Mobility bei Siemens (rechts) einen Vertrag zum Aufbau von Radarsensorik auf der A 9 unterzeichnet.

Bundesminister Alexander Dobrindt (Mitte) hat heute mit Dr. Reinhard Ploss, CEO bei Infineon (links), und Dr. Jochen Eickholt, CEO Division Mobility bei Siemens (rechts) einen Vertrag zum Aufbau von Radarsensorik auf der A 9 unterzeichnet. Jennifer Kallweit

Siemens und Infineon haben eine Radartechnologie entwickelt, die auf einer der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands helfen soll, die Technologie des automatisierten und vernetzten Fahrens voranzutreiben. Möglich machen dies neuartige Radarsensoren von Siemens und Infineon, die direkt mit den Autos kommunizieren. So könnten in Zukunft mehr Fahrzeuge auf der Straße unterwegs sein, da die Infrastruktur effizient genutzt wird.

Jedes Auto ist in der Lage, mit eigenen Sensoren gesammelte Informationen über den Zustand von Straßen oder Verkehrslagen anderen Fahrzeugen oder der Leitzentrale mitzuteilen. In Zukunft lassen sich in Bayern hochpräzise Echtzeit-Daten zu Verkehrsfluss, Verkehrsdichte, Geschwindigkeit und Fahrverhalten gewinnen. Die A 9 zwischen München und Nürnberg wollen die Beteiligten in den kommenden Monaten mit Radarsensorik ausstatten. Die Sensorik dafür soll an den Leitpfosten oder Schilderbrücken angebracht werden, so dass keine größeren Eingriffe in die Infrastruktur erforderlich sind.

Alexander Dobrindt: „Die A 9 in Bayern wird die erste intelligente und voll-digitalisierte Straße. Mit innovativer Radarsensorik gewinnen wir auf dem Digitalen Testfeld Autobahn Echtzeit-Daten zum Verkehr.“

Alexander Dobrindt: „Die A 9 in Bayern wird die erste intelligente und voll-digitalisierte Straße. Mit innovativer Radarsensorik gewinnen wir auf dem Digitalen Testfeld Autobahn Echtzeit-Daten zum Verkehr.“ Jennifer Kallweit

Wie Bundesminister Dobrindt erklärte, schaffe das „die Voraussetzung für smarte Verkehrssteuerung und die Kommunikation von Fahrzeugen und Infrastruktur.“ Über die erfassten Daten ließen sich Verkehrsanwendungen wie die individuelle Fahrspurempfehlungen („Fast Lane“) realisieren, die für alle Fahrzeuge je nach Fahrbahnauslastung, Reiseziel und Geschwindigkeit die optimale Fahrspur ermitteln. Auch intelligente Tempolimits, die die zulässige Geschwindigkeit an die Auslastung der Straße anpassen, sollen so auf der A 9 zum Einsatz kommen. Und digitale Frühwarnsysteme werden der Ankündigung zufolge über dichten Verkehr, Hindernisse und Risikosituationen informieren.  Alle Daten werden laut Dobrindt über das Portal M-Cloud offen zur Verfügung stehen, damit Gründer und Startups daraus digitale Anwendungen für das automatisierte und vernetzte Fahren entwickeln können.

Das Radarsystem arbeitet ohne Bildaufnahmen, womit die persönlichen Daten der einzelnen Verkehrsteilnehmer geschützt bleiben sollen. Die Radartechnologie ist eine zuverlässige Detektionstechnik, die im Vergleich zu optischen Sensoren nicht durch Licht- oder Witterungsbedingungen beeinträchtigt wird. Die 77-GHz-Radarsensorchipn von Infineon sind bereits fester Bestandteil von Fahrerassistenz-Systemen (ADAS) und können zum Beispiel den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen per ACC automatisch konstant halten, Notbremsungen einleiten oder selbständig durchführen. Für die zukünftig eingesetzten Radarsysteme liefert Infineon auch Sensoren, Controller, Leistungselektronik und Sicherheitschips.

Dr. Eickholt: „Autos werden sich immer mehr untereinander und mit der Infrastruktur Informationen austauschen. So wächst die Kapazität auf der Straße, weil sie effizienter, intelligenter und sicherer genutzt wird.“

Dr. Eickholt: „Autos werden sich immer mehr untereinander und mit der Infrastruktur Informationen austauschen. So wächst die Kapazität auf der Straße, weil sie effizienter, intelligenter und sicherer genutzt wird.“ Jennifer Kallweit

In der ersten Ausbauphase werden zunächst rund zehn Sensorik-Anlagen auf dem „Digitalen Testfeld Autobahn“ errichtet und laut Plan 2017 in Betrieb gehen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Siemens und Infineon investieren für das Projekt in den kommenden Jahren einen Millionenbetrag – eine genaue Zahl wollten die drei Beteiligten auf der Pressekonferenz  jedoch nicht nennen.

Am 4. September 2015 hat Bundesminister Dobrindt das „Digitale Testfeld Autobahn“ auf der A 9 in Bayern eingerichtet. Hier können Unternehmen ihre Systeme und Technologien im Realbetrieb erproben. Erste Anwendungen sind bereits gestartet. Hierzu gehören die zentimetergenaue Erfassung der Strecke als hochpräzise digitale Karte und ein Projekt zur Car-to-Car-Echtzeitkommunikation nahe des nächsten Mobilfunkstandards 5G.