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Die DIN EN 55022 von Mai 2008 bringt eine wesentliche Änderung hinsichtlich des zu überprüfenden Frequenzbereiches für Produkte der Informationstechnik. Bisher waren im Standard nur bis 1000 MHz Grenzwerte für die gestrahlten Störgrößen angegeben. Die neue Ausgabe der 55022 hingegen gibt Grenzwerte bis zu 6 GHz vor. Es handelt sich hierbei um ein bedingtes Messverfahren, das von der höchsten internen Quelle (Taktfrequenz) des zu untersuchenden Prüfobjektes abhängig ist.

Interne Quelle (X) Frequenzbereich

X < 108 MHz bis 1000 MHz

 108 ? X ? 500 MHz bis 2 GHz

500 MHz < X ? 1000 MHz bis 5 GHz

1000 MHz < X bis 6 GHz

Als interne Quelle ist laut Bundesnetzagentur die höchste im Produkt vorkommende Taktfrequenz zu verstehen, mit der z.B. über ein Bussystem auf der Baugruppe kommuniziert wird. So muss z.B. ein PC mit einem Front Side Bus (FSB) von 533 MHz demzufolge die geforderten Grenzwerte bis 5 GHz einhalten.

Auch wenn die CPU intern mit z.B. 3 GHz arbeitet. Diese Änderung betrifft auch Produkte, die nach einer Vorgängernorm der DIN EN 55022 konform waren, aber nach dem Oktober 2011 nach wie vor in Verkehr gebracht werden. Das Messverfahren bis zu den bekannten 1000 MHz ändert sich nicht. Die Erkenntnisse aus früheren Untersuchungen können somit übernommen werden. Im Frequenzbereich oberhalb 1000 MHz, gibt es Grenzwerte für den Mittelwert und den Spitzenwert einer Störgröße.

Damit ein Produkt mit der neuen Ausgabe der 55022 konform ist, sind beide Limits einzuhalten. Zusätzlich unterscheidet sich der Messabstand vom Prüfobjekt zur Antenne im Bereich oberhalb 1000 MHz. Dieser beträgt im erweiterten Bereich 3 Meter.

Diese wesentliche Neuerung der Norm bringt ein aufwendiges Kalibrierverfahren / Nachweisverfahren für alle Prüflabore mit sich. EMV TESTHAUS hat diese Arbeiten bereits im Oktober 2009 abgeschlossen und auch akkreditieren lassen. Somit können wir unseren Kunden und Interessenten rechtzeitig Störfeldstärkemessungen im erweiterten Frequenzbereich anbieten.

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