John Lofton Holt ist Gründer, Chairman und CEO von Achronix in San Jose, Kalifornien.

John Lofton Holt ist Gründer, Chairman und CEO von Achronix in San Jose, Kalifornien.

„In den wichtigsten Halbleiter-Wachstumsmärkten gewinnt immer der Anbieter mit dem besten Prozess“: John Lofton Holt, Gründer, Chairman und CEO von Achronix, zählt FPGA zu diesen Wachstumsmärkten und setzt daher auf eine strategische Zusammenarbeit mit Intel. Bei den bisherigen 28-Nanomter-Prozessen lassen die Kalifornier ihre Chips noch bei TSMC fertigen. Intel öffnet ihnen aber die Tür zu Strukturgrößen von 22 Nanometer. „Erstmals in der Geschichte der FPGA hat nicht mehr Xilinx oder Altera den modernsten Prozess.“ Damit das so auch bleibt, schielt Achronix schon auf 15 und elf Nanometer. Als erstes Produkt in diesem Prozess hat Achronix den Speedster 22i entwickelt. Intel sorgt dabei für die komplette Supply-Chain, nicht nur die Chipfertigung. Mit Produktionsstückzahlen sei ab Ende 2011 zu rechnen – die Entwicklung ist also schon sehr weit fortgeschritten. Vom neuen Prozess verspricht sich Achronix viel: Mehr Performance, weniger Stromverbrauch, höhere Leistungsdichte und geringere Kosten. Weil sich die Parameter teils widersprechen, setzt die Firma zwei FPGA-Familien in die Welt: Den Speedster22i-HP für High-Performance-Anwendungen und den Speedster22i-HD für High-Density-Applikationen.

Die HP-Variante wird bis zu 1,5 Gigahertz getaktet. Yousef Khalilollahi, Vice President of Marketing, verrät sogar: „Technisch wären mit dem Prozess bis zu 3,6 Gigahertz möglich. Allerdings würde der Stromverbrauch dann viel zu hoch steigen.“ Es soll HP-Bausteine mit 100?000 bis 700?000 Look-up-Tables (LUT) geben. Bei der HD-Ausprägung steht die Anzahl der Gates im Vordergrund. Diese Chips werden niedriger getaktet (750 Megahertz) und kosten weniger als ihre HP-Brüder, dafür haben sie bis zu 2,5 Millionen LUT. Beide Familien stattet Achronix mit umfangreicher Hard-IP aus, zum Beispiel einem DDR2/DDR3-PHY und -Controller mit bis zu 233 Megabit pro Sekunde, Ethernet-MAC mit 10/40/?100 Gigabit pro Sekunde, Interlaken und PCI-Express Gen I, II und III. Dazu kommen Serdes mit einem bis 12,5 Gigabit pro Sekunde oder von 19,9 bis 28 Gigabit pro Sekunde. In Summe gibt Achronix an, mit der HP-Variante 300 Prozent schnellere Chips anzubieten als die versammelte Konkurrenz. Die HD-Chips haben doppelt so viele LUT wie andere Bausteine – und begnügen sich mit einem einzelnen Chip im Package. Da Intel einen hervorragenden Yield erwarten lässt, sind die Kosten pro LUT laut Achronix um 40 Prozent günstiger. (lei)