Äußerst verbindlich

Der Verbindungstechnik-Spezialist Weidmüller präsentierte auf der
diesjährigen Hannover Messe eine Reihe von innovativen Kontaktsystemen.

Die Neuvorstellung “Push In” ist ein Sytem zum direkten Stecken von eindrähtigen Leitungen (Bild 1). Der abisolierte, massive Leiter öffnet beim Einführen in die Klemmstelle das Anschlusssystem. Das bisher zum Öffnen erforderliche Werkzeug wird nicht mehr benötigt; das gilt somit auch für den Arbeitsschritt “Klemmstelle öffnen”.
Der Leiter wird mit “stripax” abisoliert und anschließend bis zum Anschlag in die Klemmstelle gesteckt. Eine zuverlässige, rüttelsichere und gasdichte Verbindung ist hergestellt. Der maximale Klemmbereich von “Push In” ist auf einen Leiterquerschnitt von 0,75 bis 4 mm2 ausgelegt. Selbst feindrähtige Leiter mit aufgecrimpten Aderendhülsen ? mit und ohne Kunststoffkragen ? lassen sich problemlos anschließen. Das gilt auch für feindrähtige Leiter von 1 bis 4 mm2. Die Klemmstelle muss allerdings zuvor mit einem handelsüblichen Schraubendreher geöffnet werden. Generell gilt: Für die Entnahme des angeschlossenen Leiters ist die Klemmstelle mit einem handelsüblichen Schraubendreher zu öffnen. Er wird einfach in die vorgesehene Öffnung bis zum Anschlag eingesteckt. Die Feder gibt den Leiter frei, der nun herausgezogen werden kann.
IDC2-Programm erweitert
Seine im Markt etablierte IDC2-Reihenklemmenfamilie (Insulation Displacement Connection) erweitert Weidmüller um Initiator-/Aktorklemmen (Bild 2). Die Reihenklemmen mit Schnellanschlusstechnik verkürzen die Installationszeit und ermöglichen so eine Zeit- und Kostenersparnis um bis zu 75 Prozent. Die IDC2-Klemmen erfüllen die Anforderungen der Reihenklemmen-Norm IEC 60947-7-1 und die Schneid-klemmen-Norm EN 60352-4. Bei der IDC-Technik setzt man auf den “fremdgefederten Kontakt”. Er ermöglicht es, dass selbst dann noch kleine Leiterquerschnitte von z. B. 0,25 mm2 angeschlossen werden können, wenn vorher ein großer Leiter von 1,5 mm2 angeschlossen wurde.
Die nur 5 mm schmalen Reihenklemmen mit ihrer gasdichten, sekundenschnellen Schneid-/Klemm-Anschlusstechnik sind konsequent auf den Leiterquerschnitt von 1,5 mm2 ausgelegt und wurden speziell in der Baulänge auf einen Einbauraum von max.100 mm optimiert. Die IDC2-Klemme mit vier Anschlüssen (4 AN) ist nur 93 mm lang, die Ausführung mit drei Anschlüssen misst gerade mal 78,5 mm.
Die Klemmenfamilie umfasst zusätzlich Durchgangs- und PE-Klemmen in den Ausführungen 2 AN, 3 AN und 4 AN, Doppel-, Trenn- und Sicherungsklemmen. Hybridklemmen in der Kombination Zugbügel- (Schraubanschluss) und IDC-Anschlusstechnik, Zugfeder- und IDC-Anschlusstechnik runden das Portfolio in IDC-Technik ab.
“ConCept-Bus” für schwere Steckverbinder
Aufgrund ihres robusten Gehäuses sind schwere Steckverbinder fester Bestandteil in der Automation. Sie verbinden sowohl Versorgungs- wie Signalleitungen. Doch beim steckbaren Verbinden von Feldbussystemen mussten sie bisher passen. Die “ConCept-Bus”-Module für schwere Steckverbinder lösen das aufgezeigte Problem (Bild 3). Mit diesen Modulen beginnt Weidmüller eine Serie von Steckverbinder-Modulen zum steckbaren Verbinden von Feldbussystemen. Neben dem bereits realisierten PROFIBUS-DP-Modul mit T-Connector-Funktion sind Module für die Feldbussysteme DeviceNet und CanOpen geplant. Durch die Kombination mit “herkömmlichen” “ConCept-Modulen” lassen sich Versorgungsspannungen von 24 bis 800 V gemeinsam mit dem Feldbus in einem kompakten Gehäuse der schweren Steckverbinder übertragen.
Ein bisheriges Abschalten des Feldbussystems ist nicht mehr erforderlich, denn das Feldgerät bzw. die I/O-Station kann während des Betriebes einfach via Steckverbinder angeschlossen bzw. abgezogen werden – “plug and play” für schwere Steckverbinder im Feldbusbereich. Auch die sichere Stromversorgung für das angeschlossene Feldbusgerät respektive I/O-Station erfolgt über ein “ConCept”-Modul im gleichen Steckverbinder. Dazu stehen applikationsabhängig verschiedene Module in unterschiedlichen Polzahlen und Anschlusssystemen zur Verfügung.
Als Stecksystem verwendet Weidmüller bei den PROFIBUS-DP-Modulen auf der einen Seite einen USB-Steckverbinder. Mit seinen vergoldeten Kontakten garantiert er eine Übertragungsrate von 1,5 Mbaud und weit über 5.000 Steckzyklen ? der Bemessungsstrom beträgt 1 A, die Bemessungsspannung 30 V. Auf der anderen Seite werden die geschirmten Profibusleitungen via Schraubanschluss angeschlossen.
Die PROFIBUS-DP-Module mit T-Connector-Funktion sind in der Standard-modulbaubreite von 11,4 mm konzipiert und beanspruchen nur einen Steckplatz im Aufnahmerahmen des “ConCept”-Systems.

Weidmüller
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