Das Freihandelsabkommen TTIP stößt nicht nur bei Verbraucherschützern auf Kritik. Auch der AMA Verband wendet sich mit klaren Worten an die Regierung.

Das Freihandelsabkommen TTIP stößt nicht nur bei Verbraucherschützern auf Kritik. Auch der AMA Verband wendet sich mit klaren Worten an die Regierung.Andre Bonn – Fotolia.com

Grundsätzlich begrüße der Verband „Abkommen, die einen einfacheren und freieren Warenverkehr zwischen Staaten ermöglichen“. Er befürchtet jedoch, dass „primär Interessen multinationaler Konzerne zum Nachteil der Bürger und der mittelständischen Wirtschaft“ Beachtung finden. Insbesondere nicht akzeptabel sei die Verhandlung der Abkommen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des EU Parlamentes, bei denen nur einige wenige Interessengruppen aus der Wirtschaft mit einbezogen werden. Der Verband fordert daher einen Abbruch der laufenden Verhandlungen zu TTIP und CETA und „einen Neubeginn von Verhandlungen zu Freihandelsabkommen, die transparent und unter Einbeziehung der gesamten Wirtschaft und Zivilgesellschaft erfolgen“.

VDMA vertritt gemäßigtere Position

Im März hatte sich auch der VDMA zum Thema TTIP zu Wort gemeldet. „Viele der derzeit geäußerten Bedenken stehen in keinem Verhältnis zu den Möglichkeiten, die ein Abkommen bietet. Zehntausende Arbeitsplätze können in Europa und den USA geschaffen werden. TTIP ist eine Chance, keine Gefahr,“ sagte Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft des VDMA.

Kritik gab es in eher leisen Tönen. Der VDMA forderte dazu auf, in den Gesprächen die Interessen des vor allem mittelständisch geprägten Maschinenbaus stärker zu beachten. „Derzeit konzentrieren sich die Gespräche auf Branchen, bei denen sich beide Seiten schnelle Erfolge versprechen“, sagte Ackermann. „Die Interessen des Maschinenbaus wurden bisher kaum berücksichtigt, obwohl 13 % aller EU-Exporte in die USA aus dieser Branche kommen, mehr als bei der Automobilindustrie.“