Bildergalerie
Im Jahre 2011 übernahm ASMPT das Siplace-Bestückautomatengeschäft und integrierte dies sehr erfolgreich als neues SMT-Geschäftssegment.
DEK gehörte bisher zum Mischkonzern Dover und soll mit seinen Sieb- und Schablonen-Druckern das erfolgreiche SMT-Geschäftssegment von ASMPT sinnvoll ergänzen.
Der beabsichtigte Erwerb und die Integration von DEK in das SMT-Segment sind hier nicht nur eine logische Abrundung des Portfolios im Bereich Pre-Placement, sondern sind auch Beispiel für die sehr langfristige Strategie des ASMPT-Managements.

Mit dieser geplanten Akquisition setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs als Ausrüster für die komplette Elektronikfertigung fort: Bereits im Jahr 2011 übernahm ASMPT das Siplace-Bestückautomatengeschäft und integrierte dies sehr erfolgreich als neues SMT-Geschäftssegment. Die geplante Übernahme erfolgt im Einverständnis mit DEK.

Michael Brianda, ehemals CEO von DEK, wird Leiter der Pre-Placement Division von ASM Assembly Systems.

Michael Brianda, ehemals CEO von DEK, wird Leiter der Pre-Placement Division von ASM Assembly Systems.DEK

DEK gehörte bisher zum Mischkonzern Dover und ist mit mehr als 700 Mitarbeitern und über 167 Mio. US-Dollar Umsatz im Jahr 2012 ein großer, weltweit agierender Anbieter von Siebdruckern für die SMT-, Solarzell-, Brennzell- und Metallisierungsbranche. Stimmen die Kartellbehörden der Transaktion zu, will ASMPT DEK in sein SMT-Geschäftssegment integrieren. Siplace und Dek sollen dann SMT-Lösungen entwickeln und anbieten, die über eine verbesserte Integration von Druck- und Bestückprozessen weitreichende Qualitäts- und Effizienzvorteile in der Elektronikfertigung generieren sollen.

ASMPT setzt mit dieser Akquisition seinen Wachstumskurs als Ausrüster für die komplette Elektronikfertigung fort: Der Erfolg seiner Spezialmaschinen für Singulation, Bonding, Molding, Inspection, Sorting und Packaging hat ASMPT zum weltweit führenden Anbieter von Backend-Lösungen für die Elektronikfertigung aufsteigen lassen. Im Jahre 2011 übernahm ASMPT das Siplace-Bestückautomatengeschäft und integrierte dies sehr erfolgreich als neues SMT-Geschäftssegment. Wird die Transaktion vollendet, soll das DEK-Team als Pre-Placement-Division in dieses Segment integriert werden und künftig eng mit dem Siplace-Team der Placement-Division zusammenarbeiten. Die Leitung der neuen Pre-Placement-Division übernimmt Michael Brianda, bisher CEO von DEK. Günter Schindler, bisheriger COO des Siplace-Teams, übernimmt die Leitung der Placement-Division und Günter Lauber, der bisherige Siplace-Chef, wird Leiter des gesamten, deutlich angewachsenen SMT-Geschäftssegments.

„Wir alle freuen uns darauf, das DEK-Team bei ASMPT herzlich willkommen zu heißen. Die Unternehmen verbindet eine sehr ähnliche Innovationskultur. Gemeinsam gewinnen wir zusätzliche Stärken und Kompetenzen, die wir in den Dienst bestehender und neuer Kunden stellen wollen. Unter der Leitung von SMT-CEO Günter Lauber erwarte ich mir von DEK und Siplace gemeinsam ganz neue Ansätze im SMT-Geschäft“, erläutert W.K. Lee, CEO von ASMPT.

Integration von Druck- und Bestückprozessen

Die künftige organisatorische Nähe der Teams von Siplace und Dek im SMT-Geschäftssegment ASM Assembly Systems ist nicht zufällig gewählt. ASMPT verspricht sich von der verbesserten Integration bei Druck und Bestückung durchgängigere Prozessketten und damit deutliche Qualitäts- und Effizienzgewinne im SMT-Prozess. Günter Lauber, CEO des SMT Geschäftssegment ist überzeugt: „Im Team können wir künftig nicht nur Bestückautomaten und Drucker anbieten. Gemeinsam werden Entwickler und Applikationsingenieure von Siplace und DEK an durchgängigen, transparenten Prozessketten arbeiten. Wir werden so Qualitäts- und Kostenvorteile für Elektronikfertiger generieren können, die andere Ausrüster nicht bieten.“ Auch der CEO von DEK, Michael Brianda blickt zuversichtlich in die Zukunft: „Wir freuen uns sehr auf diesen neuen Entwicklungsschritt. Er bietet dem DEK-Team Zukunftssicherheit und extrem interessante Möglichkeiten bei Entwicklung und Vertrieb integrierter Lösungen. Die bisher getroffenen Entscheidungen zur Integration garantieren unseren Kunden und Partnern zum einen große Kontinuität, außerdem aber auch und vor allem sehr interessante neue Entwicklungsmöglichkeiten und außerordentliche Optimierungspotentiale für die Fertigungen unserer gemeinsamen Kunden.“

Günter Lauber von ASM Assembly Sytems.

Günter Lauber von ASM Assembly Sytems.ASM

Fünf Fragen an Günter Lauber, CEO des SMT-Geschäftssegment von ASM Assembly Sytems

Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen. Wann wird die Akquisition abgeschlossen sein?

Beide Parteien müssen jetzt die Zustimmung der Kartellbehörden respektive Wettbewerbsprüfer abwarten. Deshalb können wir über die Dauer auch keine Angaben machen. In vergleichbaren Fällen hat die Phase zwischen Signing und Closing etwa ein halbes Jahr gedauert.

Bei Übernahmen ist stets mit Personalabbau zu rechnen. Wie wird das DEK-Team in die Organisation von ASM PT integriert? Bleibt der Standort in Bad Vilbel bestehen?

Wir befinden uns in der Phase zwischen Signing und Closing, deshalb können wir darüber keine Angaben machen. Geplant ist es, das DEK-Team als Pre-Placement Division unter der Leitung von Michael Brianda in das SMT-Geschäftssegment ASM Assembly Systems zu integrieren. Zu diesem Geschäftssegment gehört auch die Placement Division des Siplace-Teams, das künftig vom bisherigen Siplace COO Günter Schindler geleitet werden soll. Die Leitung des Geschäftssegments SMT der ASM Assembly Systems übernehme ich.

Welche Wachstumschancen sieht ASMPT im Dek-Bereich?

Mit der Akquisition plant ASMPT seinen Wachstumskurs als Ausrüster für die komplette Elektronikfertigung fortzusetzten. ASMPT hat sich in den letzten Jahren eine führende Position im Backend-Bereich der Elektronikfertigung erarbeitet. Der beabsichtigte Erwerb und die Integration von DEK in das SMT-Segment sind hier nicht nur eine logische Abrundung des Portfolios im Bereich Pre-Placement, sondern sind auch Beispiel für die sehr langfristige Strategie des ASMPT-Managements. Für ASMPT stehen hier das Potenzial für Wachstum in neuen Märkten und vor allem technologische Innovationen im Fokus. Sicherlich liegen aber auch hohe Wachstumschancen in der ausgeprägten Innovationskultur von DEK und ASM PT.

Inwiefern wird es eine Zusammenarbeit in ASM Assembly Systems geben?

Mit Hochdruck und in gemeinsamen Schulterschluss werden Teams von Siplace und DEK an einer verbesserten Integration von Print- und Bestückprozessen arbeiten. Hierfür ist es geplant, entsprechende Schnittstellen und automatisierte Regelkreise zu entwickeln. Geplantes Ziel ist es, den Gesamtprozess zu optimieren und die reale Ausbringung sowie Yield-Raten weiter zu erhöhen. Auch die Bereiche Beratung/Evaluation, Support und Service werden von der Zusammenarbeit profitieren können.

Inwiefern profitieren ASM-Kunden von der DEK-Akquisition? Was wird sich für DEK-Kunden ändern?

Die wirklichen Gewinner der geplanten Übernahme sind die Elektronikfertiger in aller Welt. Unsere Kunden wissen, dass die einzelnen Maschinen und Prozessschritte im SMT-Prozess bereits sehr ausgereift sind. Die größten Effizienzsprünge auf Linienebene sind künftig weniger durch Verbesserungen im Einzelprozess, als hauptsächlich über die Optimierung des Gesamtprozesses zu erreichen. Optimierungsziele gibt es insbesondere für den Übergang von Printer über Inspektion zur SMT-Bestückung. Eine solche Prozessoptimierung unterstützen Schnittstellen, Datenintegration und automatisierte Regelkreise zwischen den bisher relativ strikt getrennten SMT-Prozessschritten. Zu solchen abgestimmten Entwicklungen ist die Konstellation bei  verschiedenen Spezialherstellern nicht gegeben. Jeder Spezialhersteller blickt auf seinen Einzelprozess. Third-Party-Entwicklern oder Herstellern „benachbarter“ Maschinen und Prozessschritte wurde nur begrenzt Zugriff auf die Daten der jeweils eigenen Maschine gewährt. Notgedrungen begannen daher führende Bestückautomatenhersteller mit der Entwicklung eigener Printer-und Inspektionslösungen mit dem Ziel eines Closed-Loop-Prozesses.

Eine für die Elektronikfertiger allerdings eher schlechte Aussicht: Letztlich wären ja sie es, die diese Doppelentwicklungen von Druckern zahlen müssten. Das Modell Siplace/DEK böte dem Kunden dagegen klare Vorteile: Beide Marken sind technologisch führend in ihren jeweiligen Spezialdisziplinen. Hier können sehr erfahrene Teams von Entwicklern und Fertigungsexperten die Schnittstellen abgleichen und die entsprechenden Monitoring- und Regelkreisfunktionen entwickeln. Die Aussichten auf eine schnelle, erfolgreiche Prozessintegration, die dem Kunden echte, zählbare Vorteile bei der Effizienz und in der Yield-Ausbeute bringen, sind im Siplace/DEK-Modell deutlich höher.

Technologisch werden also sowohl DEK- als auch Siplace Kunden profitieren, da es geplant ist, im Applikations- und Demo-Bereich die ohnehin schon bestehenden Partnerschaften weiter  zu intensivieren und auszubauen.

Die Fragen stellte Marisa Robles Consée