Atel und SBB haben am 7. November 2008 die Bau- und Betriebsgesellschaft Nant de Drance SA gegründet. Darin sind Atel mit 60% und die SBB mit 40% beteiligt. Auch der Kanton Wallis hat sein Interesse an einer Beteiligung angemeldet. Die entsprechenden Gespräche sind im Gang. Der Sitz der Gesellschaft ist in Finhaut (VS), Geschäftsführer ist Eric Wuilloud. Die Nant de Drance SA ist zuständig für die Planung, den Bau und den Betrieb des gleichnamigen Pumpspeicherkraftwerkes. Das Aktienkapital der SA beträgt 50 Mio. Franken. Mit der neu gegründeten Gesellschaft regeln Atel und SBB ihre Zusammenarbeit. Die Bauarbeiten für das 600 MW-Projekt Nant de Drance haben bereits im September dieses Jahres begonnen. Als erstes sollen Räumungsarbeiten und Waldrodungen in Châtelard sowie der Bau eines Vortunnels einen reibungslosen Zugang zur Baustelle ermöglichen. Die Hauptarbeiten am fünf Kilometer langen Stollen sollen Anfang nächsten Jahres in Angriff genommen werden. Das Projekt Nant de Drance sieht vor, das Gefälle zwischen den beiden bestehenden Stauseen Emosson und Vieux Emosson auf dem Gebiet der Walliser Grenzgemeinde Finhaut zwischen Martigny und Chamonix zur Produktion von Spitzenenergie zu nutzen. Das Kraftwerk Nant de Drance wird auf rund 600 Megawatt Turbinier- und Pumpenleistung ausgelegt und wird 50 Hz Strom produzieren. Die Anlage wird komplett unterirdisch gebaut. Der Zugang zu den auf 1″800 m ü.M. liegenden Kavernen wird durch einen fünf Kilometer langen Stollen erfolgen. Somit wird das Grosskraftwerk mit minimalen Eingriffen in die Umwelt realisiert. Im Hinblick auf die Nachfrageentwicklung in Spitzenzeiten leistet Nant de Drance einen wichtigen Beitrag sowohl zur Versorgungssicherheit im Schweizer Stromnetz als auch zum Abdecken der ausgeprägten Verbrauchsspitzen im Bahnbetrieb der SBB und mehrerer Privatbahnen wie TRAVYS (Transports vallée de Joux, Yverdon-les-Bains, Ste-Croix SA) oder BLS, die von der SBB versorgt werden. Durch entsprechende Maschinentechnik können innert kürzester Zeit Netzschwankungen und auch unregelmässige Produktion aus erneuerbaren Energien ausgeglichen werden. Dank modernster Technik wird die Anlage über einen ausserordentlich hohen Wirkungsgrad von über 80 Prozent verfügen. Das Projekt ist mit rund 990 Millionen Schweizer Franken budgetiert. Die Inbetriebnahme soll schrittweise ab 2015 erfolgen.