Berührungssensitive Tasten statt mechanischer Buttons: Ein winziger Chip machts möglich.

Berührungssensitive Tasten statt mechanischer Buttons: Ein winziger Chip machts möglich.

„Wir wollen es jedem Produktentwickler ermöglichen, mechanische Taster durch kapazitive Berührungssensoren zu ersetzen“, erklärt Helen Francis, Product Marketing Manager in der Touch Technology Division von Atmel. Sie stellt damit auf eine neue Familie von drei Controller-Chips ab, die je einen einzelnen Sensor ansteuern. Sie ergänzt: „Wir wollen mechanische Taster aber mit nichts ersetzen, das viel Energie verbraucht.“ Entsprechend fällt das Design der neuen Bauteile aus: Schon mit 17 Mikroampere bei 1,8 Volt sind Taster für mobile Geräte möglich, der Chip arbeitet aber bis 5,5 Volt. Atmel denkt an Einschaltknöpfe von MP3-Playern, an Hörgeräte, Spielzeug und an Annäherungssensoren. Letztere messen zwar nicht den Abstand, reagieren aber schon ab einer einstellbaren Entfernung der Hand, ohne dass diese den Taster wirklich berühren muss. Um eine schnelle Reaktionszeit und niedrige Energieaufnahme zu kombinieren, schalten sich die Controller nach erkannter Berührung in einen so genannten Quick-Response-Modus.
Zur AT42QT101X-Familie gehören die drei Modelle AT42QT1010, AT42QT1011 und AT42QT1012. Ersterer enthält einen Timer, mit dem sich der Taster spätestens nach 60 Sekunden fortlaufender Berührung neu kalibriert. Die Idee: In dem Fall vermutet der Chip eine Falscherkennung, beispielsweise weil der Benutzer seinen MP3-Player in die Tasche gesteckt hat. Bei negativen Kapazitätsänderungen rekalibriert der Chip in Sekundenbruchteilen.
Der AT42QT1011 verzichtet auf den Timer und erkennt beliebig lange Berührungen. Damit eignet er sich für Näherungssensoren, etwa in einem Hörgerät: Das braucht nur dann aktiv zu sein, wenn es im Ohr steckt. Der AT42QT1012 arbeitet als Schalter, der bei jedem Tast-Ereignis den Zustand ändert (Ein/Aus-Taster). Er enthält einen konfigurierbaren Ausschalt-Timer, damit Geräte nicht versehentlich angeschaltet bleiben. Alle drei Controller sind im 2,9 mal 1,6 Millimeter kleinen SOT-23-Gehäuse verfügbar und sollen ab 20 Cent in großen Stückzahlen kosten. „Damit eignen sich die Chips auch für den chinesischen Markt mit hochvolumigen Produktentwicklungen“, erklärt Helen Francis. Durch ein Synchronisations-Pin ist es möglich, mehrere Bausteine in einem Produkt einzusetzen, die sich gegenseitig nicht stören. (lei)