Das kurios geformte Evaluation-Board deutet ein mögliches Einsatzfeld der UC3L-MCU an: Fernbedienungen und Spiele.

Das kurios geformte Evaluation-Board deutet ein mögliches Einsatzfeld der UC3L-MCU an: Fernbedienungen und Spiele.

90 Prozent weniger Energiebedarf im Ruhezustand und 45 Prozent weniger im Betrieb: Im Vergleich zur Vorgängergeneration tritt Atmel bei den 32-Bit-Mikrocontrollern der Familie AVR UC3L kräftig auf die Verbrauchsbremse. Trotzdem bietet der Chip reichlich Rechenleistung und ein Touch-Interface.

Der Bedarf an Rechenleistung und DSP-Funktionen steigt rasant, ist sich Øyvind Strom sicher. Der Product Marketing Director für AVR-Produkte bei Atmel ergänzt: „Daher haben wir DSP-Instruktionen in den Befehlssatz unserer UC3L-Mikrocontroller aufgenommen. Angetrieben wird dieser Trend durch verschiedene Arten von Spracherkennung, Audio-Encoding und -Decoding sowie digitale Audio- und Sensor-Signalverarbeitung.“ Besonders bei Sensoren ist der Anstieg heftig: „Vor fünf Jahren hatte ein Mobiltelefon bestenfalls einen Lichtsensor. Heute hat es Beschleunigungssensoren, Gyrometer, einen Kompass – die Anzahl Sensoren in High-End-Handys steigt enorm.

Der Trend wird sich auf weitere Geräte ausweiten.“ Atmel unterstützt die Sensoren der meisten Hersteller durch eigene Bibliotheken für die hauseigenen MCU. „Wir haben auch eine optimierte DSP-Bibliothek in unserem AVR-Software-Framework, zum Beispiel für Audio-Verarbeitung.“ Øyvind Strom sagt über die Marktpositionierung: „Heute sind wir einer von sehr wenigen Flash-Mikrocontroller-Anbieter, die DSP-Funktionen integrieren“ und er kündigt weitere UC3-Chips an: „Zudem werden wir im dritten Quartal eine Fließkomma-Recheneinheit mit einfacher Genauigkeit in einer neuen MCU-Familie veröffentlichen.“ Die neue MCU soll 1,5 Drhystone-MIPS pro Megahertz in normalem Code erreichen. Auch beim Stromverbrauch sieht sich Atmel als führend: „Wir waren bei Low-Power immer sehr stark bei 8- und 32-Bit-AVR. Mit UC3L setzen wir einen neuen Standard.“ Im Standby-Modus braucht er neun Nanoampere, das sind 90 Prozent weniger als bei bisherigen Generationen. Im Betrieb braucht er 165 Mikroampere pro Megahertz, immerhin 45 Prozent weniger als bisher. „Möglich wurde das durch Design-Änderungen und eine neue Low-Power-Option in unserem Herstellungsprozess.“ Dank DSP und hoher Rechenleistung kann der Chip mit niedrigeren Taktraten laufen, was weiter Energie spart. Außerdem hat Atmel die Pikopower-Technik aus der Acht-Bild-Welt sowie das Peripherie-Event-System aus den AVR-Xmega-Chips übernommen. Atmel hat in diesem Chip die Qtouch-Algorithmen in Hardware implementiert. „Damit wird unsere kapazitive Touch-Funktion so einfach zu benutzen wie jede andere Peripherie. Sie kann bei Bedarf sogar die MCU aufwecken.“ Als weiteres, einmaliges Feature nennt Øyvind Strom den Flash-Vault: Damit lassen sich Teile des Speichers als Execute-Only ohne Debug-Zugang konfigurieren, um das Kopieren von Code zu unterbinden. (lei)