Atomare magnetische Speichermedien

Forschern ist ein entscheidender Durchbruch bei der Analyse magnetischer Strukturen auf atomarer Skala gelungen. Sie konnten erstmals eine einzelne Atomlage eines speziellen magnetischen Materials, bei dem jeweils die einzelnen atomaren Elementarmagnete auf benachbarten Plätzen entgegengesetzt ausgerichtet sind direkt abbilden. Damit können nun erstmals neben einzelnen Atomen und einzelnen Elektronenladungen auch die magnetischen Eigenschaften in atomarer Dimension sichtbar gemacht werden.
Obgleich dies zunächst einen fundamentalen Beitrag zur Grundlagenforschung ist, zeichnen sich bereits Anwendungsziele ab, wenn es gelingt, die magnetischen Strukturen in dieser Größenordnung gezielt zu verändern. Dann könnte eine vollkommen neue Generation magnetischer Speichermedien verfügbar werden, welche die Kapazität heutiger Speichermedien millionenfach übertrifft. Grundlage des neuen magnetisch-sensitiven Abbildungsverfahrens ist das Rastertunnelmikroskop. Ziel für die Zukunft ist jedoch nicht nur die Nutzung der analytischen Möglichkeiten der neu entwickelten Technik, sondern die Konzeption einer vollkommen neuen Generation magnetischer Datenspeicher, bei denen die einzelnen Informationseinheiten (bits) millionenfach kleiner sind. Um dies zu erreichen, müssen die magnetischen Zustände auf atomarer Skala direkt ausgelesen werden können. In enger Kooperation mit der Industrie soll nun dieses neue Speicherkonzept weiter verfolgt werden.

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