Der Einsatz von Robotern nimmt weltweit weiter zu. 176.000 Roboter sind alleine zurzeit in Deutschland im Einsatz.

Der Einsatz von Robotern nimmt weltweit weiter zu. 176.000 Roboter sind alleine zurzeit in Deutschland im Einsatz.Nalaliya Hora – Fotolia.com

„Die Aussichten stehen gut, dass wir bis zum Jahresende die Marke von 12 Milliarden Euro Branchenumsatz für Robotik und Automation erreichen“, sagte Hans-Dieter Baumtrog, Vorsitzender des Vorstands des VDMA Fachverbands Robotik+Automation. Denn in den ersten vier Monaten 2015 lag der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 % höher. Nachfrage kam vor allem aus dem Ausland. 2014 hatten die Exporte einen Anteil von 55 % erreicht. Größter Absatzmarkt ist China. Dort wird zunehmend in Automatisierungstechnik investiert, um künftig in technologisch anspruchsvolle Märkte vordringen zu können.

Robotik weltweit auf dem Vormarsch

Mehr als 225.000 Roboter wurden 2014 nach einer Erhebung der International Federation of Robotics (IFR) weltweit neu installiert. Das entspricht einem Plus von 27 % gegenüber dem Vorjahr. In Europa lagen die Zuwächse bei 4 %, in Nordamerika bei 8 %. In Asien nahm die Installation von Robotern um 42 % zu, getrieben vor allem durch China. „China begnügt sich nicht damit, Roboter einzusetzen. Klare Strategie der chinesischen Regierung ist es, selbst ein starkes und innovatives Roboterland zu werden“, sagte Baumtrog. Dabei haben die Chinesen noch viel Luft nach oben. Auf 10.000 Beschäftigte im Maschinenbau kommen dort rund 30 Roboter, in Deutschland sind es 282. Südkorea ist mit 440 Robotern pro 10.000 Beschäftigten das Land mit den meisten Robotern.

"China begnügt sich nicht damit, Roboter einzusetzen. Klare Strategie der chinesischen Regierung ist es, selbst ein starkes und innovatives Roboterland zu werden", sagte Hans-Dieter Baumtrog, Vorsitzender des Vorstands des VDMA Fachverbands Robotik+Automa

„China begnügt sich nicht damit, Roboter einzusetzen. Klare Strategie der chinesischen Regierung ist es, selbst ein starkes und innovatives Roboterland zu werden“, sagte Hans-Dieter Baumtrog, Vorsitzender des Vorstands des VDMA Fachverbands Robotik+AutomaRedaktion IEE

Kein Paradox – Roboter und Jobs

Beispiel deutsche Automobilindustrie: Diese mit Abstand größte Kundenbranche weitete ihren Bestand an Industrierobotern in Deutschland von 2010 bis 2014 um 15 % auf 92.000 Einheiten aus. Im selben Zeitraum erhöhte sie die Zahl der Beschäftigten um 10 % auf 775.000. Die Automationsangst vor der Substitution des Menschen ist damit unbegründet. Inzwischen ist in vielen Fällen auch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine möglich. Die Roboter werden mithilfe von Sensorik so sicher gemacht, dass sie ohne Schutzzäune auskommen.

Der Roboterbestand in Deutschland wuchs zwischen 2010 und 2014 um fast 20 % auf 176.000 Einheiten. Allein im Maschinenbau sind in den letzten fünf Jahren 100.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Aktuell sind hier 1.008.000 Menschen beschäftigt.