Die intelligenten Lagersysteme wurden für die Anforderungen hocheffizienter SMT-Bestückungslinien entwickelt. Sie lassen sich flexibel anordnen, bedarfsgerecht konfigurieren und nahtlos in vorhandene Fertigungsumgebungen integrieren.

Die intelligenten Lagersysteme wurden für die Anforderungen hocheffizienter SMT-Bestückungslinien entwickelt. Sie lassen sich flexibel anordnen, bedarfsgerecht konfigurieren und nahtlos in vorhandene Fertigungsumgebungen integrieren. Tower-Factory

Alle guten Dinge sind drei: Mit s|tower Dryflow erweitert Tower-Factory seine aus s|tower Various 930 und s|tower Various 773 bestehende Lagersystemfamilie um ein weiteres Modell. Das System vereint die Vorteile eines automatischen Lagersystems und eines Trockenschranks. Des Weiteren lässt sich aufgrund des Maschinendesigns der Energieverbrauch gegenüber alternativen Lagersystemen mit Trocknungsfunktionen deutlich verringern, verspricht Matthias Wittmann, Geschäftsführer von Tower-Factory: „Gerade bei der Konstruktion haben wir auf diesen Aspekt einen Schwerpunkt gelegt, da immer mehr Kunden auch auf den Energieverbrauch ihrer Maschinen achten. Wir wollten daher unser System so nachhaltig wie möglich ausrichten.“

Enge Partnerschaft mit Fuji Machine

Dass sich das System auf der diesjährigen SMT-Messe zum Publikumsmagneten entwickelte, stand für Matthias Wittmann außer Frage. In den s|tower Dryflow fließen die bewährten Leistungsmerkmale der Lagersysteme s|tower Various 930 und s|tower Various 773 ein, die sich flexibel anordnen, bedarfsgerecht konfigurieren und nahtlos in vorhandene Fertigungsumgebungen integrieren lassen. Die Kombi jedoch aus automatischem Lagersystem und Trockenschrank treffe den Puls der Zeit, ist Wittmann überzeugt: Die Nachfrage nach einer Zwischenlagerung von Komponenten in unmittelbarer Nähe der Bestückungslinien sei ungebrochen groß.

Wie groß, davon konnten sich die beiden Geschäftsführer Michael Mader und Matthias Wittmann selbst überzeugen: Der japanische Bestückautomatenhersteller Fuji Machine hat sich bei Tower-Factory anteilig mit 34 Prozent eingekauft. Michael Mader sieht in der Beteiligung ganz klar ein Sprungbrett ins internationale Gefilde: „Mit dieser strategischen Partnerschaft möchten wir eine globale Marktdurchdringung erreichen.“ Die intelligenten Lagersysteme seien nicht nur jetzt schon sehr gut in der Materialwirtschaft von Fuji Machine integriert, sondern bereits auch für zukünftige Produktionsapplikationen, wie etwa Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) vorbereitet, argumentiert er weiter. Lob bekommt das Unternehmen zudem direkt aus Japan: „Wir beteiligen uns an einem innovativen Start-up in der SMT-Branche, das über ein hohes Maß an Know-how und Wachstumspotenzial verfügt“, betont Hajime Ezaki, CMO von Fuji Machine MFG.

Gerade diese Produktbreite, als auch das Know-how und die Erfahrung bei der Lagerung von Bauteilen machten die Tower-Factory auch für Anbieter von Bestückungsautomaten und Handlingslösungen interessant, begründet Klaus Gross, Geschäftsführer von Fuji Machine Europe, die Beteiligung: „Durch die neue Kooperation sind wir bestens aufgestellt, um weiter zukünftige Fertigungskonzepte, basierend auf Industrie 4.0 und Industrial Internet Consortium zu entwickeln.“ Auch wenn der Bestückungsautomat nicht direkt mit dem ERP-System verbunden ist, so müssen beide eng zusammenarbeiten. Kommunikationsschnittstellen und ein sauberer Austausch der Materialverbräuche und Materialbestände sind daher für eine effiziente Elektronikfertigung unabdingbar. Mit Blick auf die weitere strategische Ausrichtung und der Lancierung des aktuellen Systems merkt Matthias Wittmann an: „Wir freuen uns, dass wir sowohl auf der Produktseite als auch auf der Seite unserer Shareholder den nächsten Schritt gehen konnten.“

Das Beste aus beiden Welten

Schon mit den intelligenten Lagersystemen s|tower Various 930 und s|tower Various 773 konnte Tower-Factory punkten: Der optimierte Materialfluss mit kurzen Rüst- und Stillstandzeiten und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit durch Anbindung an die betriebliche Datenverarbeitung (ERP oder P&P) tragen dazu bei, dass die Auftragsbücher voll sind. In der höchsten Ausbaustufe, der Closed Loop-Implementierung, fungiert der s|tower zudem als Bindeglied zur Koordination zwischen Hauptlager und Produktion: Die Software erfasst die Bewegungsdaten des Lagerguts und verfolgt den Lagerbestand und die Verwendungsdauer der SMT- und MSD-Bauteile. Die Zuordnung des Materials zum jeweiligen Produktionsauftrag wird dokumentiert. Zudem erkennt das System die Verfügbarkeit von Komponenten für die vorliegenden Aufträge und reserviert den Bedarf. Dabei festgestellte Fehlbestände stehen als Print-out oder als Datei für die Nachversorgung aus dem Hauptlager zur Verfügung. Beide Versionen der s|tower-Serie können einzelne SMD-Rollen oder auch Trays (Blister) aufnehmen und produktionsnah lagern. Various 930 nimmt auf einer Grundfläche von 2 m² bis zu 930 SMD-Rollen mit einem Durchmesser von 7 bis 15 Zoll auf. Diese Kapazität lässt sich optional mit so genannten Smartcarrier auf 1300 Rollen erweitern. Auch dem stetig steigenden Umfang an feuchtigkeitsempfindlichen Bauteilen und die damit einhergehende Komplexität der Lager- und Trocknungsbedingungen trägt das Unternehmen mit den Lagersystemen s|tower Various 930 und s|tower Various 773 Rechnung: Die Lagersysteme können die Nutzungsdauer von feuchtigkeitsempfindlichen Bauteilen überwachen und diese nach der IPC/JEDEC-Richtlinie J-Std-033C.1 kontrolliert lagern.

s|tower Dryflow arbeitet energieeffizient und vereint die Vorteile eines automatischen Lagersystems und eines Trockenschranks.

s|tower Dryflow arbeitet energieeffizient und vereint die Vorteile eines automatischen Lagersystems und eines Trockenschranks. Tower-Factory

Eine Besonderheit des s|towerDryflow, der auf die beiden Systeme aufsetzt, sind jedoch seine zusätzlichen Dichtungen, die in das Gehäuse eingebracht wurden: Die in erster Linie der Sicherheit dienende Eingabeschleuse dichtet aufgrund ihrer Konstruktion den s|tower Dryflow nach außen ab und wird nur zur Eingabe beziehungsweise Entnahme geöffnet. Im Lagersystem erfolgt in einer zusätzlichen Einheit die energieeffiziente Luftaufbereitung und Regeneration. Durch Umluftbetrieb wird eine konstante Luftzirkulation innerhalb des Systems sichergestellt. Da der Lagerschrank bei Raumtemperatur arbeitet, sind die Oxidationsrisiken im Vergleich zur gezielten Trocknung von MSD durch Tempern deutlich minimiert. „Wir trocknen die eingelagerten Bauteile so schonend wie möglich. Gerade bei teuren oder am Weltmarkt nur schwer erhältlichen Bauteilen ist eine schonende Trocknung extrem wichtig“, führt Wittmann weiter aus und bekräftigt: „Wir garantieren somit unseren Kunden, dass sie ihre angebotenen Lieferzeiten und Qualitäten einhalten können und das mit einem möglichst geringen Einsatz von Ersatzbauteilen.“

Lückenlose Nachverfolgbarkeit

Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Nachverfolgbarkeit der Bauteile. Der s|tower Dryflow transportiert wie alle anderen Lagersysteme von Tower-Factory die einzelnen SMD-Rollen von der Eingabeschleuse mittels Greifarm automatisch in die Lagerplätze. Bei der Einlagerung erfolgen eine automatische Barcodeerfassung (1D und 2D) und eine automatische Gebinderegistrierung. Dadurch garantiert der Hersteller, dass der Bauteilbestand mit Gebindebezug und Lagerplatz, sowie gegebenenfalls das Verfallsdatum, stets aktuell sind. Das Lesefenster im Eingabebereich ist mit den Abmaßen von 230 mm x 270 mm so groß, dass sich alle Daten problemlos erfassen lassen. Zudem ist es möglich, ein Foto in der Größe des Field of View (FoV) für die Nachverfolgbarkeit zu archivieren.

Alle gängigen Standardrollen können im s|tower Dryflow eingelagert werden. Wie die probaten s|tower-Lagersysteme kann der Newcomer auch bis zu 930 SMD-Rollen mit 7 Zoll bis hin zu 15 Durchmesser aufnehmen und ist ebenfalls in der Lage, mit Smartcarrier-Boxen die Kapazität auf bis zu 1.300 SMD-Rollen zu erhöhen. Zudem lassen sich Durchmesser und Gurtbreiten individuell konfigurieren. Alle Produkte der s|tower-Familie sind für Gurtbreiten von bis zu 72 mm konzipiert und auch für die Lagerung von nicht genormten Gebinden oder Schüttgut einsetzbar. Auch für lose Materialien sind – wenn auch optional – Smartcarrier-Warenträger erhältlich. Die 15 Zoll große Warenträgerbox fasst ein Transportgewicht von bis zu 5 kg bei maximalen Abmessungen von 390 mm x 390 mm x 78 mm. Durch den Einsatz der Smartcarrier ist es möglich, neben einzelnen SMD-Rollen auch einzelne Komponenten, SMD-Trays, Drypacks, Papprollen, loses Material oder Leiterplatten produktionsnah einzulagern. Pro 15-Zoll-Smartcarrier können beispielsweise bis zu 20 der 7 Zoll großen SMD-Rollen verstaut werden. „Mit dem s|tower Dryflow haben wir unsere Produktreihe komplettiert und können nun unseren Kunden für alle Bedürfnisse das richtige, vollautomatische Lagersystem anbieten“, freut sich Wittmann.

Zuverlässige Bauteillagerung

Tower-Factory erarbeitet individuelle Logistikkonzepte und -lösungen, die langfristig zu einem optimalen Materialfluss führen. Der Einsatz des s|tower erhöht die Prozessqualität und somit auch das Qualitätsmanagement. Das bis heute bestehende Grundprinzip des Towers ist die platzsparende Lagerung der SMD-Rollen in einer vertikalen Säule, mit gesteuertem Zugriff über einen Greifarm und Ausgabe über ein Benutzer-Terminal.