Der Blick in die vollen Messehallen und der traditionell hohe Anteil der Messebesucher von außerhalb Europas zeigen deutlich, dass sich die Messe productronica stets als die internationale Leitmesse der Elektronikfertigung bewährt. Das wird sich in diesem Jahr noch weiter verstärken: Dieses Jahr feiert die productronica 40 Jahre Elektronikfertigung. Sie ist als spin-off der electronica im Jahr 1975 angetreten, um die gesamte Prozesskette der Elektronikproduktion abzubilden und damit den Herstellern von Komponenten, Maschinen und Anlagen eine eigene Plattform zu bieten. Die productronica ist somit ein „Urgestein“: ein Marktplatz für Technologiekompetenz, Showcase für Innovationkraft und Treffpunkt für Entscheider. Sie ist bis heute die wichtigste Messe für den Elektronik-Maschinenbau und damit ein „Muss“ für die Branche.

Die derzeit gute Konjunktur untermauert zusätzlich den Stellenwert der Messe: Der aktuellen Geschäftsklimaumfrage des VDMA Fachverbandes Productronic zufolge erwarten die deutschen Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Elektronikproduktion einen Umsatzzuwachs von 2,8 Prozent für das laufende Jahr und ein Umsatzwachstum von 6,3 Prozent für 2016. Dieser positive Trend zeichnet sich auch bei der Ausstellerteilnahme zur diesjährigen productronica ab. Zudem gibt es Länderbeteiligungen aus Bulgarien, China, Estland, Frankreich, Großbritannien, Marokko, Niederlande, Österreich, Ungarn und den USA. Daher rechnet die Messe München damit, dass sich rund 1200 Aussteller und rund 38.000 Besucher aus aller Welt auf der productronica ein Stelldichein geben:

Weitblick: Neue Clusterstruktur

Um „fit“ für das Jubiläum zu sein, hat sich die Weltleitmesse einer Verjüngungskur unterzogen und sich neu strukturiert. Schließlich befindet sich die Elektronikfertigungsbranche im stetigen Wandel. Die Anforderungen an die Fertigung ändern sich, Schwerpunkte werden neu gesetzt und Zukunftsmärkte kommen hinzu. Die Weltleitmesse productronica hat daher in enger Zusammenarbeit mit Ausstellern und Verbänden die Veranstaltung optimiert: Eine neue Cluster-Struktur ermöglicht den Überblick über die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronikfertigung. Diese neue Struktur spiegelt sich auch in der Hallenaufteilung wider: die einzelnen Segmente sind klarer gebündelt und der Messebesuch lässt sich so effizienter gestalten. Wenn die productronica ihre Tore öffnet, dann wird es lediglich fünf Ausstellungsbereiche geben: PCB & EMS, SMT, Semiconductor, Cables, Coils & Hybrids und Future Markets

Auch die Veranstaltungsforen wurden neu konzipiert: Zukünftig gibt es für jedes Cluster eine eigene Speakers Corner in den Hallen A1, B2 und B3. In Halle B1 ist wie schon zu den letzten Veranstaltungen der PCB & EMS Marketplace diesen beiden Branchen gewidmet.

1. Premiere: productronica innovation award

Fortschritt entsteht bekanntlich durch viele kleine Verbesserungen, die das eigene Produkt, das eigene Unternehmen im Wettbewerb Schritt für Schritt nach vorne bringen. Und so wundert es nicht, dass es gerade in der Elektronikfertigung einige kreative Köpfe gibt, die Ideen und Konzepte clever in Maschinen, Produkte und Systeme umsetzen. Der erstmals ausgelobte productronica innovation award, der in enger Kooperation zwischen Messe München und der Fachzeitschrift Productronic aus der Taufe gehoben wurde, zeigt das große Potenzial, das entlang den Fertigungsprozessen noch zu finden ist. Immerhin haben zahlreiche Aussteller die Gelegenheit genutzt und sich mit interessanten, manchmal auch genialen Innovationen für den ersten unabhängigen Preis der Elektronikfertigung beworben. Die Finalisten stehen fest und die Shortlist ist gar nicht so short – die Jury hatte Mühe, sich zu entscheiden und festzulegen ob der vielen interessanten Einreichungen. Das zeigen die Statements der hochkarätigen Jury recht eindrucksvoll.

2. Premiere: IT2Industry

Eine weitere Premiere ist IT2Industry: Erstmals findet die Fachmesse und Open Conference für intelligente, digital vernetzte Arbeitswelten parallel zur productronica statt. Das industrielle Internet der Dinge ändert die Voraussetzungen für Produktion und Fertigung grundlegend. Die Produkte und Services, die parallel zur productronica auf der IT2Industry präsentiert werden, bilden das Bindeglied zwischen der klassischen Fertigung und Industrie 4.0.

3. Premiere: Robotik

Erstmals nimmt die productronica die Robotik in das Messeprogramm auf: Neben „klassischen“ Robotikanwendungen hält die Mensch-Roboter-Kollaboration bereits Einzug in der Elektronikfertigung – mindestens bei der Montage von Baugruppen in Gehäuse oder im Bereich Forschung und Entwicklung. Noch spannender ist der Einsatz bei der Bauelemente- oder Baugruppenfertigung. Hier werden derzeit Grenzen ausgetestet – für die productronica wird die Vorstellung von neuen Maschinenlösungen erwartet. Fest steht, dass die Elektronikfertigung für die Robotik großes Potenzial hat und Roboter mehr als je zuvor auch in der Elektronikfertigung zum fundamentalen Bestandteil der Produktion werden – und damit die Branche, Unternehmen und den Wettbewerb enorm beeinflussen werden. Die productronica hat sich deshalb dazu entschlossen, mit einem eigenen Schwerpunkt zur weiteren Entwicklung der Robotik im Bereich Elektronikfertigung beizutragen. Unter anderem mit Epson, Stäubli, IAI und AEB stellen bereits die ersten renommierten Robotikhersteller auf der diesjährigen Veranstaltung aus.

Industrie 4.0 visuell erleben

Wie wird die Elektronikproduktion in den nächsten Jahren aussehen? In jedem Fall wird man sich der heute schon beschworenen Industrie 4.0 erheblich angenähert haben. Flexible Prozessautomation, sichere und lückenlose Rückverfolgung und Null-Fehler-Produktion sind da Eckpfeiler, die den Weg zur Fabrik der Zukunft ebnen, in der Maschinen und Produkte über Internettechnik vernetzt, kommunizieren. Auf diese Weise sollen sich nicht nur deutliche Produktivitätssteigerungen ergeben, sondern es wird auch möglich werden, hochgradig individuelle Produkte hochautomatisiert herzustellen – und zwar ab Losgröße 1. Industrie 4.0 ist also ein Innovationstreiber der Wirtschaft und zwingt die Industrie heute schon zum Umdenken.

Diesen Gedanken greift auch der Veranstalter auf: Produktions-Innovationen aus den fünf neuen Clustern erlebbar machen – unter dieses Motto stellt die productronica ihre Sonderschau „Electronics.Production.Augmented.“. Die Weltleitmesse für Elektronikfertigung zeigt damit auch das Trendthema Industrie 4.0 unter einem neuen Aspekt: Besucher sollen die bisher verborgenen Abläufe, die Maschinen und Werkstücke in der Produktion aushandeln und die Einbindung des Menschen in Industrie 4.0 live und visuell erleben können – mithilfe von Augmented und Virtual Reality an fünf ausgewählten Elektronikfertigungsmaschinen.

Feuerwerk der Innovationen

Die Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von Elektronik setzt neue Maßstäbe mit einer Vielzahl an Innovationen. Neben einer neuen Clusterung, einer Award Premiere und einem neuen Forenkonzept findet erstmals parallel zur productronica die IT2Industry, die Fachmesse und Open Conference für intelligente, digitale vernetzte Arbeitswelten, statt. In den Fokus gestellt werden diesmal die Themen Industrieelektronik, Automotive und PCB & EMS. An eigenen Thementagen finden dazu zahlreiche Vorträge sowie jeweils Roundtable-Gespräche mit Vertretern aus Wirtschaft und Industrie statt.