Die Ladestationen der deutschen OEMs werden mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet.

Die Ladestationen der deutschen OEMs werden mit dem Combined Charging System (CCS) ausgestattet. Daimler

Um die Langstreckentauglichkeit von E-Autos zu erhöhen, plant die Automobilindustrie, die kaum vorhandene Ladesäuleninfrastruktur auszubauen. Dazu haben sich die deutschen Automobilkonzerne BMW, Daimler und VW sowie der amerikanische Autobauer Ford zusammengetan und wollen ab 2017 das Netz erweitern. Das geplante Netzwerk soll entlang von Autobahnen und hoch frequentierten Durchgangsstraßen verlaufen. Zu Beginn sind Ladesäulen an rund 400 Standorten geplant, bis 2020 sollen mehrere Tausend Hochleistungs-Ladestationen entstehen.

Das Ladenetz soll auf dem Combined Charging System (CCS) basieren und die bestehenden technischen Standards auf die nächste Leistungsstufe heben: Die geplante Infrastruktur soll DC-Schnellladen mit einer Leistung von bis zu 350 kW ermöglichen. Bei den bisherigen Ladeleistungen von 50 kW dauert es noch gut 20 Minuten, um 100 km Reichweite nachzuladen. Ein 350-kW-Ladesystem benötigt dagegen lediglich knapp 4 Minuten um Energie für 100 km zu übertragen. Bereits im Juni diesen Jahres stellten die E/E-Leiter der deutschen OEMs auf dem 20. Fachkongress „Fortschritte in der Automobilelektronik“ in Ludwigsburg den entsprechenden Hochleistungsstandard High Power Charging (HPC) vor.

Alle Fahrzeuge, die den CCS-Standard unterstützen, sollen markenunabhängig das Ladenetz nutzen können. Jedoch wird der Strom nicht kostenfrei erhältlich sein. Das Vorhaben der Automobilhersteller läuft parallel zu den Plänen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Der Bund stellt selber 300 Millionen Euro für eine verbesserte Ladeinfrastruktur zur Verfügung – davon zwei Drittel für Schnellladesäulen. Wie wichtig der Ausbau der Ladenetzes ist, betont auch Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von Daimler: „Der Durchbruch von E-Mobilität erfordert vor allem zwei Dinge: überzeugende Fahrzeuge und eine flächendeckende Ladeinfrastruktur.“