Jürgen Amedick, Roland Bent und Gunther Koschnick während er Pressekonferenz des ZVEI auf der SPS 2015.

Jürgen Amedick, Roland Bent und Gunther Koschnick während er Pressekonferenz des ZVEI auf der SPS 2015. Redaktion IEE

In den ersten neun Monaten erzielte die Automatisierungsbranche in Deutschland einen Umsatz von 36,2 Milliarden Euro – ein Wachstum von 5,2 %. Um 7,8 % stiegen die Auftragseingänge, „ein gutes Stück mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wo das Wachstum bei 2,9 % lag“, erläuterte Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, auf der SPS IPC Drives. Auch exportiert wurde viel: Die Ausfuhren der Automationssparten Schaltgeräte, Schaltanlagen, Industriesteuerungen, Mess- und Prozessautomation sowie elektrische Antriebe stiegen von Januar bis September 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9 % auf 26,5 Milliarden Euro.

Blickt man auf die weltweite Produktion von Automatisierungstechnik, kommt der Verband für 2013 auf einen Wert von 423 Milliarden Euro (bis zum Redaktionsschluss die aktuellsten Zahlen für diesen Bereich). Deutschland hat daran einen Produktionsanteil von 9 % und belegt damit laut Bent Platz 3 nach China – mit 41 % unangefochten auf Platz 1 – und den USA (12 %).

Insgesamt zog Bent ein gemischtes Fazit: „Die Nachrichten aus unserer Branche sind gut. Sie stehen aber Meldungen über die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland und der Welt gegenüber. Das lässt uns diffus in die Zukunft blicken.“ Der osteuropäische sowie der arabische Raum sind unsichere Regionen, die Flüchtlingskrise in Europa schwer abzuwägen und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zeigt Wirkung. Für das kommende Jahr erwartet die Branche zwar wieder leichtes Wachstum, allerdings geringer als im Jahr 2015. „Keiner geht aber von einem wirklichen Abriss der Konjunktur aus“, so Bent.

Bereich ‚elektrische Antriebe‘ erwartet leichtes Wachstum

Jürgen Amedick, Vorsitzender des Fachverbands elektrische Antriebe, gab für den Bereich der elektrischen Antriebe eine ähnliche Prognose: „Wir erwarten in etwa 1,5 % mehr Umsatzwachstum als im Vorjahr.“ Negativ könnten sich eine schwächere Konjunktur in China auswirken sowie die geringe Investitionsbereitschaft in rohstoffnahen Branchen wie der Metall- und Hüttenindustrie. Chancen sieht der Verband dagegen im Geschäft mit dem exportorientierten Maschinenbau. Dieser profitiere von einem günstigen Wechselkurs. „Auch im kommenden Jahr sollte ein geringes positives Wachstum drin sein“, lautete Amedicks Resümee.

2015 stieg der Auftragseingang im Bereich elektrische Antriebe von Januar bis September um 1,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ähnlich sieht es beim Umsatz aus: Er erreichte 6,9 Milliarden Euro (plus 1,7 %). Und auch der Export legte zu: Mit einem Plus von 2 % erzielte er einen kumulierten Wert von 6,1 Milliarden Euro. Allerdings schwächelte laut Amedick das Geschäft in Europa: Die Exporte in EU-Länder gingen um 0,2 % zurück, in das übrige Europa sogar um 2,6 %.