Das automatische Prüfsystem für Lichtmaschinen wurde für die Prüfung der elektrischen und elektronischen Komponenten von Kfz-Lichtmaschinen entwickelt. Die Tester sind mechanisch und softwaretechnisch für die im Rebuilding-Markt auftretende hohe Typenvielfalt ausgelegt. Ein hoher Durchsatz ist gewährleistet. Die Software ist in Lage, die Daten neuer Prüflingstypen von vorhandenen Gut-Mustern abzulernen. Die Geräteserie besteht aus 4 unabhängigen Systemen :



  1. Diodenplattentester

  2. Reglertester

  3. Statortester

  4. Rotortester

 Vorteile der Geräteserie:


– hohe Prüfgenauigkeit durch tägliche Verifizierung


– umfangreiche Unterstützung qualitätssichernder Maßnahmen (Gutmusterprüfung, Kalibrierung, Fehlerverifikation, Selbsttest, Statistik)


– Einsparung von Handarbeit


– wesentlich reduzierte Testzeiten im Vergleich zu manuellen Testmethoden


– zuverlässige Fehlererkennung im gesamten Lastbereich


– gesicherte Langzeitinvestition durch Kompatibilität mit neuen Fabrikaten


– Kostensenkung durch weniger Reklamationen


– Senkung der Materialkosten durch Wiederverwendung der getesteten Komponenten


– reduzierter Reparaturaufwand durch exakte Lokalisierung der defekten Bauteile


– Anwendung und Beherrschung der Sicherheitstechnik Kategorie 4


Natürlich können vorhandene Tester beim Kunden auf die neue 42V-Technik umgerüstet werden. Auf Kundenwunsch werden die neuen Lichtmaschinen-Prüfsysteme sofort mit dieser 42V-Technik ausgerüstet und sind damit für das „Power-Net“ der Zukunft bestens gerüstet.


1. Diodenplattentester


Mit dem Diodenplattentester können Diodenplatten einschließlich aller Dioden, Kondensatoren und Widerstände sowie Spannungsregler getestet werden.


Die Aufgabenstellung des Testers besteht in der Selektion defekter Diodenplatten, der Lokalisierung einzelner defekter Dioden und dem Erkennen und Finden sonstiger Defekte bei Widerständen, Kondensatoren oder Kontaktverbindungen. Bisher erfolgte die Messung in aufwändiger Handarbeit. Die Prüfung erfolgt innerhalb eines Belastungsbereiches, der den realen Einsatzbedingungen entspricht bzw. Extrembelastungen simuliert. Damit wird verhindert, dass defekte oder vorgeschädigte Komponenten zum Einsatz kommen.


Die Simulation der realen Bedingungen erfolgt mittels einer rechnergesteuerten Hochstromquelle. Das Gerät liefert die frei programmierbaren Laststromsequenzen im Bereich bis 70 A und Spannungen bis 100 V. Zur Speicherung der Prüfprogramme, der Steuerung des gesamten Prüfablaufs und zur statistischen Erfassung der Messergebnisse wird ein Industrie-PC eingesetzt. Die System-Software wurde für eine einfache und zuverlässige Bedienung optimiert. Der Start des Prüfablaufs erfolgt automatisch nach Einlegen des Prüflings in den Adapter. Bei Bedarf können alle Messwerte detailliert dargestellt werden.


Ein Adaptersystem ermöglicht die Prüfung unterschiedlicher Bauteiletypen durch Wechseln der Adaptereinsätze. Durch optimale Gestaltung der Adapter und sofort zur Verfügung stehende Programme dauert dieser Wechsel weniger als 1 Minute! Unser umfangreicher Adapterkatalog enthält alle Informationen zur Spezifikation der jeweils benötigten Wechseladapter – Einsätze. Diese Einsätze können wir auch typbezogen liefern.


Der Diodenplattentester kann mit geringem Aufwand zum Kombitester aufgerüstet werden, der dann die Funktionalität des Reglertesters mit beinhaltet.


2. Reglertester


Der Reglertester gestattet den zeitoptimierten Test von Spannungsreglern für Lichtmaschinen unter praxisnahen Bedingungen. Getestet werden das statische und dynamische Verhalten des Reglers, die Sicherheitsfunktionen, die Freilaufdiode, sowie eine große Anzahl von Zusatz- und Sonderfunktionen. Die Kontaktierung erfolgt mit speziellen Testadaptern oder mit Kabeln. Beim Test wird eine exakte Aussage über die Funktion des Reglers getroffen. Zusätzlich werden auch hier Indizien für spätere Ausfälle erfasst und ausgewertet. Die typische Testzeit für einen Regler beträgt 5 Sekunden! Von der komfortablen Nutzeroberfläche aus können Programme zum Test der Regler, zum Erstellen und Ändern von Prüfprogrammen und zur Ausführung von Statistik- und Hilfsfunktionen gestartet werden. Im Fenster „Sonderfunktionen“ werden die Parameter für den Test der Sonderanschlüsse des Reglers (Ladekontroll-Leuchte, Batterie, Computer) eingestellt. Ein Panel enthält zusätzliche Sonderoptionen zur Messung des Regelverhaltens und zum Test der Lampenfunktion.


Im Normalfall erfolgt das Erlernen eines neuen Reglertyps weitgehend automatisch. Die Testdaten können dabei sowohl manuell eingestellt, als auch von einem Musterteil abgelernt werden. Abgelernte Parameter lassen sich bei Bedarf nachträglich manuell ändern.


3. Statortester


Im Statortester werden die Wicklungen unter realen Bedingungen geprüft, d.h. wie in der Maschine selbst werden u.a. mittels Rotor bis 160 A erregt und das zeitliche Verhalten der Ausgangsspannungen analysiert. Fehlerzustände (wie z.B Kontakt- oder Isolationsfehler und Wicklungsschlüsse) werden sicher erkannt. Als Besonderheit kann eine Prüfung auch unter Einbeziehung einer angeschlossenen Diodenplatte erfolgen, was ein Disassembling erspart. Die Diodenplatte wird dazu in geeigneter Weise arretiert. Durchlaß- und Sperrverhalten der Dioden werden mit geprüft. Mit Hilfe von elektrisch-mathematischen Auswertungen sind eine Reihe von wichtigen Informationen abrufbar, die auf Kundenwunsch auch weiter spezifiziert werden können. Die Prüfparameter sind in weiten Bereichen einstellbar. Die Umrüstung des Statortesters auf andere Stator-Prüflingstypen kann innerhalb von 1-2 Minuten durch Wechsel von Adapterteilen erfolgen.


Die Einrichtung neuer Typen erfolgt halbautomatisch. Nach Festlegung der elektrisch-mechanischen Daten und des entsprechenden Adapterwechsels werden einzelne Testschritte erprobt und die Testdaten in der Programmdatei modifiziert, bis korrekte Parametereinstellungen gewährleistet sind. Bei der Erzeugung eines neuen Programms werden für alle Parameter Standardwerte eingestellt, die in der Regel nicht verändert werden müssen. Die Tasten für die Prüfschritte befinden sich in der Mitte des Programmfensters und sind nur im Einrichtbetrieb aktiv. Bei jedem Start eines Prüfschrittes werden die Programmdaten automatisch gespeichert. Die Testergebnisse werden angezeigt.


Folgende Monitoranzeigen sind möglich:


– Testergebnis wird angezeigt (grünes Feld = OK, rotes Feld = Fehler, mit genauer Fehlerinformation)


– Anzeige von 4 Fehlerklassen und damit Vorsortieren fehlerhafter Teile möglich


– Einblenden von 2 Diagrammen: Spannungs-Zeitfunktion beim Belastungstest (rot) zugehörige Korrelationskurve (blau)


– in einem besonderen Feld werden alle Test-Detailinformationen protokolliert


– Festhalten der Anzahl nach: Gesamtstückzahl, mit gut bewertet, mit schlecht bewertet


– Sammeln der zur statistischen Auswertung erforderlichen Daten


– bei Fehlern im Testlauf (fehlerhafte Kontaktierung) kann der Test manuell unterbrochen werden.


Eigenüberwachung des Testers:


Während des Testprogramms werden alle wichtigen Betriebszustände überwacht und im Fehlerfall angezeigt:


– die 3 Netzphasen L1, L2, L3


– die 3 internen 24 V- Versorgungsspannungen


– die Druckluft in den Grenzen 4 bis 6 bar


– die Motortemperatur


– das Einrasten des Plattenträgers (wenn benutzt)


– die Endlagen der Pneumatikzylinder


Im Normalbetrieb wird jeweils zu Testbeginn das sichere Schließen der Schutzhaube überwacht. Diese Überwachung erfolgt mit Schutztürwächter und Sicherheitsschalter durch mechanische Verriegelung und elektrische Entriegelung. Erst nach Erreichen des Sicherheitszustandes sind sicherheitsrelevante Funktionen möglich. Die Freigabe der Schutzhaube wird dann mit Stillstandswächter und Endlagen-schalter ermöglicht. Das Öffnen der Tür des Arbeitstisches und das Trennen der Verbindungsstecker vom Schrank zum Arbeitstisch wirkt wie NOT-AUS.


Technische Daten des Statortesters:


Bei einer Umgebungstemperatur von 10 bis 35 Grad C, rel. Luftfeuchte 30 … 80 % gelten folgende Werte:


• Sperr- und Isolationsprüfungen : 10 … 350 V


• Einstellfehler Sperr- und Iso.Spannung : -10 … + 10 %


• max.Sperr- und Iso.-Strom : 0 … 2 mA


• Messfehler Sperr- und Iso.-Strom : -10% – 10 μA … +10% +10 μA


• Laststrom B+ : 10 … 160 A


• Einstellfehler Laststrom B+ : -5 … + 5 %


• Laststrom D+ : 1 … 20 A


• Einstellfehler Laststrom D+ : -5 … + 5 %


• Messbereich Spannungen B+, D+ : 0 … 50 V


• Messfehler Spannungen B+, D+ : -5 … + 5 %


• Messfehler Frequenz, Drehzahl : -1 … + 1


4. Rotortester


Der Rotor-Tester besteht aus dem Adaptiersystem mit Berührungsschutz (Schutzhaube mit Sicherheitsschalter), einem 19“-Tischgefäß zur Integration der Steuer- und Messtechnik , sowie einem Industrie-PC. Die Kontaktierung der Prüflinge erfolgt pneumatisch bzw. manuell mit Zweihandbedienung. Wechselaufnahmen für 6 verschiedene Läufertypen mit Schnellspannverschluss, sowie eine Antriebssteuerung für die Längenmesseinrichtung vervollkommnen diese Gerätekonfiguration. Je eine Spannungsquelle 40 V/ 25 A bzw. 10 V/ 100 mA sind vorgesehen. Die TLE-Messhardware dient der komfortablen Auswertung der durchgeführten Tests.


Wichtige Test-Parameter sind Wicklungsgüte, Isolation und Schleifringdurchmesser. Dabei auftretende Fehlerzustände werden optisch und akustisch signalisiert. Bei einer definierten Anzahl nacheinander auftretender Fehler wird ein Maschinenstopp ausgelöst.


Die hohe Qualität unserer Test-Systeme führt in Abhängigkeit von der Stückzahl in etwa 6 – 18 Monaten zu einer Amortisation der Investition.