Crash-Test im Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit

Crash-Test im Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit Daimler

Unfälle durch den Einsatz von Assistenzsystemen in der Schwere zu reduzieren oder möglicherweise ganz zu vermeiden, ist das große Ziel. Das Technologiezentrum Fahrzeugsicherheit bietet dafür die notwendigen Platzverhältnisse, so misst die längste Crashbahn mehr als 200 m. Insgesamt sind fünf Crashblöcke vorhanden, wovon einer im Raum flexibel verfahrbar und ein weiterer um die Hochachse drehbar ist. Zusammen mit einem mobilen Trennwandsystem ermöglicht die Anlage den gleichzeitigen und unabhängigen Betrieb von bis zu vier Crashbahnen. Dank des neuen Betriebskonzeptes und des flexiblen Anlagenlayouts können im Jahr rund 900 Crashtests durchgeführt werden. Hinzu kommen etwa 1.700 Schlittenversuche pro Jahr.

Ein großer, säulenfreier Bereich eignet sich zum Beispiel für die Erprobung von Pre-Crash Systemen in der Vorunfallphase oder auch für Fahrzeug-Fahrzeug-Versuche. Dabei kann das getestete Fahrzeug auf herkömmliche Weise durch ein Zugseil angetrieben werden. Außerdem wird daran gearbeitet, dass sich die Testwagen in Zukunft mit eigener Motorkraft frei programmierbar, unabhängig von der Seilzuganlage, bewegen können.

Frei programmierbares Fahren in der Crashhalle

Hinzu kommen Versuche zur Erprobung von aktiven Fahrassistenzsystemen mit Brems- und Lenkeingriff. Dazu kann ein mobiler Crashblock entsprechend auf der Winkelfläche positioniert werden. Das Fahrzeug wird per Seilzug oder durch den eigenen Motor angetrieben. Ein Regelsystem ermöglicht im Fall des eigenen Antriebs eine frei programmierbare Bewegung des Testfahrzeugs. Standardfahrmanöver wie Fishhook (Ausweichmanöver mit Wanktest zur Bestimmung der Überschlaggefahr), Spurwechsel oder Ausweichmanöver lassen sich ebenfalls darstellen.

Die Anlage ist darauf vorbereitet, dass sich die Testfahrzeuge auch ohne ein Zugseil in der Halle frei mit eigenem Antrieb bewegen. Voraussetzung dafür sind gebäudeseitig ein Orientierungssystem und fahrzeugseitig der Zugang zu Gas, Bremse und Lenkung. Letzterer ist über eine dafür definierte Schnittstelle möglich – und zwar ohne dass ein Lenk- oder Schaltroboter an Bord ist, der den Crashtest-Dummys den Platz wegnehmen würde.