Es gibt viele Gründe jenseits des reinen Bequemlichkeits-Aspekts, die für automatisiertes Fahren sprechen: Noch immer sterben viel zu viele Menschen im Straßenverkehr. Weltweit sind es mehr als 1,3 Millionen, die so jedes Jahr ihr Leben verlieren. Und das ist nur eine der großen Herausforderungen, vor denen Technologieunternehmen für Mobilitätslösungen stehen. Mit dem zunehmenden Verkehr gewinnt auch die Frage nach den Emissionen ständig an Bedeutung. Ganz besonders gilt das für Ballungszentren, in denen immer mehr Menschen leben werden. Schon in wenigen Jahrzehnten wird nach einzelnen Prognosen möglicherweise die Hälfte der Weltbevölkerung in Megacities wohnen. Wenn ein solches Leben nicht von Feinstaubmasken und NOx-Alarm geprägt sein soll, dann muss sich die Mobilität wandeln.

Eckdaten

Unterschiedliche Ausprägungen des automatisierten Fahrens (AD,  Automated Driving) ermöglichen nahtlose Übergänge zwischen den einzelnen Reiseabschnitten und Verkehrsmitteln. Aus heutiger Sicht wird ein AD-System der Stufe SAE/VDA 5 driver-less/fahrerlos der nächste Schritt sein, um eine nahtlose Mobilität mit fließenden Übergängen zwischen dem jeweils komfortabelsten Verkehrsmittel einer Reise zu unterstützen.

Der Pulsschlag dieser großen Lebensräume ist der Mix aus Pendeln zwischen Wohnung und Arbeit sowie Freizeitverkehr. Heutzutage stehen die meisten Fahrer dabei jedoch im Stau. In London droht bereits heute schon der Verkehrsinfarkt. Bei einer aktuellen Durchschnittsgeschwindigkeit von 7,8 Meilen pro Stunde kann man in der britischen Hauptstadt kaum noch von automobiler Mobilität sprechen. Im Gegenteil: Dort ist man de facto wieder auf dem Temponiveau von Pferdefuhrwerken des ausgehenden 19. Jahrhunderts angelangt. Für Megacities auf anderen Kontinenten sehen die Stauzahlen sogar noch schlimmer aus. Um die individuelle Mobilität zu erhalten und weiter auszubauen, sind daher neue Lösungen vonnöten.

Zusätzlich ist die demografische Entwicklung eine weitere Herausforderung, denn unter den Autofahrern wächst der Anteil älterer Menschen. Nicht immer ist die Entscheidung, weiter selbst am Steuer zu sitzen ganz freiwillig: Im ländlichen Japan beispielsweise sind die Menschen oft gezwungen, bis ins hohe Alter selbst Auto zu fahren, weil es keine andere Möglichkeit gibt, mobil zu sein. Dort leben heute schon nicht mehr genug Jüngere, die als Taxifahrer arbeiten könnten. Nun sind wir in Deutschland von solchen Verhältnissen noch weit entfernt, aber jenseits 2030 werden auch hier mehr Menschen in Rente sein als einer Erwerbsarbeit nachgehen. Diese Entwicklung verändert auch die Anforderungen an die Technik der Mobilität.

Automatisiertes Fahren benötigt eine Vielzahl an beteiligten Komponenten: entlang der logischen Kette Sense-Plan-Act.

Automatisiertes Fahren benötigt eine Vielzahl an beteiligten Komponenten: entlang der logischen Kette Sense-Plan-Act. Continental

Automatisiertes Fahren nach Maß, Schritt 1: Ab der Haustür

Einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Fahrer und zu einem insgesamt effizienteren Verkehrsfluss mit weniger kritischen Situationen und Unfällen wird die Technologie des automatisierten Fahrens (AD – Automated Driving) leisten. Das Augenmerk gilt hier vor allem dem vollautomatisierten Fahren entsprechend der aktuellen SAE/VDA-Definition Level 4 sowie des Level 5 driver-less/fahrerlos. Level 4 bezeichnet vernetzte Fahrzeuge, die in bestimmten Fahrumgebungen in der Lage sind, die Fahraufgabe komplett zu übernehmen. Der Fahrer kann sich damit anderen Tätigkeiten zuwenden und die Reisezeit sinnvoll nutzen. Im Projekthaus Automatisiertes Fahren bei Continental nutzen die beiden Projekte Cruising Chauffeur und Self Driving Car eine gemeinsame Technologiebasis sowie zahlreiche weitere Technologien aus dem breiten Spektrum des Continental-Konzerns, um die verschiedenen Level zu realisieren. Welche technischen Voraussetzungen dabei erfüllt sein müssen, macht eine fiktive Autofahrt von Hamburg nach München deutlich.

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