Obwohl der Verpackungsmaschinenmarkt auch für die kommenden Jahre auf ein sattes Wachstum hoffen kann, werden zukünftig weniger Automatisierer von diesem partizipieren. Davon ist man bei Elau überzeugt. Dr. Thomas Cord, Vorstandsvorsitzender bei Elau, berichtet über die Gründe einer solchen Marktbereinigung und wie sich sein Unternehmen darauf vorbereitet.


Der Verpackungsmaschinenmarkt hat gerade in den letzten Jahren für eine Vielzahl von Automatisierern an Attraktivität gewonnen. Kurze Innovationszyklen sowie ein enormer Anstieg des Anteils an Antriebs- und Automatisierungskomponenten boten und bieten viel Raum für innovative Motion Control- und Steuerungslösungen. Genau die Vielfalt der Lösungen könnte nach Ansicht von Dr. Thomas Cord dazu führen, dass sich dieser Markt bereits mittelfristig für viele Anbieter verschließen wird. Cord, seit September dieses Jahres Vorstandsvorsitzender der Elau AG in Marktheidenfeld, ist bereits seit 1998 mitverantwortlich für die Produktstrategie des Unternehmens.


Herr Dr. Cord, welche Trends zeichnen sich derzeit bei Verpackungsmaschinen ab?


Auf Grund der steigenden Vielfalt von Verpackungen und dem Trend zur Produktion kleinerer Losgrößen ist heute die Flexibilität einer Verpackungsmaschine ebenso wichtig wie ihre Geschwindigkeit. Durch diesen Paradigmenwechsel gehören starre mechanische Maschinenkonzepte der Vergangenheit an.


Wie reagiert Elau auf diese Trends?


Wir haben mit Pac Drive die Basis für vollelektronische Maschinen – so genannte Maschinen der dritten Generation – geschaffen. In Zukunft werden wir mehr und mehr Maschinenfunktionalitäten als Standard-Software abbilden. Mit vorgefertigten Software-Lösungen in Kombination mit unserer skalierbaren Hardware entsprechen wir den Forderungen des Marktes nach Reduzierung der Entwicklungs- und Betriebskosten.


Sie haben eine Antwort für den Maschinenbau, aber wie reagiert man auf Betreiberseite auf die wachsende technologische Komplexität?


Die Enduser versuchen bereits heute, die Vielfalt ihres Equipments zu minimieren und weltweite Standards zu kreieren. Die Folge wird sein, dass in Zukunft nur noch Automatisierungs-Lieferanten mit einer großen Marktakzeptanz eine Zulassung bei den global agierenden Konzernen der Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharma-Industrie erlangen können. Wir erwarten, dass – ähnlich wie im Werkzeugmaschinenbau – in absehbarer Zeit weltweit nur noch drei bis vier Player am Markt bestehen können.


Wie will Elau den Sprung in den Kreis der Erlauchten schaffen?


Wir haben uns konsequent auf den Packaging-Markt fokussiert und sind Technologieführer in diesem Zielmarkt. Auf dieser Basis haben wir bereits in den vergangenen Jahren Kontakte zu Endanwendern in den USA und Europa aufgebaut. Durch die Einbindung in die Infrastruktur von Schneider Electric bieten sich uns heute Zugangsmöglichkeiten in Ländern, wo wir bisher nicht vertreten waren. Außerdem werden wir die hervorragenden Kontakte von Schneider Electric zu den großen Konzernen der Konsumgüterindustrie nutzen, z. B. zu Procter & Gamble, Nestlé, Unilever oder Danone. Daneben engagiert sich Elau stark in den regionalen Organisationen und Gremien der Verpackungsindustrie, z. B. OMAC, VDMA oder PMMI.


Wie sehen Sie generell die Entwicklung des Packaging-Marktes in den kommenden Jahren?


Die Investitionen in neue Verpackungsmaschinen werden – wie in der Vergangenheit – auch in den kommenden Jahren kontinuierlich wachsen. Außerdem steigt der Automatisierungsgrad der Maschinen weiter an, so dass ein stetiges überdurchschnittliches Wachstum unseres Marktes zu erwarten ist. Insbesondere in Asien und Lateinamerika wird in den kommenden Jahren in moderne Verpackungstechnik investiert werden.


Wo setzen Sie in den nächsten Jahren regionale Schwerpunkte?


Wir werden in Kooperation mit Schneider Electric in Asien und Lateinamerika Servicestützpunkte aufbauen, aber auch unsere Aktivitäten in Europa und Nordamerika deutlich ausweiten. Speziell die Verpackungsindustrie in Nordamerika ist auf Grund der geografischen Größe sehr anspruchsvoll. Hier wollen wir Maschinenbauer mit einem exzellenten Engineering-Support und After-Sales-Service überzeugen.


 


829sps2005