„Ich erwarte,  dass durch die immer stärkere Durchdringung der Fahrzeuge mit Assistenzsystemen und die zunehmende Automation die Häufigkeit von Schäden rückläufig sein wird“, sagt Joachim Müller,, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungen. Er geht jedoch davon aus, dass autonome Fahrsysteme erst langfristig spürbare Effekte in der Branche haben werden. Eine für den Automotive-Bereich typische Entwicklung: „Im Gegensatz zur Elektronik, wie zum Beispiel bei Handys, dauert es bei Fahrzeugen sehr lange, bis sich der Bestand der Fahrzeuge erneuert“, erläutert Müller. Deshalb durchdrängen neue Technologien den Verkehr nur schrittweise, Entwicklungen zögen sich über mehrere Jahre hin.

Christian Müller, Vorstandvorsitzender der Allianz Versicherungen, geht davon aus, dass mit der Zunahme von autonomen Fahrzeugen die Unfallhäufigkeit im Verkehr langfristig zurückgeht

Joachim Müller, Vorstandvorsitzender der Allianz Versicherungen, geht davon aus, dass mit der Zunahme von autonomen Fahrzeugen die Unfallhäufigkeit im Verkehr langfristig zurückgeht. Allianz

„Grundsätzlich kann man sagen, dass zukünftig die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Assistenzsysteme die Versicherungsprämie mitbestimmen werden“, so Joachim Müller. Er denkt, dass der Aufwand der Versicherungen für die Schäden tendenziell steigen wird. Vor allem Sensoren, wie zum Beispiel Radarsensoren oder Kamerasysteme, machten Reparaturen in Einzelfällen deutlich teurer. „Kurz- und mittelfristig ist denkbar, dass die erhöhten Schadendurchschnitte die sinkenden Schadenhäufigkeiten überkompensieren, sodass die Schadenaufwände insgesamt durchaus steigen könnten“,  sagt der Allianz-Vorstandsvorsitzende.

Hinzu kommen Schäden, die nicht durch die Automatisierung beeinflusst werden. Das betrifft beispielsweise Glasschäden, Elementarschäden wie Hagel aber auch Diebstahlrisiken. Mittelfristig werde die verringerte Unfallhäufigkeit jedoch zu Buche schlagen, ist  Joachim Müller überzeugt:  „Ich gehe davon aus, dass die Kfz-Versicherung für unsere Kunden vielfach günstiger werden wird.“