Norbert Scholz, Geschäftsführer Technik und Vertrieb bei Baumüller: „Kosten- und zeitoptimiertes Engineering in Verbindung mit hoher Nutzerfreundlichkeit sind zentrale Themen unserer Entwicklung.“

Norbert Scholz, Geschäftsführer Technik und Vertrieb bei Baumüller: „Kosten- und zeitoptimiertes Engineering in Verbindung mit hoher Nutzerfreundlichkeit sind zentrale Themen unserer Entwicklung.“Baumüller

Aufgrund der voranschreitenden Modularisierung im Maschinenbau gewinnt das Engineering stetig an Bedeutung. „Wir bei Baumüller innovieren deshalb seit langem unser Softwareangebot – kontinuierlich,“ betonte Norbert Scholz, Geschäftsführer Technik und Vertrieb bei Baumülller, auf der SPS IPC Drives und führt das Engineering Framework Promaster als Beleg an – eine Tool-Suite, das die Programmierarbeit reduzieren, schnellere Time-to-market ermöglichen und für durchgängige Qualität der Software gewährleisten soll. Aktuell erweitert der Nürnberger Antriebshersteller das Framework um ein globales Oszilloskop, das die Diagnosefähigkeit von Maschinen über mehrere Achsen ermöglicht. „Die Echzeit-Darstellung von relevanten Prozessdaten aus unterschiedlichen Endgeräten, ist eine echte Hilfe bei der Fehlersuche und Maschinenoptimierung vor Ort,“ so Scholz.

Zentrale Diagnose und Optimierung trotz dezentralem Aufbau

Globales Oszilloskop: Die zeitsynchrone, Darstellung von Parametern aus unterschiedlichen Geräten steigert die Diagnosefähigkeit der Maschine.

Globales Oszilloskop: Die zeitsynchrone, Darstellung von Parametern aus unterschiedlichen Geräten steigert die Diagnosefähigkeit der Maschine.Baumüller

Das globale Oszilloskop erlaubt das Aufzeichnen und gleichzeitige Darstellen von Variablen aus Steuerung und Antriebsystemen via Feldbus. Dazu speichern die Geräte die entsprechenden Variablen in einem Zwischenspeicher, die dann mit einem Zeitstempel versehen von der Steuerung ausgelesen werden. Im Engineering Framework oder Parametriersoftware Pro Drive kann mit der Lösung beispielsweise in Echtzeit-2D der komplette Ablauf eines G-Codes dargestellt werden. „Diese Methode macht eine aufwendige Abstimmung mit zusätzlichen Systemen obsolet“, zeigt Scholz den Vorteil in Richtung Engineering auf.

Außerdem wird der Softwarebaukasten zur Messe mit einer weiteren Bausteinbibliothek erweitert: Koordinate Motion integriert die PLCopen-Funktionsbausteine mit bahnorientierten Bewegungsfunktionen und ermöglicht damit CNC-Funktionen ohne separate Hardware zu implementieren.

Modulare Maschinen brauchen kompakte Servos

Modularisierte Maschinenkonzepte brauchen dezentrale Antriebskonzepte wie die neue Baureihe b maxx 2500.

Modularisierte Maschinenkonzepte brauchen dezentrale Antriebskonzepte wie die neue Baureihe b maxx 2500.Baumüller

Die Modularität in der Software findet in der Hardware ihre Fortsetzung in Form des neuen dezentralen Antriebskonzepts B Maxx 2500 – eine Kombination aus der Umrichter-Serie B Maxx 3000 und den Servomotoren-Baureihen DSD, DSP und DSC. Die Antriebe sind bis zu einer Leistung von 6,3 kW und 20 Nm Nenndrehmoment erhältlich und liefern bis zu 105 Nm maximales Stillstandsmoment. Die Eingangsspannung beträgt 760 V. Die Antriebe sind für Schutzklasse IP65 ausgelegt und mit drei verschiedenen Anschlusstechnologien verfügbar: mit Hybridkabel, Verteilerbox oder Stecker. Als Ableger der Standard-Umrichter verfügt das dezentrale Antriebskonzept über integrierte Sicherheitstechnik und Echtzeit-Ethernet-Kommunikation. Damit bietet der Nürnberger Hersteller von Antriebs- und Automatisierungslösungen eine flexible und kompakte Lösung für die Verpackungsindustrie, die Textilindustrie, die Logistik und als Hilfs- und Nebenantrieb für zahlreiche weitere Industriezweige.

Engineering von morgen: Austausch unter Wettbewerben

Damit Kunden flexibel und ohne Hürden ihre modularen Maschinenkonzepte umsetzen können, setzt Baumüller auf Offenheit ihres Frameworks und intuitive Bedienung. Dazu Scholz: „So schaffen wir Chancengleichheit auch für kleine Maschinenbauer, die gerade bei uns in Deutschland eine bedeutende Kraft sind.“ Um diesen Weg auch für die Zukunft zu ebnen, engagiert sich Baumüller über die Entwicklungsarbeit hinaus in der von Dr. Rainer Stetter initiierten Engineering Community. Das Ziel: Gemeinsam  mit anderen Automatisieren effiziente Lösungen für ein zukunftsfähiges Engineering zu diskutieren.