Fast 8.000 Besucher kamen nach Nürnberg, um mit den Ausstellern über konkrete Projekte fachzu­simpeln und Aufgabenstellungen zu lösen.

Fast 8.000 Besucher kamen nach Nürnberg, um mit den Ausstellern über konkrete Projekte fachzu­simpeln und Aufgabenstellungen zu lösen.AMA Fachverband

Wer sich für optische Messtechnik oder Lasersensoren interessiert, hatte in diesem Jahr die Qual der Wahl. Denn in einer einzigen Woche fanden gleich drei Messen mit Themengebieten statt, die sich mehr oder weniger stark überschneiden: Die Laser World of Phontonics in München, die Control in Stuttgart und die Sensor+Test in Nürnberg. Klar, die Messen haben alle ihren eigenen Schwerpunkt. Und auch in den vergangenen Jahren fanden sie alle im Mai statt – die Laser allerdings im Zweijahres-Rhythmus. Aber 2011 beispielsweise, das letzte Mal mit allen drei Messen, waren sie über den ganzen Monat verteilt. Eine vergleichsweise gemütliches Messe-Hopping war kein Problem. In diesem Jahr glich der Messebesuch von so manchem Kollegen, der zwei oder sogar alle drei besuchte, einer Tour-de-Force. Dass sich diese Termin-Konstellation auch auf den Besucheransturm ausgewirkt hat, zeigen die Zahlen, die im Vergleich zum Vorjahr mit knapp 8.000 um 200 Besucher leicht zurückgingen. Holger Bödeker, Geschäftsführer von AMA Service, meinte zwar, dies könne auch an den vielen Feiertagen im Mai liegen, die potenzielle Besucher eher für einen Kurz­urlaub statt für die Messe nutzten. Dennoch gelobte er Besserung: „Für das nächste Jahr verspreche ich eine entspanntere Situation.“ Unterm Strich zeigte sich Bödeker mit der Besucherzahl zufrieden. Vor allem auch angesichts des leicht gestiegenen Anteils ausländischer Besucher auf 25 %. Positiv äußerte er sich auch über die Ausstelleranzahl: „Mit 543 Unternehmen konnte die Messe an die Jahre 2011 und 2012 anknüpfen.“ 2011 stellten 580 Firmen auf der Sensor+Test aus, 2012 waren es 536.

Der Test- Controller Q-Station 101 von Gantner ergänzt die Messmodul-Reihe Q-Series. Mit dem Gerät lassen sich die Signale in vier Speichern mit unterschiedlich konfigurierbaren Datenraten zuordnen. Außerdem sind Echtzeit- und Anwenderfunktionen des Contr

Der Test- Controller Q-Station 101 von Gantner ergänzt die Messmodul-Reihe Q-Series. Mit dem Gerät lassen sich die Signale in vier Speichern mit unterschiedlich konfigurierbaren Datenraten zuordnen. Außerdem sind Echtzeit- und Anwenderfunktionen des ContrGantner

Neuheiten umrahmen Bewährtes: Foren, Kongresse, Themenstand

Neu in diesem Jahr war, dass ein Teil der Kongresse in die Messehalle verlagert wurde. Diese waren damit allen Besuchern offen – kostenlos. Dazu gehörte das VDI/VDE-Expertenforum, das zum Thema ‚Technische Diagnose von Maschinen und Konstruktionen‘ verteilt über den zweiten und dritten Messetag Vorträge von Fachleuten aus Wissenschaft und Unternehmen beinhaltete. Außerdem konnten alle Messebesucher an frei zugänglichen Fachvorträgen teilnehmen, die in beiden Messehallen stattfanden. Ebenfalls neu war das ‚Fachforum Innovative Testing‘, in dessen Rahmen verschiedene Unternehmen in Kurzvorträgen neue Entwicklungen, Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten vorstellten.

Das Steuergerät ESX-3XL von Sensor-Technik Wiedemann ist frei programmierbar und bietet eine sogenannte C-Applikationsschnittstelle, die sicherheitsgerichtete und nicht sicherheitsgerichteten Softwarefunktionen kontrolliert trennt. Dadurch kann der Anwend

Das Steuergerät ESX-3XL von Sensor-Technik Wiedemann ist frei programmierbar und bietet eine sogenannte C-Applikationsschnittstelle, die sicherheitsgerichtete und nicht sicherheitsgerichteten Softwarefunktionen kontrolliert trennt. Dadurch kann der AnwendSTW

Die drei begleitenden Fachkongresse Sensor, Opto und IRS2 waren zwar nicht neu, haben sich dafür aber bewährt: In diesem Jahr boten sie zusammen 230 wissenschaftliche Vorträge. Inhaltlich deckten alle drei Veranstaltungen ein breites Spektrum ab: Die Referenten des Sensor-Kongresses behandelten neben physikalischen Prinzipien, Sensortechnologien und Anwendungen am letzten Messetag schwerpunktmäßig Gassensoren. Neben den Sensorelementen nahm die zugehörige Messtechnik, also Elektronik, Signalauswertung und Modellbildung, ebenfalls einen breiten Raum ein. Der Schwerpunkt des Opto-Kongresses lag in diesem Jahr auf der Modellierung gemessener Objekte im Messprozess. Der IRS2-Kongress, drehte sich um die stetig steigende Funktionalität und die sinkenden Herstellungskosten von Infrarot-Sensoren. Das ermöglicht neue Anwendungen in Industrieautomatisierung, Gebäudetechnik, Haushaltsgeräten und für sicherheitsrelevante Nutzungen. Der Kongress verlieh diesem Thema mit einer eigenen Sitzung ‚Recent Developments in IR Industry‘ einen hohen Stellenwert.

Bildverarbeitung erstmals mit dabei

Der erstmals in diesem Jahr aufgebaute ­Themenstand Bildverarbeitung in der Sensorik, Mess- und Prüftechnik war dem Veranstalter zufolge ein Erfolg.

Der erstmals in diesem Jahr aufgebaute ­Themenstand Bildverarbeitung in der Sensorik, Mess- und Prüftechnik war dem Veranstalter zufolge ein Erfolg.Redaktion IEE

Am Themenstand ‚Sensoren und Sensorsysteme in der Bildverarbeitung‘ präsentierten Unternehmen wie Stemmer Imaging, Falcon oder Tichawa Vision ebenso wie Forschungseinrichtungen, unter anderen die Technische Universität Ilmenau, ihre Produkte und Lösungen. Da der Veranstalter die Teilnehmerzahl von vornherein auf ein gutes Dutzend begrenzte, war der Stand bis auf den letzten Platz belegt. Die Atmosphäre lässt sich mit ‚zwar klein, aber fein‘ beschreiben. Der Geschäftsführer von AMA Service, Holger Bödeke, war mit der Premiere dementsprechend zufrieden: „Der gemeinsame Stand der Bildverarbeitungsbranche legte einen erfolgreichen Start hin.“

Aktuelles und Zukünftiges

Das Software-Paket ‚Chameleon‘ des Partners von National Instruments PVI Systems, ergänzt das Datenerfassungs-Tool Compact-DAQ. Die Kombination aus Chameleon und Compact-DAQ eignet sich für Druck-, Dehnungs- und Lastmessungen sowie Schwingungsmessungen.

Das Software-Paket ‚Chameleon‘ des Partners von National Instruments PVI Systems, ergänzt das Datenerfassungs-Tool Compact-DAQ. Die Kombination aus Chameleon und Compact-DAQ eignet sich für Druck-, Dehnungs- und Lastmessungen sowie Schwingungsmessungen.National Instruments

Während die eigentliche Messe den Besuchern in gewisser Weise dabei hilft, aktuelle oder aufkommende messtechnische Probleme zu lösen oder existierende Anwendungen zu verbessern, wagte National Instruments mit seinem ‚Technologieausblick 2013′ den Blick noch ein Stück weiter in die Zukunft. Kern dieses Ausblicks bildet die Erkenntnis, dass mehr (Sensor-)Daten nicht nur gesammelt, sondern vor allem sinnvoll und schnell ausgewertet werden müssen. Die Frage ist also weniger ‚Wie genau kann ich messen?‘, sondern eher ‚Kann ich die erfassten Daten schnell genug auswerten, um sie sinnvoll weiterzuverwenden?‘ Diese Thematik bildet den roten Faden für die vier Beiträge über Datenerfassung und -speicherung, aufkommende Bustechnologien und den Einfluss mobiler Technologien auf Mess- und Prüfsysteme, die in dem Werk zu finden sind. Neben der Zukunft hatte das Unternehmen aber auch die Gegenwart vor Augen. So stellte es das neue Software-Paket ‚Chameleon‘ vor, das das Datenerfassungs-Tool Compact-DAQ ergänzt. Den neuen Software-Baustein entwickelt hat das Partnerunternehmen PVI Systems. Die Kombination aus Chameleon und Compact-DAQ eignet sich für Druck-, Dehnungs- und Lastmessungen sowie Schwingungsmessungen.

Produktmanager für Kraftmesstechnik Thomas Kleckers stellte auf der HBM-Pressekonferenz mit dem CST/300 einen 47 mm langen piezoelektrischen Dehnungsaufnehmer vor.

Produktmanager für Kraftmesstechnik Thomas Kleckers stellte auf der HBM-Pressekonferenz mit dem CST/300 einen 47 mm langen piezoelektrischen Dehnungsaufnehmer vor.Redaktion IEE

Auf der Pressekonferenz von Hottinger Baldwin Messtechnik (HBM) zeigte das Unternehmen mehrere Produkte aus seinem Portfolio. Der Produktmanager für Kraftmesstechnik Thomas Kleckers stellte mit dem CST/300 einen 47 mm langen piezoelektrischen Dehnungsaufnehmer vor. Trotz der geringen Abmessungen erkennt der Sensor mit einer Empfindlichkeit von 50 pC/N Dehnungen ab 10 µm/m beziehungsweise Nenndehnungen bis 300 µm/m. Ebenso erwähnenswert ist die Montageart: Statt den üblichen zwei bis vier Befestigungsschrauben, kommt der Sensor mit einer einzigen aus. Die korrekte Montage und Kalibrierung vorausgesetzt, erkennt das Gerät die Dehnungen von Spritzgieß- oder Crimpmaschinen.

AMA Innovationspreis 2013

Der mit 10.000 Euro dotierte AMA-Innovationspreis geht in diesem Jahr zu gleichen Teilen an das 3D-Raster-Laservibrometer-Mikroskop mit einem Messstrahl von Polytec und an das optische Mikrofon ohne Membran des Unternehmens ­Xarion. Beide Entwicklungen überzeugten die Jury gleichermaßen, sowohl im Hinblick auf die jeweilige Entwicklungstiefe als auch auf deren Markt­relevanz.

Das 3D-Raster-Laservibrometer-Mikroskop ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Dr. Marcus Winter, Robert Kowarsch, Wanja Ochs, Alexander Collet, Moritz Giesen, Lars Heller und Dr. Christian Rembe (alle Polytec) und ermöglicht das Messen von dreidimensionalen Schwingungsparametern mikroskopischer Objekte in Echtzeit. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen mit drei Vibrometern, die die schwingende Oberfläche aus verschiedenen Richtungen vermessen, besteht das MSA-100-3D aus einem einzelnen Messkopf, der den vom Messobjekt in drei Raumrichtungen gestreuten einzelnen Laserstrahl analysiert und daraus die dreidimensionale Objektbewegung bestimmt. Das vermeidet Störeffekte und verbessert die örtliche Auflösung auf unter 4 µm.

Die zweite prämierte Erfindung ist ein Gewinner in doppelter Ausführung: Das optische Mikrofon ohne Membran von Dr. Balthasar Fischer (Xarion), Friedrich Reining (Knowles Electronics Austria) und Prof. Dr. Ernst Wintner (Technische Universität Wien) gewinnt den AMA Innovationspreis 2013 und bekam bereits im Februar 2013 den AMA-Sonderpreis ‚Junges Unternehmen‘. Bei dem optischen Mikrofon kommen weder eine Membran noch ein anderes mechanisches Bauteil zum Einsatz. Der Schalldruck wird optisch über die Änderung des Brechungsindex der Luft durch die Schallwellen gemessen. Der Wandler basiert auf einer Laserdiode (VCSEL) und einem Fabry-Pérot Interferometer, also zwei parallelen, teilreflektierenden Spiegeln. Das Mikrofon lässt sich von Windgeräuschen oder Körperschall kaum stören.