Der Funktionsumfang von Mapp wird laufend erweitert und steht per Update in Automationstudio zur Verfügung

Der Funktionsumfang von Mapp wird laufend erweitert und steht per Update in Automationstudio zur VerfügungB&R

Um die steigenden Anforderungen an Flexibilität, Produktqualität und Produktivität zu erfüllen, müssen Maschinen- und Anlagenbauer immer umfangreichere mechatronische Lösungen entwickeln. Parallel dazu steigt der Stellenwert der Software im Engineering-Prozess. Für den einzelnen Software-Entwickler heißt das aber nicht automatisch, dass er viele neue Funktionen entwickeln und programmieren kann. Im Gegenteil: Die Altlasten nehmen zu.

Wartung verschlingt zu viel Zeit

Je komplexer die Software, desto mehr Zeit verschlingen Wartung und Instandhaltung. „Nicht selten muss ein Entwickler ins Flugzeug steigen, um an einer Maschine im Feld Diagnosen durchzuführen und Unzulänglichkeiten auszubessern“, erklärt Christoph Trappl, Manager International Applications bei B&R. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Zeit, die bei der Entwicklung neuer Software dann fehlt.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Software-Anteil am Entwicklungsaufwand von neuen Maschinen massiv erhöht. Effizientere Werkzeuge und Methoden sind eine Maßnahme dem Engpass entgegenzuwirken.

In den vergangenen 40 Jahren hat sich der Software-Anteil am Entwicklungsaufwand von neuen Maschinen massiv erhöht. Effizientere Werkzeuge und Methoden sind eine Maßnahme dem Engpass entgegenzuwirken. B&R

Ebenso zeitraubend ist die Programmierung von Basisfunktionen: Einfache immer wiederkehrende Funktionen, wie das Laden von Rezeptdaten oder das Einrichten einer Achse müssen stets aufs Neue konfiguriert, auf die Steuerung geladen und getestet werden. „Erfahrungsgemäß entfallen bei einer neuen Maschine oder Anlage allein 50 bis 80 % der Software-Entwicklung auf Basisfunktionen“, weiß Trappl aus vielen Rückmeldungen der B&R-Kunden.

Für die Entwickler wäre es eine große Arbeits­erleichterung, wenn sich komplexe Software-Funktionen mit einfacheren und flexibleren Mitteln erstellen ließen, die Wartung bestehender Software weniger aufwendig wäre und Basisfunktionen nicht jedes Mal neu programmiert werden müssten. B&R setzt diese drei Kernanforderungen mit einem Lösungsansatz um, den modularen Mapp-Bausteinen. „Damit lässt sich Software um durchschnittlich 67 % schneller engineeren und zugleich der Aufwand für Wartung und Instandhaltung deutlich senken“, betont Trappl.

In Funktionen denken und kapseln

Grundidee von Mapp sind gekapselte Funktionen. Die Bewegung einer Achse lässt sich beispielsweise mit einem einzelnen Mapp-Modul parametrieren. Der Entwickler braucht sich in den dahinterliegenden Code nicht einzuarbeiten, da dieser umfassend getestet ist und sich nahtlos in die B&R-Automatisierungs-Software Automation Studio einfügt. Selbstverständlich entsprechen die Module gängigen Standards, wie der IEC 61131.

„Mapp verschafft den Entwicklern den nötigen Freiraum, um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren – die Innovation und den Mehrwert ihrer Maschinen.“ Christoph Trappl, B&R

„Mapp verschafft den Entwicklern den nötigen Freiraum, um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren – die Innovation und den Mehrwert ihrer Maschinen.“ Christoph Trappl, B&RB&R

Das Ziel: Ein Ingenieur, ein Roboter, ein Tag

Auch komplexe Programmierungen sind damit einfach umzusetzen. „Ein Software-Ingenieur kann mit Mapp in einem Arbeitstag einen kompletten Roboter programmieren und in Betrieb nehmen“, sagt Trappl. Dazu wird die entsprechende Mapp-Komponente einfach per Drag-and-drop in die Applikation in Automation Studio gezogen und parametriert. „Was die Basisfunktionen angeht, reduziert das den Aufwand für den Software-Ingenieur beträchtlich. Damit bleibt dem Entwickler mehr Zeit, die entscheidenden Funktionen der Maschine oder Anlage zu programmieren. Ein Maschinenbauer verdient kein Geld damit, dass seine Maschine Rezepte laden und Achsen bewegen kann. Entscheidend ist, dass er den Maschinen- oder Anlagenprozess perfekt in Software umsetzen kann, um seinen Kunden einen echten Mehrwert zu bieten“, bringt es Trappl auf den Punkt.

Mehr Freiraum für Entwickler

Die Kapselung der Funktionen mit Mapp bringt nicht nur einen Gewinn bei der Entwicklungsgeschwindigkeit, die Automatisierungs-Software lässt sich auch leichter bedienen. Während bisher unzählige Funktionsblöcke kombiniert und programmiert werden müssen, reicht ein einzelnes Modul für komplexe Bewegungsabläufe. „Das ist nicht nur für den einzelnen Programmierer von Vorteil“, betont Trappl. Ebenso wird die Zusammenarbeit im Team vereinfacht, da die Komplexität der gesamten Applikations-Software drastisch sinkt.

Mit mapp Technology können sich Maschinen- und Anlagenbauer auf die Entwicklung der entscheidenden Maschinenfunktionen konzentrieren. Basisfunktionen müssen nicht programmiert werden, Parametrierung reicht aus.

Mit mapp Technology können sich Maschinen- und Anlagenbauer auf die Entwicklung der entscheidenden Maschinenfunktionen konzentrieren. Basisfunktionen müssen nicht programmiert werden, Parametrierung reicht aus.B&R

Der Aufbau einer Applikation mit wenigen Elementen erleichtert auch die Funktionsanalyse bei Ferndiagnose und Wartung. Mit dem integrierten webbasierten Diagnose-Tool kann das Instandhaltungsteam des Maschinenbauers oder des Endanwenders eine umfangreiche Diagnose durchführen, ohne dass Kenntnisse des zugrunde liegenden Automatisierungssystems nötig sind. „Viel wichtiger ist jedoch, dass die Qualität der Anwendungs-Software durch die geringere Komplexität und die vorab getesteten Software-Bausteine deutlich steigt“, sagt Trappl. Die Software-Bausteine basieren auf der Erfahrung von B&R aus hunderttausenden Automatisierungslösungen auf der ganze Welt. Sie brauchen daher nicht von den Entwicklungsingenieuren des Maschinen- oder Anlagenbauers gewartet werden.

Ein Werkzeugkasten für Projekteure

Mapp ist keine eigenständige Software, deren Bedienung erst erlernt werden muss. Die Bausteine sind in Automation Studio integriert und umgehend verwendbar. Kundenspezifische Software-Bausteine lassen sich nahtlos in die Anwendungs-Software integrieren. „Mit den Mapp-Modulen geben wir den Software-Entwicklern mehr Freiraum, den Maschinen- und Anlagenprozess optimal in Software umzusetzen und somit einen Mehrwert für den Endanwender zu schaffen“, sagt Trappl. Mapp dient als Werkzeugkasten, aus dem sich Entwickler bedienen können, um ihre Applikationen nach ihren Vorstellungen und den gegebenen Vorgaben umzusetzen.

SPS IPC Drives 2014
Halle 7, Stand 206

Technik im Detail

Die wichtigsten Mapp-Module zum Start

  • Einzel- und Mehrachsfunktionen
  • CNC- und Robotikfunktionen
  • Rezept- und Alarmfunktionen
  • User Management und Audit Trail
  • Industriestandards (zum Beispiel PackML)
  • Trendfunktionen
  • Umfangreiche Webdiagnose