Eckdaten

Mit dem Einzug neuer Technologien in die Gesundheitsbranche geht meist die kontinuierliche elektronische Dokumentation des Patientenzustandes einher. Der Autor geht in seinem Artikel auf die Chancen und Risiken der Digitalisierung in diesem Bereich ein und erläutert Strategien für eine erfolgreiche Umsetzung.

Immer mehr Technologien ziehen in den Gesundheitsbereich ein: von der Telemedizin über intelligente Betten bis hin zu Patientenakten in der Cloud. Diesen Fortschritt begünstigen Big Data, Internet of Things und die Telematik. Digitalisierung verspricht Effizienzsteigerung bei mehr Flexibilität und Kostensenkung. Mit dem Einzug neuer Technologien in die Gesundheitsbranche geht meist die kontinuierliche elektronische Dokumentation des Patientenzustandes einher. Das Ziel: die Versorgung grundlegend zu verbessern und Pflegepersonal nachhaltig zu entlasten. Derzeit verhindern noch ethische Bedenken aufgrund der ständigen Überwachung von Patienten sowie gesetzliche Auflagen die flächendeckende Einbindung vieler Technologien, die bereits zu Optimierungen im Krankenhaus- und Pflegealltag führen könnten.

Smarte Helfer für zu Hause

Durch ein Lichtsignal wird das Pflegepersonal auf einen Notfall aufmerksam gemacht.

Durch ein Lichtsignal wird das Pflegepersonal auf einen Notfall aufmerksam gemacht. Techniklotsen

Durch die wachsende Ambulantisierung von Krankenhäusern profitieren medizinische Versorgungszentren von elektronisch gespeicherten und mobil zugänglichen Patientenakten.

Durch die wachsende Ambulantisierung von Krankenhäusern profitieren medizinische Versorgungszentren von elektronisch gespeicherten und mobil zugänglichen Patientenakten. Techniklotsen

Ein kleines Handy, das mit einem 3-D-Bewegungssensor und einer Zwei-Wege-Kommunikation ausgestattet ist, erkennt einen Notfall und sendet ein Notrufsignal ab.

Ein kleines Handy, das mit einem 3-D-Bewegungssensor und einer Zwei-Wege-Kommunikation ausgestattet ist, erkennt einen Notfall und sendet ein Notrufsignal ab. Techniklotsen

Jeder fünfte Deutsche ist über 65 Jahre alt: Die Auswirkungen des demografischen Wandels machen sich vor allem durch eine wachsende Zahl an Pflegebedürftigen bemerkbar. Im Zuge dessen steigt der Bedarf an digitalen Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben. Bereits die Nutzung von alltagsunterstützenden Systemen erleichtert die Eigenständigkeit von Senioren: Wearables heißen die intelligenten Helfer in Form von smarten Endgeräten, die Pflegebedürftige auf Wunsch im Alltag unterstützen. Ein kleines Handy, das mit einem 3-D-Bewegungssensor und einer Zwei-Wege-Kommunikation ausgestattet ist, erkennt und meldet etwa einen Sturz. Daraufhin sendet das Wearable ein Notrufsignal ab. Falls die gestürzte Person keine Auskunft über ihren Standort geben kann, lässt sich mithilfe von GPS-Satelliten oder GMS-Ortung die Position des Sturzdetektors ermitteln. Weitere Haushaltshilfen wie smarte Abschaltsysteme sorgen dafür, dass Herd oder Ofen nicht die Höchsttemperatur oder die einprogrammierte Nutzzeit überschreiten. Die Rund-um-die-Uhr-Beobachtung durch die Wearables dient nur einem Zweck: mehr Sicherheit für Senioren im eigenständigen Alltag. Obwohl die Geräte Tätigkeiten oder Standorte ihrer Besitzer täglich dokumentieren, da sonst eine Unfallprävention sowie rechtzeitige Hilfeleistung nicht gegeben wären, steht der Mehrwert für die Lebensqualität deutlich über den ethischen Bedenken. Die Nutzung der Wearables in den eigenen vier Wänden erfolgt zudem freiwillig, Pflegebedürftige erhalten dadurch wesentlich mehr Selbstständigkeit und verlängern die Zeit zu Hause.

Betten überwachen

Intelligente Krankenhausbetten können heutzutage den Patientenzustand ununterbrochen dokumentieren: Kleine, smarte Sensoren im vernetzten Bett liefern Messwerte, die mithilfe von Mikroprozessoren mit komplexen Logikeinheiten verarbeitet werden. Die gesammelten Informationen stehen Krankenhaus- oder Pflegepersonal in der Regel flexibel abrufbar zur Verfügung, so lässt sich der Patientenzustand jederzeit von unterschiedlichen Orten überwachen. Eingebaute Wiegesensoren mit Frühwarnsystemen erfassen etwa Bewegungen und erkennen, ob das Bett verlassen wird. Sobald der Patient aufsteht, erhält das Pflegepersonal ein Signal und kann rechtzeitig eingreifen, um Unfälle zu vermeiden. Zudem erkennen smarte Feuchtsensoren in einer Matte unter dem Bettlaken eventuelle Inkontinenz und eine kompatible Ruffunktion sorgt dafür, dass Pfleger sich zeitnah um die Patienten kümmern können. Eine unmittelbare Versorgung stellt in diesen Fällen einen würdevollen Umgang sicher.

Die Pflegebetten, die bereits auf dem Markt sind, passen gut in eine Klinik-Umgebung – auf Intensivstationen rettet die ständige elektronische Überwachung eines Patienten bereits Leben. In diesem Fall besteht selten die Möglichkeit, vor der Behandlung eines Patienten dessen Einverständnis zur Überwachung durch das vernetzte Bett einzuholen. Eine Lücke zugunsten der Versorgung, denn Pfleger können bei Patienten mit lebensbedrohlichen Verletzungen jederzeit den Zustand, auch aus der Ferne, abfragen oder werden bei einem Notfall rechtzeitig benachrichtigt. Für Pflegeeinrichtungen eignen sich intelligente Betten ebenso: In Dienstzimmern und Büros findet die Pflegeplanung statt, von dort alle Patienteninformationen unmittelbar abzurufen, ermöglicht mehr Komfort, Privatsphäre und Patientenwürde für Bewohner. Zudem stehen die gesammelten Daten bereit, um daraus Regeln abzuleiten, die sich zu einem Wissen entwickeln, auf dessen Basis der Krankenhaus- und Pflegealltag effizienter geplant werden kann.

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