Die Trendmesse der Automatisierungstechnik, die SPS/IPC/DRIVES, sieht positiv in die Zukunft. In den vergangenen Jahren konnten die Aussteller- und Besucherzahlen kontinuierlich gesteigert werden. Vom 26. bis 28. November trifft sich auch in diesem Jahr in Nürnberg wieder alles, was in der Automation Rang und Namen hat, sowie viele innovative Spezialisten. Eine Branche, die in der Vergangenheit genauso erfolgreich war wie die SPS/IPC/DRIVES ist die Bildverarbeitung. Gerade vor dem Hintergrund der immer intelligenter werdenden Komponenten aus dem Bereich und ihren ständig zunehmenden Einsatz- und Einbindungsmöglichkeiten soll diesem Thema auf der Messe mehr Beachtung geschenkt werden.


Wie sich die Bildverarbeitung in letzter Zeit entwickelt hat und welchen Stellenwert sie in der Automation einnimmt, erläutern Dr. Thomas Rubach, der im Unternehmensbereich ‘Automation and Drives‘ der Siemens AG für Marketing Services zuständig ist und Friedrich Keglowich, Konzernbereichsleiter Sensorik bei der Sick AG.


Rubach: „Noch Mitte der 90er-Jahre war das typische Bildverarbeitungssystem ein VME-Bus-Rechner oder ein für damalige Verhältnisse hoch-performanter PC zum Anschluss von analogen Standard-Kameras. Mit der Einführung intelligenter Kameras (smart cameras) vor ca. fünf Jahren wanderten Bildaufnahme und -auswertung in ein gemeinsames Gehäuse. Parallel zur leistungsfähigeren und preiswerteren Hardware entstanden moderne und einfache Softwarekonzepte, bei denen man fertige Algorithmen nur noch durch Parametrierung miteinander verknüpfen muss. Damit wurde der Zugang zur Bildverarbeitung für Neueinsteiger einfacher sowie preiswerter und der Einsatzbereich von industrieller Bildverarbeitung breiter.“


Keglowich: „Trotzdem wird das Wort Bildverarbeitungssystem immer noch mit Begriffen wie teuer, kompliziert und langsam, aber auch mächtig sowie für individuelle Aufgabenstellungen programmierbar in Verbindung gebracht. Dagegen charakterisiert Robustheit, einfache Handhabung, Kompaktheit sowie niedriger Preis bei eingeschränkter Funktion industrielle optische Sensoren. Mit intelligenten Vision-Sensoren lassen sich die Vorteile beider Technologien vereinen.“


Rubach: „Mit ihnen bekommt man ein Gerät, das sich so einfach bedienen lässt wie ein konventioneller, binärer Sensor. Die Anpassung an die spezielle Aufgabe soll möglichst mit einem Teach- oder Trainingsvorgang ohne weitere Parametrierung geschehen.“


Keglowich: „Die Industrietauglichkeit eines intelligenten Vision-Sensors wird gekennzeichnet durch Attribute wie Stand-Alone-Funktionalität, hohe Erfassungsgeschwindigkeit, integrierte Beleuchtung, Dichtheit, Kompaktheit des Gehäuses, hohe Sicherheit gegen Fremdlicht und EMV-Schutz.“


Rubach: „Die intelligenten Vision Sensoren werden in naher Zukunft breiten Einzug in die Automatisierungstechnik halten.“


Keglowich: „Intelligente Vision-Sensoren verdrängen die bekannten Bildverarbeitungssysteme nicht, sondern schaffen neue Märkte – Märkte, in denen sowohl Sensoreigenschaften als auch die vielfältigen Lösungsmöglichkeiten der Bildverarbeitung gefragt sind.“