Hochentwickelte Technologie macht es heute möglich, die Identität einer Person z.B. anhand des Fingerbildes, der Iris oder der Stimme zu bestimmen. Diese biometrischen Identifikationsverfahren können im Alltag manche Erleichterung und mehr Komfort bringen. Sie werden aber auch – und das nicht erst als Reaktion auf die Terroranschläge des 11. September – als verbessernde Schutzmaßnahmen verstanden, mit denen die Erwartung auf erhöhte Sicherheit verbunden ist. Diesen Themenkomplex behandelt ein neues Buch, das den Titel „Biometrische Identifikation“ trägt. Herausgeber sind Michael Behrens und Richard Roth, Professoren an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, die dort das groß angelegte Forschungsprojekt „BioTrusT“ leiten.


Unter Einbeziehung von rund 400 studentischen Probanden testet das Friedberger Forschungsteam gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie die Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Akzeptanz solcher Identifikationssysteme. Empirisch gesicherte Resultate des Projekts und Beiträge eines Symposions sind in die Publikation eingeflossen, die in ihrem grundlegenden Teil u.a. rechtliche, humangenetische und ethische Aspekte diskutiert. Ein zweiter Schwerpunkt widmet sich den Verfahren, und zwar in jeweils eigenen Kapiteln der Fingerbild-, Gesichts-, Iris-, Sprech- und Unterschriftenerkennung. Die Perspektiven werden im dritten Block aus Sicht der Nutzer und im Hinblick auf das ökonomische Potential des „Technologiefeldes Biometrie“ dargestellt.


Die Notwendigkeit einer solchen Gesamtschau begründen die Herausgeber im Vorwort: „Eine Platzierung biometrischer Identifikationsverfahren in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen des alltäglichen Lebens verlangt eine Auseinandersetzung aus verschiedenen Blickwinkeln, da technische ebenso wie sozialwissenschaftliche Aspekte zu den bestimmenden Faktoren einer gesellschaftlichen Akzeptanz biometrischer Systeme gehören.“ Interdisziplinär wie dieses Anliegen ist auch der Autorenkreis des Buches – Rechtswissenschaften, Philosophie, Medizin, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Naturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften sind darin vertreten.