Bild 1: Der DSA815TG ist auch mit einem AM/FM-Demodulator ausgestattet, man kann ihn so über Kopfhörer als Radio betreiben.

Bild 1: Der DSA815TG ist auch mit einem AM/FM-Demodulator ausgestattet, man kann ihn so über Kopfhörer als Radio betreiben.Rigol

Ausgestattet mit einer einfach zu bedienenden numerischen Tastatur, einem hochauflösenden Farb-LCD-Bildschirm und verschiedenen Kommunikationsschnittstellen ist der DSA815TG (Bild 1) in vielfältigen Bereichen einsetzbar. Zum Beispiel in Lehre, Forschung und Entwicklung, der industriellen Fertigung, im Service sowie im Amateurfunk. Bild 2 zeigt den sonst stark abgeschirmten HF/ZF-Teil des Modells 815 und Bild 3 den Digitalteil.

Der DSA815TG ist als Dreifachsuper aufgebaut. Bild 2 zeigt links unten den Eingang für 9 kHz bis 1,5 GHz (verträgt Pegel bis 20 dBm, mehr sollten nicht anliegen), gefolgt von einem diskret aufgebauten LNA auf den eine Eingangsverstärker/Dämpfungsglied-Kombination folgt. Der erste Mischer kommt nach dem ersten Tiefpassfilter. Bevor der zweite Mischer vom Eingangssignal erreicht wird, durchläuft es zwei weitere Filter (LPF und BPF). Vor dem dritten Mischer ist ein weiteres Filter (BPF) geschaltet. Die drei Überlagerungsoszillatoren (LO) liefern über Verstärker (Puffer) und Filter (LPF) die Überlagerungssignale an die drei Mischer.

Bild 2: Der sonst stark abgeschirmte HF/ZF-Teil des Spektrumanalysators DSA-815TG.

Bild 2: Der sonst stark abgeschirmte HF/ZF-Teil des Spektrumanalysators DSA-815TG.Rigol

Nach dem dritten Mischer folgt ein Filter (BPF) und ein analoger ZF-Verstärker, dessen Ausgang zum ADC im Bild führt. Ab hier wird ZF digital aufbereitet. Bild 2 zeigt auch die Integration des Trackingoszillators mit dem eigentlichen Generatoroszillator, einem PLF mit Dämpfungsglied sowie dem Trackinggeneratormischer. Bild 3 gibt die Komponenten der digitalen ZF- und Videosignalverarbeitung wieder. Die Hauptfunktionen übernehmen der Spartan-FPGA von Xilinx (mit 38 DSP Blöcken), der Actel-Pro-ASIC A3 und der Blackfin ADSP BF526 von Analog Devices. Alle werden direkt oder über Vervielfachung von einem 32-kHz-Uhrenquarz mit Takt versorgt. Die nötigen Speicher sind aufgeteilt in ISSI sync. DRAM 512 K Words × 16 Bits × 2 Banks und Spansion 64 MByte Flash der Mirrorbit-Familie.

Bild 3: Komponenten der digitalen ZF- und Videosignalverarbeitung.

Bild 3: Komponenten der digitalen ZF- und Videosignalverarbeitung.Rigol

Digitale ZF-Technologie

Die im DSA815 verwendete digitale ZF-Technologie mit dem massiven Einsatz von DSP (siehe Bild 3) ermöglicht die Einstellung kleinster Bandbreiten, welche den durchschnittlichen Rauschpegel reduzieren. So beträgt die geringste Filterbandbreite 100 Hz. Die digitale ZF-Technologie reduziert generell die Komplexität der Hardware und erklärt auch die kompakte Bauweise. Sie vermeidet zudem Systeminstabilität durch Kanalalterung und die Temperaturempfindlichkeit, die zu Bauteilefehlern führen kann. Ein weiterer Vorteil ist die erhöhte Bandbreitenpräzision und die hohe Selektivität der Filter, was die Scan-Zeit minimiert und die Messgeschwindigkeit erhöht. Der Ethernet-Controller in Bild 3 macht den DSA815TG LXI-fähig. LXI (LAN extensions for Instrumentation) ist ein offener Standard, um Messinstrumente und -systeme per Ethernet (LAN) miteinander zu vernetzen.

Über Kopfhörer als Radio betreiben

Der DSA815TG ist außerdem mit einem AM/FM-Demodulator ausgestattet, dadurch lässt er sich über Kopfhörer als Radio betreiben. Bei Zero Span kann das NF-Signal am Display sichtbar gemacht und ausgewertet werden.

Der DSA815-TG wird von Rigol zu einem unschlagbaren Preis von 1221 Euro (zuzüglich MWSt) angeboten. Möglich ist dieser Preis durch die Hochintegration, besonders des ZF/Videoteils, und durch die Herstellung in China, wo Rigol zuhause ist.

Wesentliche technische Merkmale des Modells DSA815TG:

Rigol verkauft den DSA815TG für 1221 Euro (zzgl. MWSt). Möglich ist dieser Preis durch die Hochintegratio, besonders des ZF/Videoteils, und durch die Herstellung in China.

9 kHz bis 1,5 GHz Frequenzbereich

Angezeigtes gemitteltes Rauschen (DANL): -135 dBm (typisch)

Auflösungsbandbreite 100 Hz bis 1 MHz

Phasenrauschen -80 dBc/Hz bei 10 kHz Offset

Amplitudenungenauigkeit

1,5 GHz Trackinggenerator Option (-20 bis 0 dBm)

EMI-Filter und quasi-peak Detektor-Option (200 Hz, 120 kHz und 1 MHz BWs)

VSWR-Measurement-Kit-Option (1 MHz bis 2 GHz)

Connectivity: LAN (LXI Standard), USB host, USB Device, GPIB (Option)

8-Inch WVGA (800 × 480) -Display

RF-Adapter-Kit (Option)

RF-Attenuator-Kit (Option)

RF-CATV-Kit (75/50 Ohm-Adapter, Option)

High-power attenuator (Option)

Ultra-Spectrum (PC) -Software (Option) – bietet zusätzliche Analysen einschließlich Wasserfalldisplay

EMI-Test-System (PC) -Software (Option) – unterstützt EMI-Pre-Compliance-Messungen

Gewicht 4,6 kg.

Legende zu den Bildern 2 und 3

1. Erster Mischer, 2. LPF (Low-Pass-Filter), 3. BPF (Band-Pass-Filter), 4. Zweiter Mischer, 5. BPF, 6. Dritter Mischer, 7. BPF, 8. ZF-Verstärker, 9. LPF, 10. Erster LO-LPF, 11. Zweiter LO-LPF, 12. Dritter LO-LPF, 13. Dämpfungsglied, Verstärkersektion, 14. LO-Puffer, 15. LO-Puffer, 16. Prescaler /Divider, 17. Zweiter LO, 18. ADC, 19. LNA, 20. Splitter, 21. LO-Puffer, 22. Tracking-Generator-Mischer, 23. Tracking-Generator LO, 24. Varactor-Dioden, 25. Erster LO (Haupt-VCO), 26. Varactor-Dioden, 27. Tracking-Generator LPF (Dämpfungsglied und Verstärker) 28. HF-Eingang (9kHz bis 1,5 GHz), 29. Stromversorgung, 30. Linearregler: drei mal LM3375SP und ein mal LM331T, 31. Tastaturanschluss, 32. Hynix HSP85162, 33. Stützbatterie, 34. 10-MHz-Referenz, Input, 35. Xilinx Spatan XC6SLX25 mit 38 DSP-Blöcken, 36. 32-kHz-Quarz, 37. 10 MHz Referenz, Output, 38. Abschlusswiderstände für den FPGA, 39. LCD-Anschluss, 40 Actel Pro ASIC A3P030, 41. 64 MByte Flash: Spansion S29GL064, 42. ISSI DRAM IS42S1, 43. ADSP BF526 Blackfin, 44. Ethernet-Controller, 45. Externer Trigger