Auf der Electronica kündigte Analog Devices einen neuen Hochvolt-Fertigungsprozess für Halbleiter an, mit dem sich nebeneinander auf demselben Stück Silizium CMOS- und komplementäre Bipolar-Transistoren erzeugen lassen. In der industrietauglichen 0,6-µm-Technologie mit dem Namen iCMOS stellte ADI 15 neue Analog-ICs vor, die im Vergleich zu herkömmlichen Analog-Lösungen für Versorgungsspannungen bis 30 V geeignet sind, wobei die Verlustleistungsaufnahme um bis zu 85% niedriger liegt.


Eines der Haupmerkmale der iCMOS-Technolgie ist, dass sich die Schaltungskomponenten voneinander oder vom Substrat völlig isolieren lassen. Dies hat zur Folge, dass auf einem einzigen Chip digitale CMOS-Funktionen für 5 V und CMOS-Schaltkreise für höhere Spannungen von 16, 24 oder 30 V integriert werden können und der Chip zugleich mit mehreren Spannungen versorgt werden kann.


Darüber hinaus lassen sich in die iCMOS-D/A-Wandler Ausgangsverstärker mit großem Signalhub integrieren und auch das so genannte Software-Switching ist möglich. Dies bedeutet, dass Hersteller den Eingangsspannungsbereich eines Bausteins per Software festlegen und ein und den selben iCMOS-Bausteintyp in unterschiedlichen Produkten nutzen können. Der Eingangsspannungsbereich des Bausteins kann später an die jeweilige Anwendung angepasst werden.


Derzeit fertigt ADI folgende ICs im iCMOS-Prozess, wobei die Bausteine in Umgebungen mit hohen elektrischen Störungen einsetzbar sind:






    • Bei den mehrkanaligen A/D-Wandler AD732x (13 bit) und AD765x (12 bis 16 bit) lässt sich der echte bipolare Eingangsspannungsbereich von ±2,5 V bis ±10 V per Software einstellen.



    • Der Präzisions-Operationsverstärker AD8661 mit Rail-to-Rail-Ausgang kann an einer unipolaren Spannungsversorgung zwischen 5 V und 16 V betrieben werden. Er weist eine Offset-Spannung von maximal 75 µV sowie ein Rauschen von 10 nV/√Hz auf. „Im Vergleich zu seinem stärksten Wettbewerber benötigt der neue OPV einen um Faktor 2 bis 4 geringeren Eingangs-Biasstrom von 1 pA“, betont Dick Meaney, „und dabei ist er in einem Gehäuse untergebracht, das nur ein Drittel so groß ist wie ein vergleichbarer Verstärker“.



    • Hochvolt-Schalter und -Multiplexer: Die Schalterfamilie ADG12xx weist laut Dick Meaney „mit 2 pF pro Kanal die niedrigste Kapazität“ auf, während für die Multiplexer der Familie ADG14xx ein Durchlasswiderstand von maximal 5 Ω über den gesamten Signalbereich spezifiziert ist. „Die Multiplexer besitzen damit um 85% geringere Durchlasswiderstände als vergleichbare Produkte“, erläutert Meaney. Beide Modellreihen lassen sich an ± 15 V betreiben. (av)



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