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Bluetooth Smart im industriellen Einsatz -  Ersatz für Kabelverbindungen
Bluetooth Smart im industriellen Einsatz -  Wireless M2M
Bluetooth Smart im industriellen Einsatz -  Asset Tracking
Bluetooth Smart im industriellen Einsatz – Beacons
Bluetooth Smart im industriellen Einsatz – Beleuchtung

Bluetooth Smart könnte diese problemlos ergänzen: Gefragt ist die Konzentration auf das Rationalisieren von Technologien mit dem Resultat einer Kombination von Funk-Technologien, die in ihrer Vielseitigkeit einem Schweizer Offiziersmesser ähnelt.

Der Begriff Bluetooth Smart ist in aller Munde. Als jüngste Ergänzung zur Bluetooth-Spezifikation nutzt Bluetooth Smart die Bluetooth Low Energy Technologie, um Produkte, die jahrelang mit einer Knopfzelle auskommen sollen, an das Internet of Things (IoT) anzubinden. Doch wie wird so etwas möglich? Bluetooth Low Energy wurde von Beginn an auf niedrige Leistungsaufnahme getrimmt, indem es sich nur von Zeit zu Zeit aktiviert, um geringe Datenmengen zu übertragen – mit eher langer Latenzzeit und über eine Distanz bis zu einigen Metern – ideal also für Sensoren. So begann alles im Jahr 2010.

Es dauerte ein bis zwei Jahre, ehe die ersten Produkte in Form von Brustgurten zur Herzfrequenzmessung und Smart Watches auf dem Markt erschienen. Mit dem Apple iPhone 4s kam dann auch ein Smartphone hinzu. Als erstes Telefon auf dem Markt unterstützte es Bluetooth Low Energy, und schon zog der Markt an. Die Tatsache, dass man mit einem Smartphone stromsparend Verbindung mit allen möglichen Produkten aufnehmen konnte, war etwas Neues. Plötzlich strebte jeder nach einer Smartphone-Anbindung für sein Produkt.

Als logische Konsequenz hieraus kam das Thema Internet of Things und Cloud-Anbindung auf. Das Smartphone sollte auf diese Weise an beliebige ‚Dinge‘ angeschlossen werden können, und diese beliebigen Dinge sollten sich so mit dem Internet (sprich der Cloud) verbinden können. Diese dramatische Neuerung würde es möglich machen, Firmware-Updates an bereits im Einsatz befindliche Produkte zu pushen. Spielzeug-Hubschrauber würden sich per Smartphone steuern lassen, und es wäre möglich, an schwer zugänglichen Orten drahtlose Add-ons einzusetzen, anstatt Leitungen zu verlegen.

An diesem Punkt befinden wir uns im Jahr 2015, und plötzlich verwenden Hersteller Bluetooth Smart (dies ist der gebräuchlichere Name für Bluetooth Low Energy) auch für größere Kommunikationsdistanzen, höhere Durchsatzraten und knifflige ISM-Anwendungen. Dies ist alles andere als das, wofür Bluetooth Low Energy ursprünglich konzipiert wurde. Dennoch setzt sich Bluetooth Low Energy jetzt auch in qualitativ hochwertigen industriellen Applikationen durch und verdrängt dort Techniken, die zum Teil seit sehr langer Zeit etabliert sind.

Es ist an der Zeit für eine Revolution: Bluetooth Smart stellt seinen Nutzen in neuen Einsatzgebieten unter Beweis und erobert bis dato unerschlossene, neue Marktsegmente, deren Spektrum von echten Industrieanwendungen über ausgefallene Hausgeräte bis zu trendigen Beacon-Systemen reicht.

Es gibt bereits etablierte Lösungen für Anwendungen mit leitungsgebundenen und drahtlosen Technologien, die sich durch Bluetooth Smart ersetzen lassen. Während sich Bluetooth Smart weiterentwickelt und an diese neuen Anwendungsfälle angepasst wird, könnte man den Ausbruch einer Verdrängungsschlacht zwischen den kommenden Standards befürchten. Realistischer ist jedoch eine Art Evolution im Darwinschen Sinn, in der der Stärkere überlebt. Die Zukunft wird zeigen, welche Technologie für welche Anwendung geeignet ist.

Schon jetzt ist es jedoch sinnvoll, sich Gedanken über einige Anwendungen machen, die betroffen sein werden. Ein Beispiel ist der Beleuchtungssektor. ZigBee dominiert hier den Markt mit intelligenten Leuchten, die sich zu einem Netzwerk verbinden und an ein Wi-Fi-Gateway anschließen lassen. Bluetooth Smart eignet sich derzeit für Stern-Netzwerke, in denen eine Zentraleinheit oder ein Smartphone mehrere Leuchten steuert. ZigBee dagegen basiert auf einer Maschen-Topologie. Informationen können also von Knoten weitergereicht werden, sodass sich die Reichweite über die Grenzen eines Gateways hinaus erweitern lässt. Dies ließe sich künftig auch mit Bluetooth Mesh unterstützen, sofern diese Technik auf energieeffiziente Weise implementiert wird (sprich keine Nutzung von Flooding usw.). Außerdem muss die Sicherheit robust sein und die gesamte Lösung umfassen. Macht das bereits in Betrieb befindliche ZigBee-Lösungen überflüssig? Die Antwort ist: nicht unbedingt. Wie wäre es etwa, wenn ein Knoten im ZigBee-Netzwerk zusätzlich Bluetooth Smart unterstützen würde? Oder wenn das Gateway ein Bluetooth Smart Interface besäße?

Es gibt noch weitere Anwendungsfälle, die im industriellen Bereich von Bluetooth Smart profitieren könnten, beispielsweise Machine to Machine (M2M), der Ersatz von Kabelverbindungen, das Asset-Tracking oder die Automatisierungssteuerung. Bereits jetzt gibt es eine ganze Reihe von Konnektivitäts-Technologien, die im industriellen Bereich Fuß gefasst haben, etwa Ethernet, ZigBee, Wi-Fi oder Sub-1 GHz. Bluetooth Smart könnte diese problemlos ergänzen. Gefragt ist die Konzentration auf das Rationalisieren von Technologien mit dem Resultat einer Kombination von Funk-Technologien, die in ihrer Vielseitigkeit einem Schweizer Offiziersmesser ähnelt.