Bosch-Mitarbeiter am Standort Homburg bei der Auswahl eines Montageprogramms.

Bosch-Mitarbeiter am Standort Homburg bei der Auswahl eines Montageprogramms. Bosch

Bosch stellte das Projekt, das die beiden Referenzarchitekturen Rami4.0 (Plattform Industrie 4.0) und IIRA (IIC) zusammenführt, im März auf der IoT-Konferenz ‚Bosch Connected World‘ in Berlin vor: Hierbei soll die Fertigung im Bosch-Werk Homburg von Hydraulikventilen so gesteuert und optimiert werden, dass der teure Spitzenstromverbrauch vermieden wird. „Wir demonstrieren mit diesem Prototypen zum ersten Mal, wie die Standards der Plattform und des IIC in der vernetzten Fertigung erfolgreich zusammenspielen“, erläutert Bosch-Geschäftsführer Dr. Werner Struth.

Laufen alle energieintensiven Maschinen am Homburger Standort gleichzeitig, entsteht in Spitzenzeiten ein sehr hoher Stromverbrauch, infolgedessen sich die Produktion der Hydraulikventile verteuert. Mithilfe einer softwarebasierte, möglichst vorausschauenden Steuerung der Produktion und damit des Stromverbrauchs wollen die Projektpartner den Energiebedarf reduzieren und Spitzenlasten um bis zu 10 % senken. An dem Energiemanagement-Projekt beteiligen sich neben Bosch unter anderen die deutsche SAP, die französische Dassault Systèmes und die indische Tata Consultancy Services (TCS).

Prozesse und Stromverbrauch visualisieren

Bosch erfasst die Daten aller Maschinen im Werk und generiert so Informationen über den Stromverbrauch bei der Produktion der Hydraulikventile. Der 3D-Experte Dassault Systèmes liefert ein multidimensionales Abbild aller Maschinen und Funktionen im Werk, darunter auch starke Stromverbraucher wie große Werkzeugmaschinen oder Hydraulik-Prüfstände. So entsteht ein digitaler Zwilling des Werks, in dem sowohl Produktionsprozesse als auch Stromverbräuche visualisiert sind. In der SAP-Datenbank werden alle Daten gespeichert und in Echtzeit ausgewertet. Die Energiemanagement-Lösung basiert auf der Architektur IIRA. Mittels Rami4.0 erfolgt die Ankopplung des Energiemanagements an die Produktionsanlage. Der softwarebasierte Datenaustausch zwischen Produktionsanlage und Energiemanagement ist möglich, da die Standards von Rami und IIRA jetzt aufeinander abgestimmt und kompatibel sind.