Auch die Bosch-Gruppe spürte 2001 die weltweite Konjunkturabschwächung. Zwar nahm der Umsatz nach vorläufigen Zahlen noch um acht Prozent zu, auf rund 34 Milliarden Euro; dieser Anstieg resultierte aber überwiegend aus Neukonsolidierungen, vor allem der Bosch Rexroth AG von Mai 2001 an.


Nach einem recht guten Jahr 2000 hatte Bosch für 2001 ein geringeres Wachstum erwartet – allerdings mit der Hoffnung auf Besserung im zweiten Halbjahr. Diese Zuversicht wurde bereits im ersten Halbjahr 2001 schwächer und schwand spätestens nach den Terroranschlägen vom 11. September. Die Wachstumsprognosen wurden im Verlauf des Jahres mehrmals nach unten revidiert.


Hermann Scholl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH: „Lag die Erwartung für das weltweite Wirtschaftswachstum anfangs bei rund 3,5 Prozent, so sind am Ende gerade noch ein Prozent herausgekommen.“ Eine ähnliche Abweichung gab es bei der weltweiten Kraftwagenproduktion, die im Jahr 2001 nicht, wie ursprünglich erwartet, nur um zwei Prozent, sondern um rund vier Prozent zurückging.


Das schwache interne Wachstum der Bosch-Gruppe ging vor allem auf Umsatzeinbußen außerhalb Europas zurück. Hier wirkte sich sehr deutlich der Abschwung der amerikanischen Wirtschaft aus, in dessen Gefolge auch Lateinamerika und viele asiatische Länder im Wachstum zurückfielen. Dagegen nahm der Europaumsatz, der 2001 rund 65 Prozent des gesamten Geschäfts ausmachte, um rund drei Prozent zu – unterstützt durch eine noch vergleichsweise günstige Automobilkonjunktur in Europa, vor allem aber durch eine weiterhin hohe Expansion im Dieselgeschäft.


Zur Gewichtsverschiebung in der Bosch-Gruppe trug insbesondere die Übernahme der Mannesmann Rexroth AG bei. Mit ihrer jahresanteiligen Konsolidierung von Mai 2001 an erreichte der Unternehmensbereich Industrietechnik ein Umsatzvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro oder einen Anteil von annähernd 10 Prozent am Bosch-Gesamtumsatz. Bei ganzjähriger Konsolidierung entspräche dies einem Anteil von 12 Prozent. Dazu betonte Scholl, dass die Integration von Rexroth in die Bosch-Gruppe dank einer sehr guten Vorbereitung rascher als erwartet erfolge und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen reibungslos funktioniere.


Das insgesamt schwache Wachstum hinterließ auch Spuren in der Ertragsentwicklung. Die längerfristigen Zielrenditen, die zur Finanzierung von Vorleistungen für weiteres Wachstum unumgänglich sind, wurden 2001 nicht erreicht. Bosch reagierte darauf mit gezielten Einsparungen, so auch mit einer Kürzung der für 2001 geplanten Investitionen. Davon blieb der Bau des neuen Entwicklungszentrums in Abstatt allerdings verschont. Bosch verzichtete auch darauf, einen generellen Personalabbau einzuleiten. Das Arbeitsvolumen lasse sich, so Scholl, für eine begrenzte Zeit auch auf anderen Wegen dem verringerten Geschäft anpassen, beispielsweise durch Heranziehen der bereits eingerichteten Arbeitszeitkonten und durch eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Wo allerdings strukturelle Beschäftigungsprobleme bestehen würden, komme man um Personalanpassungen nicht herum.