Während IDA und PNO noch an der Konzeption und Realisierung stricken, hat der Automatisierungsspezialist B&R mit Ethernet Powerlink eine einsatzfähige Lösung – die offengelegt wird. Darüber sprachen wir in Hannover mit B&R-Geschäftsführer Frank Winter.


Herr Winter, warum schlägt B&R den Weg ein, das gerade vor einem Jahr vorgestellte Powerlink zu öffnen? Wir haben in Ethernet Powerlink schon immer das Potenzial zum Standard-Feldbus auf Ethernetbasis gesehen. Der durchschlagende Erfolg sowohl technologisch als auch strategisch, der sich nach der Markteinführung eingestellt hat, hat uns dazu bewogen, zusammen mit weiteren Partnern Powerlink als Ethernet-basierenden-Feldbus-Standard voranzutreiben.


Wollen Sie wirklich jedem Interessierten ihre Entwicklung schenken oder fallen Lizenzkosten an? Ich sehe hier verschiedene Level der Lizenzierung. Unsere Spezifikation kostenlos bereitzustellen ist die erste Stufe. Allerdings werden wir dann die Implementierung prüfen und zertifizieren. Wir sind aber auch mit interessierten Unternehmen im Gespräch, die unseren fertigen Software-Stack verwenden wollen. Der Quellcode wird aber nicht umsonst zu haben sein. Denkbar ist auch, die komplette Powerlink-Anschaltung als Baugruppe bzw. Design-in von uns zu beziehen.


Genügend Interessenten vorausgesetzt, wird auch eine Hardware-Lösung, ein eigener Chip interessant. Ab wann würde sich das denn rechnen? Ich denke, dass die Bereitstellung unserer Stack-Lösung vielen Interessenten hilft und von der Performance her auch ausreicht. Schließlich realisieren unsere Kunden darüber komplexe Motion Control-Anwendungen.


Liegt es nicht nahe, dass B&R als IAONA-Mitglied auch dort den Powerlink einbringt? Selbstverständlich, auch das ist ein Weg, den wir derzeit in Erwägung ziehen.


Die IAONA hat vier Echtzeit-Klassen für Ethernet definiert. In welche ist denn Ihre Lösung einzuordnen? Powerlink erfüllt mit seiner Jitterfestigkeit von kleiner einer Mikrosekunde die Anforderungen der höchsten IAONA-Stufe, die Real-Time Class 4.