Bildergalerie
Markus Nerge, Marketingleiter von Lohmeier: "Unsere neuen Brandschutz- lösungen ermöglichen es  Anwendern, hochwertige  Komponenten zu schützen und  Schäden effektiv abzuwenden."
Hauptschaltschrank mit Brandmeldezentrale und Löschgasvorrat.
Autarkes Löschsystem im 19”-Format.
Anwendungsbeispiel: Brandschutzsystem für 10-kV- Schaltschränke in einem Werk in Ungarn. Ein Ausfall der Schaltanlage hätte einen Produktionsstop mit hohen Betriebs­unter­brechungs­kosten zur Folge.

Brandschutz in Schaltschränken muss in vielen industriellen Umgebungen groß geschrieben werden: Durch zu hohe Packdichten, Kurzschlüsse oder Überhitzungen können in den Gehäusen Brände entstehen, die Datenverlust, Anlagenstillstände, Produktionsausfälle und beträchtliche Reparaturkosten zur Folge haben“, weist Markus Nerge, Marketingleiter bei Lohmeier in Vlotho auf einen wichtigen Fakt hin. Dazu kommen gesetzliche Auflagen sowie Versicherungsprämien, die aktive Gegenmaßnahmen verlangen. Mit einem System, das automatisch Brände in Schaltschränken erkennt und löscht, gibt Lohmeier in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Multimon Sonderlöschanlagen aus Kirchheim bei München Anwendern nun die Möglichkeit, direkt am potenziellen Brandherd gezielt und wirkungsvoll einzugreifen. Das Löschssystem gewährleistet Schutz rund um die Uhr, sichert Sach- und Vermögenswerte und vermeidet lange Stillstandszeiten. Durch die schnelle Brandbekämpfung an der Entstehungsstelle lassen sich zudem größere Schäden abwenden, die durch eine weitere Ausbreitung des Brandes entstehen würden. Das Brandschutzsystem lässt sich leicht installieren und nachrüsten, betont der Vlothoer Hersteller.

Einsatz im Bereich erneuerbare Energien

Das System eignet sich insbesondere für den Schutz von Elektronik in Steuer- und Leitzentralen, EDV-Räumen und Laboren sowie Stromversorgungs- und -verteilungsanlagen. Weitere Einsatzmöglichkeiten: Anwendungen in der Holz- und Metallverarbeitung, bei denen oft leicht entzündliche oder heiße Späne anfallen. Außerdem Windkraftanlagen, bei denen die Gondel für Löschversuche durch die Feuerwehr in der Regel nahezu unerreichbar ist. Es setzt sich im Wesentlichen aus einem Hauptschaltschrank mit integrierter Brandmeldezentrale, Löschgasvorrat und Alarmierungskomponenten sowie Detektions-Rohrleitungen und einer Lösch-Rohrleitung zusammen.

Schematischer Aufbau  des aktiven Brandschutzsystem

Schematischer Aufbau des aktiven BrandschutzsystemLohmeier

Die Größe des Schaltschranks ist variabel: Je nach Anzahl der angeschlossenen und zu überwachenden Schaltschränke lassen sich darin entsprechend viele Löschgasflaschen verstauen. Alle Schaltschränke basieren auf den kürzlich überarbeiteten, leicht installierbaren Anreihschaltschränken der bewährten RS-Baureihe des Vlothoer Herstellers. Wahlweise sind aber auch Ausführungen für die Wandmontage möglich. Sie lassen sich dementsprechend entweder an die zu überwachenden Schränke anreihen oder separat in einem Abstand von bis zu 20 m zu den Schränken aufstellen. Mit der kleinsten Baueinheit des standardisierten Systems können beispielsweise Schaltschrankreihen von 12 x 0,8 x 2,4 m oder oder 6 x 1,6 x 2,4 m geschützt werden.

Schnell erkannt, Gefahr gebannt

Die schnelle und zuverlässige Detektion von Bränden ist die Grundvoraussetzung, um Brandschäden zu minimieren. Dazu entnimmt das Rauchansaugsystem über die außenliegenden Detektions-Rohrleitungen an den angeschlossenen Schaltschränken permanent Luftproben. Der Luftstrom wird mit Hilfe eines Ansaug­lüfters über die Detektionseinheit geführt und mit Lasertechnologie auf Rauch- und Rußteilchen analysiert. Lassen sich in einem Schrank Rauch oder andere Indizien für einen Entstehungsbrand feststellen, so folgt eine Information an die Brandmeldezentrale. Diese veranlasst, dass der Strom in den angeschlossenen Schaltschränken abgeschaltet wird und alarmiert bei Bedarf die Umgebung über eine Sirene oder Signalleuchte.

„Zur Ansteuerung der automatischen Löschanlage ist das Rauchansaugsystem redundant ausgeführt: Die Auslösung der Löschanlage erfolgt, sobald beide Detektoren gleichzeitig ein Feuer melden“, erklärt Markus Nerge. Das Inertgas Argon, das nach dem Prinzip der Sauerstoffverdrängung arbeitet, verhindert eine Brandausbreitung. Vorteil: Anders als Löschschaum richtet das Gas an den im Schaltschrank installierten Elektronikbauteilen keine zusätzlichen Schäden an und verflüchtigt sich im Laufe der Zeit wieder. Dadurch wird die Reparaturzeit minimiert und eine schnellere Inbetriebnahme ermöglicht. Das Gas gelangt aus der Löschmittelvorratsflasche über die Lösch-Rohrleitung in die angeschlossenen Schränke und löscht schnell und zuverlässig Entstehungsherde, bevor sich der Brand weiter ausbreiten kann.

Autarkes Aktivlöschsystem einsetzen

Ergänzend zum Lösch-Schaltschrank hat Lohmeier in Kürze ein autarkes Aktivlöschsystem im 19″-Format im Produktportfolio. Dabei handelt es sich um eine eigenständige Einheit, um Brände in geschlossenen IT-Racks oder anderen geschlossenen Schranksystemen zu erkennen, melden und löschen. Der Hersteller hat es für den Einsatz in Produktionssteuerungen, Server- und Telekommunikationsschränken, Stromversorgungs- und Verteilungsschränken sowie dezentralen Schaltschränken konzipiert. Das System detektiert Brände ebenfalls schon in der Entstehungsphase und verhindert somit größere Schäden.
Das Brandfrüherkennungs- und Löschsystem verfügt über zwei hochsensible Rauchsensoren und besteht im Wesentlichen aus einem druckfesten Metallbehälter mit dem Löschmittel Novec 1230, einem Auslösemechanismus mit Ventil und Treibgaspatrone, einer Löschmittel-Schwundüberwachung und der Löschdüse. Es benötigt 1 HE Einbauraum und lässt sich somit leicht integrieren. Beim Löschvorgang wird die Treibgaspatrone geöffnet und das flüssige Löschmittel freigegeben. Durch die spezielle Düsengeometrie verdampft das Löschmittel beim Düsenaustritt und entfaltet so seine volle Löschwirkung. Es verteilt sich gasförmig und dringt dabei in sämtliche im Schaltschrank installierten Geräte oder Kabelzwischenräume ein. Der Brand lässt sich schnell und rückstandsfrei löschen. Die integrierte Notstromversorgung gewährleistet einen unterbrechungsfreien Betrieb von bis zu vier Stunden. Betriebsstörungen lassen sich durch die umfangreiche Selbstüberwachung der Systeme automatisch erkennen.

Brandschutz im Schaltschrank großschreiben

Ein Brand im Schaltschrank – für viele Unternehmen der absolute ­Supergau. Ist er erst eingetreten, ist alles zu spät: Datenverlust, An­lagenstillstände, Produktionsausfälle und damit verbunden horrende Reparaturkosten sind die Folge. Was hilft, um hochwertige Elektronik wirkungsvoll zu schützen? Eine schnelle und zuverlässige Detektion von Bränden. Lösungen dafür stellt das Haus Lohmeier im nordrhein-westfälischen Vlotho zur Verfügung.

Über eine zweizeilige LCD-Anzeige und zusätzliche LEDs für Betrieb, Alarm und Störung erhält der Anwender Informationen über den Betriebszustand. Zur Weitermeldung von Alarmen und Störungen, beispielsweise an einen zentralen Leitrechner oder an eine im Gebäude installierte Brandmeldeanlage sowie für Energieabschaltungen stehen potenzialfreie Kontakte zur Verfügung.

Fazit

„Unsere Brandschutzlösungen ermöglichen es Anwendern, hochwertige Komponenten zu schützen und Schäden effektiv abzuwenden. Dies erhöht die Zuverlässigkeit von Anlagen und minimiert Stillstandszeiten“, resümiert Markus Nerge. „Auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg werden wir die Löschsysteme erstmals öffentlich präsentieren – wenn Sie an weiteren Informationen interessiert sind, besuchen Sie uns in Halle 5, Stand 340.“ 

Der Beitrag basiert auf Textmaterial von Markus Nerge, Marketingleiter bei Lohmeier in Vlotho.