Dr. Siegfried Dais (oben) und Prof. Dr. Uwe Kiencke: Die CAN-"Erfinder"

Dr. Siegfried Dais (oben) und Prof. Dr. Uwe Kiencke: Die CAN-„Erfinder“

Die beiden ehemaligen Bosch-Entwickler Dr. Siegfried Dais und Prof. Dr. Uwe Kiencke sind von der Eduard-Rhein-Stiftung mit dem Technologiepreis 2008 ausgezeichnet worden.

Die hochkarätig besetzte Jury würdigt damit die Erfindung, internationale Standardisierung und Verbreitung des Controller Area Networks (CAN-Bus) in den Bereichen Automobil, Automatisierung, Medizin, Gebrauchsgüter und Consumer-Elektronik. „Dieses Konzept hat sich durch die zukunftsorientierte Auslegung weltweit in der technischen Datenkommunikation durchsetzen können – ähnlich der Internetkommunikation“, so Prof. Dr. Klaus Bender in seiner Laudatio bei der feierlichen Preisverleihung im Deutschen Museum in München.

Dr. Siegfried Dais ist heute der Stellvertretende Vorsitzende der weltweit tätigen Bosch-Gruppe, Prof. Dr. Uwe Kiencke lehrt nach seiner Zeit als Bosch-Entwickler Industrielle Informationstechnik an der Eliteuniversität Karlsruhe. Das wegweisende Konzept des CAN-Datenbusses hatten sie beide als treibende Kräfte zusammen mit Kollegen und Mitarbeitern 1985 zum Patent angemeldet und danach mit viel Geschick für Management und Lizenzpolitik zum weltweit und technisch breit genutzten Standard durchsetzen können.

Die Eduard-Rhein-Stiftung würdigt mit ihrem Technologiepreis 2008 die überzeugende technologische und wirtschaftliche Leistung beider Bosch-Entwickler. Für viele Menschen unbemerkt – sogar für viele Fachleute -, habe im Innenleben technischer Produkte nahezu aller Branchen eine Technologierevolution stattgefunden. Die Entwicklung der Mikroelektronik und der Mikroprozessoren in den 70er Jahren hätten nicht nur den Personal Computer geboren, sondern in noch viel größerer Anzahl datentechnische Steuerungen, die meist unsichtbar in Maschinen und deren Komponenten, aber auch in immer mehr Geräten und Gebrauchsgegenständen die Produktfunktionen bestimmen. Es läge auf der Hand, dass diese Steuerungen genauso wie die Personal Computer sowohl untereinander, als auch mit übergeordneten Rechnern kommunizieren müssen. „Hierfür hat sich das Controller Area Network CAN zum weltweit bedeutendsten eingebetteten Kommunikationssystem entwickelt und einen Markt mit vielen Milliarden Umsatz geschaffen. CAN bildet das Nervensystem fast aller modernen technischen Produkte“, beschreibt das Stiftungskuratorium die Leistung der beiden Preisträger.

CAN ist eine der deutschen Erfindungen der letzten Jahrzehnte, die weltweit eine immense Verbreitung und eine sehr große wirtschaftliche Bedeutung erlangt hat. CAN prägt wesentlich die heutige Informationstechnik in Fahrzeugen und trägt zur Innovationskraft der Automobilindustrie bei. Die wirtschaftliche Bedeutung des CAN-Datenbusses beruht auch auf seiner Verbreitung in vielen anderen Branchen.(av)