Die Kooperationspartner Fumihiko Kimura, Chairman der CC-Link Partner Association (l.), und Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender von Profibus & Profinet International, haben eine Spezifikation für ein kompatibles Ethernet-Kommunikationsprotokoll zwischen CC-Link IE und Profinet vorgestellt.

Die Kooperationspartner Fumihiko Kimura, Chairman der CC-Link Partner Association (l.), und Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender von Profibus & Profinet International, haben eine Spezifikation für ein kompatibles Ethernet-Kommunikationsprotokoll zwischen CC-Link IE und Profinet vorgestellt. Profibus & Profinet International

Mit diesem Koppler können Maschinen mit CC-Link-IE- oder Profinet-Protokoll mit dem jeweiligen anderen Netzwerk bidirektional Informationen austauschen und so die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Teilen einer Fertigungslinie in separaten Netzwerken herstellen. Das bedeutet nach Aussage der beiden Organisationen „einen immensen Zuwachs an Transparenz und Integration“. Die Mitglieder beider Organisationen können nun Hardware-Produkte für die neue Spezifikation entwickeln. CC-Link IE ist in Asien führend, während Profinet in Europa dominiert. Die neue Spezifikation wird dazu führen, dass sich die Integration von Maschinen mit unterschiedlicher Feldbus-Anschaltung (Profinet / CC-Link IE) in eine Produktionslinie erheblich vereinfacht und die Endanwender dadurch eine größere Maschinenauswahl haben.

Sowohl die CLPA als auch PI erwarten die Markteinführung der ersten unterstützten Produkte im Laufe des kommenden Jahres. Einige Partner zeigen sich bereits sehr angetan von der neuen Kooperation. Damit werden die Wünsche einiger Endanwender, die den Anstoß zu dieser Zusammenarbeit gaben, in weniger als zwei Jahren aus dem Weg geräumt.

CC-Link Partner Association

Die CC-Link Partner Association (CLPA) ist eine im Jahr 2000 gegründete internationale Organisation zur Förderung und technischen Weiterentwicklung der CC-Link-Familie, einer offenen Netzwerk-Kommunikationstechnik für die Industrieautomatisierung. In Asien ist die Organisation damit nach eigenen Angaben führend. CC-Link IE ist ein offenes Gigabit-Ethernet-Protokoll. Der CLPA gehören weltweit mehr als 2800 Mitgliedsunternehmen an. Ihr Angebot umfasst über 1500 zertifizierte Produkte von 300 Herstellern.

Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender von PI: „Wir freuen uns, dass wir unseren Anwendern unmittelbare Lösungen für ihre Anforderungen anbieten können, ebenso wie die CLPA, die genau dieselben Ziele verfolgt wie wir.“ Nach den Worten von Naomi Nakamura, Global Director der CLPA, trägt diese Kooperation dazu bei, „dass Konzepte wie Industrie 4.0 Wirklichkeit werden.“ Nakamura weiter: „Unsere Endanwender wünschen sich mehr Offenheit und Zugänglichkeit, und wir sind mit der neuen Spezifikation in der Lage, sie hiermit uneingeschränkt zu unterstützen.“

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Arbeitsgruppe, in der Vertreter der führenden Netzwerkexperten Hilscher und Molex vertreten waren, eine Spezifikation erarbeitet, welche das Zusammenspiel der beiden Protokolle ermöglicht. Hintergrund der gemeinsamen Entwicklungsanstrengungen war unter anderem ein auf der Hannover-Messe 2015 ausgegebenes White Paper mit Feedback und Wünschen von Endanwendern.

Ein hohes Maß an Transparenz und Integrationsfähigkeit in der Maschinenkommunikation zählen zu den wichtigsten Faktoren, um Konzepte wie Industrie 4.0 zu realisieren. Nachdem die Endanwender diese Problematik an die CLPA und an PI herangetragen hatten, vereinbarten beide Organisationen umgehend eine Kooperation, um eine Lösung zu erarbeiten.

Profibus & Profinet International

Profibus & Profinet International (PI) ist eine weltweit tätige Automatisierungsgemeinschaft und verantwortlich für offenen Feldbus-Kommunikationstechniken Profibus und Profinet. Profinet ist ein führender Standard für industrielles Ethernet und der einzige Standard in diesem Bereich, der vollständige Offenheit für TCP/IP-Verkehr in Verbindung mit deterministischem Echtzeitverhalten für Anwendungen zur Bewegungssteuerung bietet. Aufgrund des breiten Angebots an Profilen wie zum Beispiel Profisafe, Profienergy und Profidrive ist dieser Standard gut vorbereitet, um als Rückgrat der Industrie 4.0 und des Industrial Internet of Things zu dienen.