Zur Klimatisierung komplexer Schalt-, Elektronik und IT-Schränke bzw. von kompletten IT-Räumen ist vielfach zeitaufwendige und damit kostenintensive Entwicklungsarbeit notwendig. Steigende Verlustleistungen stellt immer wieder neue Herausforderungen an eine optimale Kühlung von zunehmend leistungsfähigeren Elektronik- und IT-Komponenten. Rittal hat ein Softwaretool auf Basis von CFD (Computational Fluid Dynamics) entwickelt, mit dem es möglich ist, die Gehäuse- und IT-Raum-Klimatisierung zu optimieren, noch bevor der erste Prototyp realisiert ist. CFD (Computational Fluid Dynamics) ist ein Verfahren zur Simulation des quantitative Strömungsverhaltens von Fluiden und damit auch von Luft.


Einfacher ausgedrückt, zeigt CFD, was mit den Einbaukomponenten eines Gehäuses oder mit Server-Racks in einem IT-Raum hinsichtlich ihrer Temperaturentwicklung unter zuvor definierten Umgebungsbedingungen passiert. Basis von CFD ist eine komplexe Software, die sowohl die geometrischen als auch physikalischen Eigenschaften eines Gehäuses sowie der Einbaukomponenten oder eines Klimaraumes berücksichtigt und in einem Wärmebild visualisiert. Bereits in der Simulationsphase lassen sich mit CFD kritische Wärmenester aufspüren und durch eine gezielte Luftführung beseitigen. Ferner liefert das Verfahren wertvolle Hinweise, an welchen Stellen innerhalb von Gehäusesystemen oder IT-Räumen die Positionierung von Temperaturfühlern und Rauchmeldern den größten Nutzen versprechen.


Vor dem Hintergrund stetig steigender Energiekosten kann mit Hilfe von CFD auch die tatsächlich benötigte Leistung von Wärmetauschern genauer bestimmt werden. Darüber hinaus bietet CFD die Möglichkeit zur Simulation eines Kühlgerätedefektes, um festzustellen, welche Komponenten bei einem Ausfall am stärksten durch Wärmeeinwirkung in Mitleidenschaft gezogen werden und wie lange es dauert bis die Temperatur kritische Werte erreicht hat. Rittal nutzt CFD bei der Entwicklung eigener Produkte oder der Projektierung für Kunden als Tool, das die bereits bestehenden Verfahren einer durchgängigen Qualitätssicherung, etwa die sensorgestützte Temperaturmessung in Prototypen oder die Vor-Ort-Analyse mittels Infrarotkameras, ergänzt.