Martin Goetzeler, Vorstandsvorsitzender von Aixtron, befürwortet die Transaktion: „Die Transaktion fördert langfristig ausgerichtete F&E-Aktivitäten von Aixtron, um neue Produkte und Technologien in den Markt zu bringen.“

Martin Goetzeler, Vorstandsvorsitzender von Aixtron, befürwortet die Transaktion: „Die Transaktion fördert langfristig ausgerichtete F&E-Aktivitäten von Aixtron, um neue Produkte und Technologien in den Markt zu bringen.“ Aixtron

Der Chip-Anlagenbauer Aixtron hat einen rettenden Käufer gefunden: Die chinesische Fujian Grand Chip Investment (FGC) bietet bis zu 676 Mio. Euro für das verlustreiche Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen, teilte Aixtron am heutigen Montag mit. Der FGC ist ein chinesischer Investmentfonds, der von Zhendong Liu, Managing Partner des FGC, geleitet und mehrheitlich kontrolliert wird. Liu ist ein chinesischer Geschäftsmann und privater Investor. Mit der Transaktion erhofft sich Aixtron in ruhigere Fahrwasser zu kommen: „Die Transaktion ermöglicht es uns, unsere kurzfristigen Herausforderungen zu adressieren. Sie gibt uns eine langfristige Perspektive, unsere Ziele auf allen unseren Technologiefeldern zu erreichen“, erläutert Martin Goetzeler, Vorstandsvorsitzender von Aixtron. „Auch für unsere Mitarbeiter ist diese Geschäftsvereinbarung eine wirklich gute Nachricht. Sie gibt uns eine langfristige Perspektive die Entwicklung neuer Produkte voranzutreiben. Dabei setzen wir auf die besten Köpfe. Auch unsere Kunden werden davon profitieren. Denn wir können sie besser und stärker bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützen.“ Sowohl Aixtron als auch FGC sehen diese Vereinbarung als große Chance, das Unternehmen und damit die Belegschaft zu vergrößern, stellt Goetzeler in Aussicht: „Es ist nicht Ziel der Vereinbarung, Kosten zu senken oder Stellen abzubauen.“

Im Fokus: F&E-Ausbau und Marktzugang in China

Für Aixtron stellt diese Übernahme nach eigenem Bekunden einen wichtigen Schritt für den Fortbestand des Unternehmens dar. Im einen sich rasch verändernden Marktumfeld eröffne die Übernahme die Möglichkeit, Investitionen in das F&E-Portfolio fortzuführen, um so langfristiges Wachstum in allen Technologiefeldern von Aixtron zu ermöglichen, erläutert Goetzeler weiter. Die Halbleiterindustrie befindet sich seit Jahren schon in einer Konsolidierungsphase, während die Produktzylen immer kürzer und die von Kundenanforderungen getriebenen Technologien immer komplexer werden. Martin Goetzeler sieht den Fortbestand von Aixtron deshalb im engen Schulterschluss mit einem finanzkräftigen Investor, der den angestrebten hohen Produktmix unterstützt und finanziell mitträgt. Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung seien unabdingbar, um weiterhin im Markt bestehen zu können, bekräftigt er: „Die Transaktion fördert langfristig ausgerichtete F&E-Aktivitäten von Aixtron, um neue Produkte und Technologien in den Markt zu bringen.“ Zudem unterstützt sie die Umsetzung von Strategie- und Technologiezielen und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und den Marktzugang von Aixtron in China. In China wird inzwischen mehr als die Hälfte aller Halbleiter weltweit verbaut – mit jährlichen Wachstumsraten von etwa 20 Prozent, sagen Branchenkenner. Vorstand und Aufsichtsrat von Aixtron befürworten das Angebot. „Wir befürworten die Transaktion vollumfänglich, da sie unmittelbaren Mehrwert für unsere Aktionäre schafft und es Aixtron ermöglicht, die neuen Produkte in den Markt zu bringen. Mit dem FGC haben wir einen Partner gefunden, der uns einen lokalen Marktzugang bietet und damit unsere Geschäftsziele in Asien unterstützt“, erklärte Kim Schindelhauer, Aufsichtsratsvorsitzender von Aixtron.

FGC beabsichtigt, die Strategie des Maschinen- und Anlagenbauers auch weiterhin zu unterstützen. Der Rechts- und Firmensitz von Aixtron werden in Herzogenrath verbleiben. Auch die F&E-Kompetenz und bestehende Technologien werden in den vorhandenen Technologiezentren verbleiben.

FGC beabsichtigt, die Strategie des Maschinen- und Anlagenbauers auch weiterhin zu unterstützen. Der Rechts- und Firmensitz von Aixtron werden in Herzogenrath verbleiben. Auch die F&E-Kompetenz und bestehende Technologien werden in den vorhandenen Technologiezentren verbleiben. Aixtron

FGC beabsichtigt, die Strategie des Maschinen- und Anlagenbauers auch weiterhin zu unterstützen. Der Rechts- und Firmensitz von Aixtron werden in Herzogenrath verbleiben. Auch die F&E-Kompetenz und bestehende Technologien werden in den vorhandenen Technologiezentren verbleiben. FGC hat außerdem zugestimmt, dass Aixtron seine Technologie und sein IP-Portfolio stärken wird, das bei Aixtron, auch in Deutschland verbleibt. Die globale Struktur des Unternehmens – mit drei Technologiezentren in Herzogenrath (Deutschland), Cambridge (Großbritannien) und Sunnyvale (USA) – bleibt unverändert. Sie werden weiterhin von ihrer geografischen Nähe zu wichtigen Technologie-Zentren in den Kernmärkten Technologie profitieren. Weitere Technologiezentren können künftig hinzukommen, sofern es gelingt, wieder aus den roten Zahlen zu kommen. „Im Rahmen dieser Zusammenarbeit können wir Aixtron dabei unterstützen, den Zugang zum chinesischen Markt zu verbessern und als lokalen Anbieter für chinesische Partner zu etablieren. Wir werden die notwendigen Investitionen unterstützen, die Aixtron benötigt, um sein Portfolio zu verbessern“, erklärte Zhendong Liu, Managing Partner des FGC. Man habe das gemeinsame Ziel, den Maschinen- und Anlagenbauer zu einem der führenden Anbieter in der Halbleiterindustrie zu machen, bekräftigt Liu: „Aixtron ist einer der Eckpfeiler unser Investitionsstrategie. Diese Transaktion ist gut für alle Beteiligten. Nachhaltiges Wachstum wird zu einem Ausbau der Belegschaft bei Aixtron führen. Die Kunden profitieren weiterhin von der hohen Qualität, für die Aixtron bekannt ist, und erhalten Zugang zu neuesten Technologien und Produkten“, resümiert er.

Aktie im Höhenflug

Kein Stellenabbau in Deutschland: FGC hat zugestimmt, dass Aixtron seine Technologie und sein IP-Portfolio stärken wird, das bei Aixtron, auch in Deutschland verbleibt.

Kein Stellenabbau in Deutschland: FGC hat zugestimmt, dass Aixtron seine Technologie und sein IP-Portfolio stärken wird, das bei Aixtron, auch in Deutschland verbleibt. Aixtron

Die Kaufofferte liegt mit 6,00 Euro/Aktie und damit gut 25 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag, der bereits von Spekulationen über eine Übernahme getrieben worden war. Gemäß der Vereinbarung wird GCI ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten, um alle ausstehenden Aktien von Aixtron inklusive der durch American Depositary Shares (ADS) repräsentierten Stammaktien zu erwerben. Das entspricht einer Unternehmensbewertung von Aixtron inklusive liquider Mittel in Höhe von rund 670 Mio. Euro und einer Prämie von 50,7 Prozent gegenüber dem gewichteten durchschnittlichen dreimonatigen Börsenkurs vor der Bekanntgabe der Übernahmeabsicht. Heute Morgen sprang das Papier im frühen Handel in Frankfurt um 16 Prozent auf 5,69 Euro nach oben. Offiziell soll das Angebot im Juli 2016 vorgelegt worden. Die Übernahme kommt allerding nur dann zustande, wenn die Chinesen mit der Offerte auf mindestens 60 Prozent an Aixtron kommen.

Der Fujian Grand Chip Investment Fund LP ist ein chinesischer Investmentfonds, der zu 51 Prozent von dem chinesischen Geschäftsmann Zhendong Liu und zu 49 Prozent von der Xiamen Bohao Investment Ltd. gehalten wird. Nach erfolgreicher Übernahme soll Martin Goetzeler Vorstandsvorsitzender von Aixtron und Dr. Bernd Schulte Chief Operating Officer (COO) bleiben. Der Vorstand hat bei der weiteren Umsetzung der Strategie und des Geschäftsplans den vollen Rückhalt des FGC. Bei erfolgreichem Abschluss der Transaktion ist beabsichtigt, dass die Grand Chip Investment vier Kandidaten für den weiterhin aus sechs Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrat nominiert.