Cloud-basierte Lösungen versprechen Flexibilität in der Darstellung und Transparenz bei der Auswertung und Verdichtung von industriellen Massendaten.

Cloud-basierte Lösungen versprechen Flexibilität in der Darstellung und Transparenz bei der Auswertung und Verdichtung von industriellen Massendaten. Anekoho/Fotolia.com/Videc

2014 in den Markt eingeführt steht demnächst bereits die Version 2.1 des Web-Portals June 5 zur Verfügung, die mit den diversen Erweiterungen insbesondere auf Cloud-Lösungen und Multi-Mandanten-Lösungen fokussiert ist. Die Trenddarstellung der Daten im June-5-Portal weckte schnell neue Kundenwünsche. Insbesondere Anwender im Energiesektor hatten die Anforderung, die Daten in den typischen Diagrammtypen Sankey und Carpet darzustellen. Mit der aktuellen Version trägt das Systemhaus Videc dem Rechnung und erweitert die Web-Anwendung um:

  • Analysen in Ad-hoc-Diagrammen und Speicherung konfigurierbarer Diagramme für jeden Portalnutzer
  • Auswertung durch PDF-Berichtswesen
  • Handwerterfassung (Offline/Online)
  • Anbindung des Historien-Systems OSI PI
  • Web-API-Server-Schnittstelle für externe Anwendungen
  • einfacher Werteexport zu Microsoft Excel
  • Implementierung von Web-Scada oder webfähiger Messgeräte
  • Carpet- und Sankey-Diagramme für energietechnische Anwendungen.
Mit der aktuellen Version kommen weitere Datenquellen hinzu: OSI PI sowie OPC UA HA, für die Anbindung von Datensätzen aus Steuerungen.

Mit der aktuellen Version kommen weitere Datenquellen hinzu: OSI PI sowie OPC UA HA, für die Anbindung von Datensätzen aus Steuerungen. Videc

Neben dem hauseigenen Historian-System Acron werden weitere Datenbanken als Informationsquellen unterstützt. Hier liegt der Schwerpunkt auf Historiensystemen marktführender Hersteller. Zusätzlich werden weitere Schnittstellen implementiert, mit der 2.1 kommt die Anbindung an OPC UA HA.

Zusätzlich können bestehende Web-Scada oder Geräte mit Webserver in das Gesamtkonzept eingebunden werden. Auf diese Weise lässt sich für jeden eingeloggten Bediener die individuelle Funktion variabel an jedem Ort bereitstellen. In puncto Sicherheit wird June 5 kontinuierlich durch ein externes Institut auf die aktuellsten Sicherheitsanforderungen im Bereich Web geprüft. Ziel ist die größtmögliche Sicherheit gegen Angriffe in diesem Umfeld zu erreichen. Neben dem hauseigenen Historian-System Acron können beliebige Datenbanken als Informationsquellen genutzt werden. Der Grund: Als erste weitere Schnittstelle steht die Anbindung an OPC UA HA zur Verfügung.

Portale und ihre technische Anwendung

Durch die zentrale Erfassung von Prozessdaten zu Industrial Big Data und rollenspezifische Sichten auf die Daten und den daraus resultierenden Informationen, entsteht der Bedarf, diese Informationen übergreifend darzustellen. Somit ist die Platzierung der Daten in einer Cloud-Umgebung ebenso sinnvoll, wie ein übersichtliches Einstiegsportal für Anwender. Funktional kann June 5 genauso in einer Public-Cloud-Infrastruktur implementiert werden sowie in häufig genutzten Private Clouds. Aus heutiger Sicht ist hinsichtlich Datensicherheit die Private Cloud einer Public Cloud vorzuziehen.

Multi-Mandanten-Konzept

Das Webportal lässt sich standortübergreifend für verschiedene Funktionen, Rollen und Anwender individuell konfigurieren.

Das Webportal lässt sich standortübergreifend für verschiedene Funktionen, Rollen und Anwender individuell konfigurieren. Videc

Die Portal-Architektur bietet weitere Vorteile: Beispielsweise lässt sich die Lösung zu einer Multi-Mandanten-Plattform erweitern. Dazu können die Daten aus unterschiedlichen Organisationseinheiten in getrennten Acron-Archiven abgelegt werden – auch geografisch verteilt. Das June-5-Portal bindet diese verschiedenen Datenquellen mit ihren dedizierten Berichten und Kennzahlen an und stellt diese den jeweiligen Organisationseinheiten zur Verfügung. Den unterschiedlichen Mandanten ist jeweils ein Bereichsadministrator zugewiesen, der die Voreinstellungen für Templates und Berichte individuell definieren oder aus Vorlagen wählen kann. Jeder Benutzer einer Organisationseinheit kann wiederrum eigene Sichten, bezogen auf die benötigten Daten erhalten. Diese Konfigurationen können entweder zentral vom Systemadministrator oder vom jeweiligen Bereichsadministrator einer Organisationseinheit gepflegt werden. Bei der gesamten Projektierung und auch bei der Bedienphilosophie wurde großer Wert auf eine einfache Bedienbarkeit gelegt.

Auf zu neuen Ufern: OPC UA HA Connector und Branchenschnittstellen

Die Spezialität, Werte und Berichte darzustellen, ist mit der Version 2.1 um eine Kommunikations-Anbindung an OPC UA HA (Part 11: Historical Access) erweitert worden. Darüber lassen sich historisierte Werte aus Datenquellen nutzen, die diesen OPC-UA-Standard unterstützen. Diese Schnittstelle wird zurzeit von einigen Anbietern direkt auf der SPS implementiert. Grund dafür ist der ständig wachsende Speicherbedarf auf den Automatisierungsgeräten mit den dort abgelegten und gepufferten Daten. Die Firma Beckhoff Automation hat diese Schnittstelle bereits implementiert; bei Phoenix Contact läuft die Entwicklung. Somit ist die Darstellung von Daten aus der SPS heraus zusammen mit den Daten von Historien-Datenbanken in Trendverläufen und grafischen Auswertefunktionen möglich.

Auf der Export-Seite kommt ebenfalls eine weitere Schnittstelle hinzu. Mit der DABAY-Schnittstelle können Acron-Daten in den Datenverbund Abwasser Bayern eingespielt werden. Die spezielle Architektur ermöglicht dennoch schnell neue Anforderungen der jeweiligen Landesämter umzusetzen.