Cloud-Technologien sollen künftig die Maschinensteuerung von der Hardware entkoppeln.

Cloud-Technologien sollen künftig die Maschinensteuerung von der Hardware entkoppeln. Fraunhofer IPK

„Im Prinzip werden die herkömmlichen, auf eine bestimmte Maschine spezialisierten Steuerungssysteme virtualisiert“, erläutert Prof. Jörg Krüger, Leiter des Fachgebiets Industrielle Automatisierungstechnik an der TU Berlin sowie des Geschäftsfelds Automatisierungstechnik des Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK). Die Steuerungssysteme sollen dann in einer neuen Softwarestruktur von der Maschine entkoppelt und in eine firmeneigene Cloud überführt werden. „Als Folge brauchen die einzelnen Maschinen oder Roboter nur noch eine allgemeine Rechnerstruktur, die für die verschiedenen Steuerungsvarianten einsetzbar sein kann“, so Krüger weiter. Die Intelligenz für die  Maschinen- oder Robotersteuerung wollen die Entwickler über eine Steuerungssoftware realisieren. Unternehmen benötigen dazu moderne Server mit Mehrkernprozessoren, die eine private, unternehmenseigene Cloud generieren. Darin werden die verschiedenen Softwarelösungen für die einzelnen Steuerungsprozesse hinterlegt.

Die Steuerung über die firmeneigene Cloud hat laut Krüger mehrere Vorteile: „Sie bietet deutlich mehr Sicherheit als verschiedene dezentrale Steuerungssysteme bei gleichzeitig höherer Flexibilität. Über den Cloud-immanenten Mechanismus können einzelne Rechnerkerne in Sekundenbruchteilen zwischen verschiedenen Steuerungsprozessen hin- und herschalten. Rechnerleistung muss also nicht mehr vorgehalten werden und kann damit deutlich effizienter ausgenutzt werden.“  Des Weiteren kann die cloudbasierte Steuerung auch auf älteren Maschinen nach- oder aufgerüstet werden, für deren Steuerung keine Ersatzteile oder Updates mehr verfügbar sind.

Am Projekt Picasso sind insgesamt neun Partner aus Industrie und Forschung beteiligt.