Gegenwärtig ermöglicht die CompactPCI-Spezifikation nur einzelne Kommunikationen über einen 64-Bit-Datenbus mit einer Taktfrequenz von 66 MHz und einer Übertragungsrate von etwa 4 GBit/s. Dabei liegt die Obergrenze bei nur fünf Steckplätzen (Slots) auf einer zusammenhängenden Busplatine. Der Entwurf der Spezifikation PICMG 2.16 erlaubt zwei „Switching Fabrics“, von denen jede gleichzeitig 20 Verbindungen mit je 2 GBit/s unterstützt. Dies ergibt eine Übertragungsrate von 40 GBit/s. Entwickler können auch „virtuelle Busplatinen“ kreieren, die das System zu einer beliebigen Anzahl von CompactPCI- (oder Non-CompactPCI-) Systemen erweitern. Dabei werden über Glasfaser- oder CAT5-Ethernet-Kabel externe Verbindungen hergestellt, mit denen der Packet-Switching-Bus verlängert wird. CompactPCI/PSB verbessert Durchsatz, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit von CompactPCI erheblich, und zwar unter Beibehaltung der mechanischen, elektrischen und Hot-Swap-Merkmale sowie der H.110-Funktionalität.


CompactPCI/PSB hat eine sternförmige Topologie. In einem PICMG 2.16-aktivierten System werden Platinen als Knoten (vergleichbar mit LAN-Workstations) oder „Fabrics“ (vergleichbar mit LAN-Hubs) definiert. Der Spezifikationsentwurf 2.16 erweitert CompactPCI, indem an P3 maximal zwei eingebettete geswitchte Ethernet-Netzwerke auf der CompactPCI-Busplatine überlagert werden. Alle Node-Steckplätze im Gehäuse werden über „Switching Fabric“-Steckplätze verbunden. Node-Karten arbeiten als selbständige „Slot-Systeme“. Die Kommunikation untereinander erfolgt über Netzwerkprotokolle wie zum Beispiel TCP/IP.


APW hat eine 15-Slot-CompactPCI/PSB-Busplatine mit H.110 verfügbar.. Sie verfügt über zwei Steckplätze für die Energieversorgung, einen rechtsseitigen Prozessor-Steckplatz, 12 Node-Steckplätze sowie zwei „Switching Fabric“-Steckplätze. Alle Komponenten sind in einen 9HE-Baugruppenträger integriert, der selbstverständlich in das Standard-19″-Rahmensystem passt. Eine Option für diese Busplatine besteht darin, zwei CompactPCI-Segmente mit der patentierten StealthBridge? zu verbinden. Eine weitere Option besteht darin, den Systemsteckplatz in der Packet Switching-Architektur als Node-Steckplatz zu verwenden. Zusätzlich zu PICMG 2.16 passt diese Busplatine zu PICMG 2.0 r3.0 CompactPCI (einschließlich Basic-Hot-Swap), PICMG 2.5 r.1.0 Computertelefonie und PICMG 2.9 System Management-Bus. Es ist geplant, das Angebot auf eine Backplane ohne H.110 sowie eine volle 21-Slot-Busplatine auszudehnen.