Der Tesla Roadster beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,9 s und bietet Fahrspaß pur, aber Tesla hat Lieferprobleme

Der Tesla Roadster beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 3,9 s und bietet Fahrspaß pur, aber Tesla hat Lieferprobleme

Die Daimler AG übernimmt einen Unternehmensanteil von knapp zehn Prozent an der Tesla Motors Inc. Mit diesem Investment vertieft der Erfinder des Automobils die Zusammenarbeit mit dem jüngsten Mitglied der Automobilindustrie. Tesla ist derzeit der einzige Hersteller, der ein speziell auf „Langstrecken“ ausgelegtes Batteriefahrzeug in Nordamerika und Europa vertreibt. Tesla hatte in letzter Zeit Finanzierungsprobleme.

Bei der Integration von Lithium-Ionen Batterien und Ladeeinheiten für die ersten 1.000 Einheiten des Smart fortwo electric drive haben sich die beiden Unternehmen bereits auf eine Zusammenarbeit verständigt. Um gegenseitig von ihrem Know-how zu profitieren, sieht die Vereinbarung vor, dass beide Partner enger bei der Entwicklung von Batteriesystemen, Elektroantrieben und einzelnen Fahrzeugprojekten kooperieren. „Unsere strategische Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt, um die weltweite Kommerzialisierung von Elektroantrieben zu beschleunigen“, so Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Positives Echo – auch beim Wettbewerb

„Die 10prozentige Beteiligung von Daimler bei Tesla ist ein positiver Schritt in Richtung Elektromobilität“, kommentiert. Shai Agassi, Gründer und CEO von Better Place, dem weltweit ersten Betreiber von landesweiten Infrastrukturen für Elektromobilität. „Wie die Vereinbarungen, die Better Place etwa in Israel, Dänemark oder in den USA mit zahlreichen Partnern aus Industrie, Politik und Forschung getroffen hat, wird der Einstieg von Daimler bei Tesla den Übergang eines auf Erdöl basierten Verkehrswesens hin zu einem alternativen Modell mit Elektrofahrzeugen fördern.“ Auch Profesor Paolo Tumminelli, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Goodbrands und Protagonist des Elektrofahrzeugs „Mindset“ begrüßte im Gespräch mit AUTOMOBIL-ELEKTRONIK den Einstieg von Daimler bei Tesla als einen Schritt in die richtige Richtung – allerdings nicht ohne zu erwähnen, dass Mindset einem großen Investor aus der Branche gegenüber alles andere als abgeneigt wäre.

Synergien und Projekte

Als Teil der Zusammenarbeit wird Prof. Herbert Kohler, Leiter E-Drive & Future Mobility bei der Daimler AG, Mitglied im Aufsichtsrat der Tesla Motors Inc. Die langfristig angelegte Partnerschaft mit Tesla ergänzt die vielschichtige Strategie der Daimler AG zur Elektrifizierung des Automobils. Darüber hinaus treibt das Unternehmen die Industrialisierung der Lithium-Ionen Technologie weiter voran. Bereits im März hatte Daimler die Deutsche Accumotive GmbH gegründet, ein Joint Venture mit der Evonik Industries AG. Damit wird Daimler zum weltweit ersten Automobilhersteller, der Batterien für automobile Anwendungen entwickelt, produziert und vertreibt. Basis dafür ist die Beteiligung des Automobilkonzerns an Li-Tec – dem deutschen Spezialisten für Lithium- Ionen Batteriezellen.

Bereits seit 2007 sind 100 smart Elektrofahrzeuge in London in einem Großversuch im Einsatz. Die Elektroautos werden dort von Flottenbetreibern und Privatkunden im Alltagsbetrieb getestet, und in Berlin läuft dieses Jahr die Praxisphase eines Elektroauto-Feldversuchs mit Smarts an.

Ende 2009 startet im Smart-Werk in Hambach die Produktion von zirka 1.000 Fahrzeugen der zweiten Generation des Smart fortwo mit Elektroantrieb, die zunächst im Rahmen einer Reihe von Mobilitätsprojekten wie e-mobility Berlin oder e-mobility Italy eingesetzt werden sollen. Ebenfalls in diesem Jahr beginnt Daimler mit der Kleinserienproduktion der Mercedes-Benz B-Klasse mit Brennstoffzellenantrieb. In 2010 wird das Unternehmen den ersten Mercedes-Benz mit Batterieantrieb vorstellen. Daimler plant, alle Elektrofahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart ab 2012 mit Lithium-Ionen Batterien aus eigener Produktion auszurüsten.

2004 begann Tesla mit der Entwicklung ihres ersten Elektroautos. Mit einer Reichweite von über 300 Kilometern ist der Tesla Roadster als bislang einziges, speziell auf Langstrecken ausgelegtes Batteriefahrzeug für Kunden in Nordamerika und Europa erhältlich. Darüber hinaus ist er das erste in Europa und den USA zertifizierte Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen Batterie. Bei einer Beschleunigung in 3,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde und einem Verbrauch von umgerechnet weniger als einem Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer löst der emissionsfreie Tesla Roadster als erstes Serienfahrzeug den Widerspruch zwischen Leistung und Effizienz auf. Das Tesla Model S soll auf dem Erfolg des Tesla Roadsters aufbauen und dessen technologische Basis für die weltweit erste Limousine mit Batterieantrieb nutzen. Die im Silicon Valley ansässige Tesla Motors Inc. hat das Konzept im März vorgestellt und will mit der Produktion des Model S Ende 2011 beginnen.(av)