Rund 35 Stunden jährlich stehen Autofahrer in Deutschland im Stau. Dies ergab die im März 2014 veröffentlichte Untersuchung des Verkehrsinformationsdienstes Inrix. Stuttgart zählt mit 60 Stunden als Stauhauptstadt, gefolgt von Köln und Karlsruhe mit 56 beziehungsweise 52 Stunden. Verlorene Zeit, besonders wenn man dringend zu einem wichtigen Termin muss. Ließe sich diese Zeit neben dem Telefonieren nicht auch für die Informationsbeschaffung verwenden?

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Mindbreeze

Hier wäre es ideal, wenn der Fahrer die vorhandene IT im Auto verwenden könnte, um Unternehmensdaten abzurufen. Ein Zugriff auf die Daten würde beispielsweise bequem über das vorhandene Display des Navigationssystems erfolgen. Dazu müsste nur die richtige App (zum Beispiel für die Suche in Unternehmensdaten) installiert werden. Nach der Authentifikation gibt der Fahrer den Suchbegriff ein. Die App stellt dann die Verbindung zum Unternehmen her, durchforstet die Datenquellen und liefert die Ergebnisse. Alle relevanten Informationen wie beispielsweise Projektstatus, offene Aufträge, Reklamationen, und Ähnliches zeigt das System direkt im Display des Autos an, quasi als Warm-up für den Termin. „Search on the road“ lautet hier das Stichwort: immer und überall verfügbar – vorausgesetzt die Verbindung zum Server kann hergestellt werden.

Abruf von Unternehmensdaten im BMW i3.

Abruf von Unternehmensdaten im BMW i3.Mindbreeze

Zugriff auf Daten im Praxis-Test

Aktuell wird dieser Anwendungsfall mit einer Unternehmenssuchlösung von Mindbreeze im eigenen, als Firmenfahrzeug genutzten, BMW i3 getestet. Grundsätzlich ist die Integration bei allen Automarken möglich, die eine Verbindung zum Internet herstellen können. Voraussetzung ist neben der Internetverbindung auch eine passende Unternehmens-Suchlösung, die einen gesicherten Zugriff auf die Unternehmensdaten sicherstellen kann. Eine geeignete Möglichkeit ist hier die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei erfolgt der Identitätsnachweis der Person mittels Kombination zweier verschiedener und vor allem unabhängiger Komponenten. Eine oft verwendete Kombination besteht aus einem Unternehmenszertifikat und einer mobilen PIN. Das Zertifikat ist am mobilen Endgerät installiert und zusätzlich erfolgt die Eingabe der PIN. Danach besteht über das Smartphone direkter Zugriff auf Unternehmensinformationen. Im Testbetrieb erfolgt die Integration der Unternehmenslösung via Web-App in die vorhandene Connected-Drive-Software des Autos. Die App, ein HTML5-Client, passt sich automatisch an die Größe des Ausgabedisplays an (responsive Web Design). Damit sorgt Mindbreeze für eine stets optimale Darstellung der Informationen.

Das Auto verändert sich

Das Auto wird zunehmend zur fahrbaren Kontroll-, Spiel- und Informationszentrale. Aus Business-Sicht betrachtet, kann das Vorteile für beide Seiten bringen: Ein Verkaufsargument für den Kundenbetreuer von Flottenkunden und ein Kaufargument für den Fuhrparkmanager. Wie weit Unternehmen in Zukunft die gebotenen Möglichkeiten nutzen werden, diese Frage bleibt offen.

In Zukunft könnte die Vernetzung noch weiter intensiviert werden, indem das Navigationssystem etwa die Adresse des kommenden Geschäftstermins aus dem Kalendereintrag übernimmt, parallel dazu die Route berechnet und laufend die Verkehrslage kontrolliert. Neben den klassischen Aufgaben wie Warnung vor Verkehrsbehinderungen und Vorschlägen von Alternativrouten liefert es durch den Zugriff auf die Unternehmensdaten während der Fahrt zum Termin eine Übersicht aller relevanten Informationen zu dem Termin oder Geschäftspartner wie offene Aufträge, Namen der Meeting-Teilnehmer, Rechnungen und Ähnliches. Die Darstellung erfolgt in einem Informationsdashboard kompakt und übersichtlich. Ein Zugriff auf nicht autorisierte Daten ist nicht möglich, denn die Software prüft bei jeder Abfrage die bestehenden Rechte und zeigt nur Informationen aus Dokumenten an, für die auch die Rechte vorhanden sind. Es handelt sich somit um eine Art rollendes Smartphone mit direkter Verbindung zum Unternehmen.

Durch das große Interesse von Unternehmen wie Apple, Google oder Microsoft am Automobil der Zukunft als Informationsdrehscheibe arbeiten Hersteller intensiv an weiteren Integrationsmöglichkeiten. So soll zum Beispiel eine App, die auf dem Smartphone funktioniert, nahtlos auch im Automobil zum Einsatz kommen können. Offene Standards werden dafür sorgen, dass man nicht das passende Auto zum Smartphone suchen muss, sondern im Sinne des Internet-of-Things alle Geräte über entsprechende Schnittstellen miteinander kommunizieren können. Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen in der Automobilbranche beispielsweise rund um das Thema eCall, so stehen die Wege in alle Richtungen offen.