Wenn Elektronik-Distributoren eine umfassende IoT-Strategie ankündigt, könnte man das als reines Marketing abtun. Doch bei näherer Betrachtung steckt oft viel mehr hinter dem Schlagwort: So zum Beispiel bei EBV. Klar, es gehört eine Landing-Page auf dem eigenen Online-Angebot dazu, flankiert von allerlei Info-Material, aber der Distributor hat mit seinem EBV-Chips-Programm längst konkrete Produkte vorgelegt und unterstützt gezielt Startups und junge Unternehmen, die im IoT-Bereich aktiv sind.

Das Internet der Dinge wird alle Bereiche unseres Lebens durchdringen. Darin steckt eine große Chance für die europäische Halbleiter-Distribution.

Das Internet der Dinge wird alle Bereiche unseres Lebens durchdringen. Darin steckt eine große Chance für die europäische Halbleiter-Distribution. EBV

EBV erkennt das IoT als Klammer um die vielen Smart-Irgendwas-Ideen. Smart City, Smart Car, Smart Home, Smart Healthcare, Smart Fitness, Smart Factory: So ziemlich jede Branche setzt heute auf Vernetzung, um intelligentere Lösungen bereitzustellen. Dazu müssen sie Unmengen an einzelnen Geräten (Cisco erwartet 50 Milliarden Stück bis zum Jahr 2020) an die Cloud anbinden, oft auf Umwegen über Hubs, Gateways oder Smartphones. Viele Features sind erst auf den Cloud-Rechnern implementiert, die dann über einen Rückkanal die vielen Geräte steuern. Völlig klar ist, dass ein solches Szenario nur mit ausgeklügelten Security-Funktionen gefahrlos arbeiten kann.

Security im Fokus

Haben traditionell die Entwicklungsabteilungen primär umfangreiche Features implementiert und Security-Aspekte nur am Rande behandelt, sieht Thomas Staudinger, Vice President Vertical Segments bei EBV, hier eine klare Trendwende: Dass Sicherheit im IoT keine Option, sondern eine notwendige Eigenschaft ist, habe sich seit etwa zwei Jahren herumgesprochen und die EBV-Kunden holen sich entsprechendes Know-how frühzeitig ins Haus. Die Anfragen hierzu sind laut Staudinger auf das zehn- bis zwanzigfache angestiegen.

Aber auch bei der Entwicklung der Kernfunktionen ist Unterstützung gefragt, wenn Netzwerke und Elektronik weit ab der eigenen Kernkompetenzen liegen. Startups betrachten Hardware als Commodity-Aspekt, ihr Geschäftsmodell setzt auf die Software und Cloud-Services. Hierin sieht EBV eine enorme Chance für die europäische Industrie und die heimische Elektronik-Distribution: Schließlich sind die Märkte breit fragmentiert und wer Support leisten will, muss die jeweilige Branche und ihre Bedürfnisse kennen. Dabei lockt bis ins Jahr 2020 laut McKinsey ein Zusatzmarkt für Halbleiterprodukte in Höhe von 11 bis 12 Milliarden US-Dollar.

Thomas Staudinger, EBV Vice President, Vertical Segments and Technical Marketing bei EBV in Poing.

Thomas Staudinger, EBV Vice President, Vertical Segments and Technical Marketing bei EBV in Poing. EBV

Breite technologische Basis

EBV sieht sich für die neuen Anforderungen bestens gerüstet, betont Thomas Staudinger: Networking, Sensoren, Embedded-Produkte – all das hat der Distri auf seiner Linecard. Auch die Stromversorgung gehört dazu, gerade bei sehr energiesparenden Produkten mit Akkus, Batterien und Energy-Harvesting. Dazu kommt das nötige Know-how um Security-Fragen vom Endsystem bis zu den Kommunikationsverbindungen.

Mit dem EBV-Chips-Programm geht EBV längst ungewöhnliche Wege, man will künftig auch mehr Komplettmodule in Eigenregie anbieten und sogar Start-ups direkt unterstützen: Zum Beispiel über ein Sponsoring des französischen B2B-Inkubators „Le Connected Camp“ und einer direkten Unterstützung für Start-ups in Deutschland. Neben dem finanziellen Aspekt engagiert sich EBV auch mit Beratung und Support.

Wie ernst es EBV mit seiner Kampagne meint, kann man vielleicht auch an einem kurzweiligen Youtube-Video erkennen, das das Maging-of der Kampagnen-Grafik zeigt – inklusive Camouflage-Bodypainting. Zu sehen ist ein echtes Model, keine CGI-Grafik.