Die erweiterte Realität bietet Möglichkeiten, die eigene Wahrnehmung durch zusätzliche Informationen anzureichern.

Die erweiterte Realität bietet Möglichkeiten, die eigene Wahrnehmung durch zusätzliche Informationen anzureichern. Microsoft / Daqri

Anders als bei der Virtual Reality (VR), die Nutzer per Brille komplett in virtuelle Welten entführt und die Realität ausblendet, erweitert die Augmented Reality (AR) die Umgebung um zusätzliche Informationen oder Objekte. So projiziert etwa die Datenbrille Hololens von Microsoft über eine Art Head-Up-Display hochaufgelöste Hologramme in das Blickfeld des Trägers. Dafür benötigt sie kein zusätzliches Smartphone oder PC. Möglich macht das ein integrierter Computer mit einer holographischen Recheneinheit (Holographic Processing Unit, HPU). Zudem erfassen Bewegungssensoren die Lage des Kopfes, um je nach Position die Hologramme und Projektionen korrekt im Raum anzuordnen. Gesteuert wird die Brille über Gesten, Sprache und Kopfbewegungen. Um herauszufinden, welche Anwendungen mit der Brille bereits realisierbar sind und welche noch folgen könnten, hat sich die Redaktion auf der SPS IPC Drives umgesehen und informiert.

Der digitale Zwilling

Per Hololens lies sich der Roboter parametrieren und steuern.

Per Hololens lies sich der Roboter parametrieren und steuern. Iconics

In Zusammenarbeit mit dem italienischen Roboterhersteller Comau präsentierte beispielsweise Iconics einen Roboter, mit dem Besucher per Hololens interagierten, da der Roboter über die Datenbrille parametrier- und steuerbar war. So konnten im virtuellen Abbild des Roboters Befehle mittels Gestik und Sprache zur Steuerung abgesetzt werden, die direkten Einfluss auf den realen, physikalischen Roboter hatten. So änderten die Benutzer Sollwerte, gaben Start-Stopp-Befehle und steuerten den Roboter so, als würden sie ihn über dessen reales Bedieninterface lenken.

Feedback aus dem Prozess

Die Hololens zeigt Maschinendaten und ermöglicht so dem Anwender, die Auswirkungen seines Handelns live zu verfolgen.

Die Hololens zeigt Maschinendaten und ermöglicht so dem Anwender, die Auswirkungen seines Handelns live zu verfolgen. Beckhoff

Beckhoff zeigte an seinem Stand ebenfalls die Potenziale der Hololens. Dafür bekamen Anwender die Twincat-Prozessdaten zu einer Maschine per Brille eingeblendet. Marius Kahmen, Produmananger Twincat und IoT Communications beim Unternehmen, beschreibt die Vorteile der AR: „Die Brille bietet die Möglichkeit, die Folgen meines Handelns an der Maschine live anhand der Daten zu verfolgen und bei Fehlern schnell eingreifen zu können.“

Augmented-Reality

Ende Januar 2016 trat Microsoft auf den Plan und stellte seine Augmented-Reality-Brille Hololens mit Windows 10 der Öffentlichkeit vor. In Deutschland erhältlich ist die Brille seit Anfang November 2016. Das Thema AR gibt es jedoch schon länger. Bereits 2014 wagte ein Konzern mit der Brille Google Glass den Schritt in die Mixed Reality, also einer vermischten Welt aus realen und künstlichen Informationen. Doch die – sogar für die USA – unzureichenden Datenschutzbestimmungen und eine eingeschränkte Bedienbarkeit schickten die Brille zurück in eine Projekt-Schublade. Auch Ikea entdeckte die AR früh für sich. Im Jahr 2013 veröffentlichte das schwedische Möbelhaus einen Katalog, in dem ausgewählte Möbelstücke per Smartphone-App eingescannt und virtuell an einen beliebigen Platz in der Wohnung projiziert werden konnten. Pokémon Go! brachte die Technik dann im Jahr 2016 auf die Smartphones und viele Jugendliche raus in die Natur. Medienberichten zufolge will auch Apple auf den AR-Zug aufspringen und ein eigenes Produkt auf den Markt bringen.

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