Dr. Peter Adolphs, Geschäftsführer Entwicklung und Marketing bei Pepperl+Fuchs

Dr. Peter Adolphs, Geschäftsführer Entwicklung und Marketing bei Pepperl+FuchsPepperl+Fuchs

Die SPS wird immer größer, die Themen immer breiter und die Messe an sich internationaler. Wie verhindern Sie, dass die SPS zu einem Hannover-Messe-Klon wird?
Der zentrale Erfolgsfaktor der SPS/IPC/Drives ist die Fokussierung auf die Komponenten der elektrischen Automatisierung und damit eine klare horizontale Ausrichtung der Messe. Damit adressieren wir Besucher aus den verschiedenen Branchen von der Fertigungsautomatisierung bis hin zur Prozessautomatisierung. Dabei steht aber immer die Komponente im Vordergrund und nicht die Systemlösung in der einzelnen Branche. Das ist die wesentliche Unterscheidung zur HMI, die einen sehr viel breiteren Scope hat. Zudem versteht sich die SPS/IPC/Drives, auch nach dem erneuten Wachstum, als regionale Messe für Deutschland und angrenzende Länder. Eine Internationalität darüber hinaus ist nicht geplant und würde den Fokus verändern.

Worauf muss die SPS achten, damit sie ihre Position als die Automatisierungsmesse behaupten kann?
Wenn der horizontale Fokus auf die Komponenten der Automatisierung beibehalten wird, wird die SPS/IPC/Drives ihre Position auch in den nächsten Jahren behaupten können, da sie sich unabhängig von aktuellen Trends bezüglich der Anwendung macht. Der klassische Maschinenbau braucht, genauso wie Anlagen für Erneuerbare Energien Steuerungstechnik, Sensorik und Antriebe. Damit ist die Aufstellung der SPS/IPC/Drives relativ krisensicher.

Der Ausstellerbeirat gibt Schwerpunktthemen aus. Wo finde ich diese auf der Messe?
Die Darstellung der Schwerpunktthemen findet auf den jeweiligen Ständen der Hersteller statt. Auch dabei folgen wir dem Ziel, dass die SPS/IPC/Drives eine Fachmesse für Fachpublikum sein soll, bei dem  das Gespräch auf den Ständen der ausstellenden Hersteller stattfindet. Die Attraktivität der Messe soll primär dadurch erzeugt werden. Auf Sonderausstellungsflächen oder andere Maßnahmen wurde deshalb bewusst verzichtet. Angereichert wird das Angebot durch Foren von ZVEI und VDMA, die natürlich auch wieder die Schwerpunktthemen aufgreifen.

Wie schätzen Sie die Position der SPS als Recruiting-Plattform ein?
Die ganze Branche steht vor einem steigenden Mangel an geeigneten Fachkräften in den technischen Disziplinen. Fast alle Hersteller werden auch in diesem Jahr wieder mit Mitarbeitern aus dem HR-Bereich vertreten sein. Zudem gibt es Jobsuchenden die einmalige Chance, das Produkt- und Leistungsangebot eines potenziellen Arbeitgebers gleich kennenzulernen.

Der Euro wankt, die ominösen Märkte zittern – wie verunsichert sind die SPS-Aussteller?
Derzeit sind die Auftragseingänge und Umsätze noch sehr erfreulich. Der Boom der letzten zwei Jahre scheint noch zu halten. Auch der VDMA, als Verband, der große Teile unserer Kundschaft vertritt, geht für 2012 noch von einem Wachstum von 4 % aus. Das gibt uns die Hoffnung, dass es nicht zu einem solch radikalen Einbruch wie in der letzten Krise kommt. Allerdings nehmen wir Signale von den Finanzmärkten sehr ernst und präparieren uns auch für andere Szenarien. Eine genaue Prognose, ob und in welchem Maße die Finanzkrise auf die Automatisierungstechnik durchschlägt, ist allerdings derzeit noch nicht möglich.