Im Kuhstall 4.0 werden Messwerte zum Futterverhalten, dem Gewicht, den Melkzeiten und Milchmengen der Tiere erfasst und analysiert.

Im Kuhstall 4.0 werden Messwerte zum Futterverhalten, dem Gewicht, den Melkzeiten und Milchmengen der Tiere erfasst und analysiert. Goodluz/Fotolia.com

Der typische Kuhstall 4.0 erfasst und analysiert Messwerte zum Futterverhalten der Tiere, dem Gewicht, den Melkzeiten und Milchmengen. Anhand solcher Daten erkennt der Bauer, ob mit seinem Vieh alles in Ordnung ist; Krankheiten können aufgedeckt und effektiv behandelt werden. Diese Vorzüge schätzen die Landwirte und Lohnunternehmer: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der befragten 521 Teilnehmer ist der Meinung, dass digitale Anwendungen in der Landwirtschaft das Tierwohl steigern. So alarmieren beispielsweise Frühwarnsysteme den Viehbauern, wenn die Vitaldaten eines Tiers auffällig sind.

Mit einer digital gestützten und auf das einzelne Tier abgestimmten Fütterung versorgen bereits 51 Prozent der Teilnehmer ihre Tiere. Zudem warnen Fütterungsautomaten den Landwirt, wenn es Tiere gibt, die zu wenig fressen. Diese sind möglichweise krank und können so schneller erkannt werden. Andere tierspezifische Daten, etwa zur Bewegung oder zur Aktivität, lassen sich ebenfalls mit Sensoren erfassen. Das nutzen 25 Prozent der Tierwirte, weitere 11 Prozent planen den Einsatz.

Melkroboter waren der Anfang, Drohnen die Zukunft?

Die Landwirte stehen der Digitalsierung offen gegenüber und erwarten sich davon eine höhere Effizienz und geringere Kosten.

Die Landwirte stehen der Digitalsierung offen gegenüber und erwarten sich davon eine höhere Effizienz und geringere Kosten. Bitkom

Roboter sind bei 8 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe im Einsatz. Betrachtet man rein die Tierhaltung, ist der Anteil höher: 12 Prozent setzen auf die Robotertechnik, um den Stall zu säubern oder tiergerechter zu melken. Vier Prozent der Landwirte nutzen Drohnen. Diese machen beispielsweise Wildtiere im Feld ausfindig. Knapp jeder Zweite (45 Prozent) erwartet den Durchbruch für die fliegenden Agrarhelfer bis 2030. Die unbemannten Luftfahrzeuge könnten dann den klassischen Schäferhund ersetzen oder ergänzen, um Rinder und Schafherden zu überwachen. Befragt nach weiteren Zukunftsszenarien sehen 43 Prozent der Befragten den Einsatz autonomer Feldroboter als verbreitet an; 49 Prozent erwarten bis dahin fahrerlose Traktoren.

Antriebsfeder Preisdruck

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder betont, dass eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung wichtiger denn je sei. Als Gründe nannte er den Preisdruck und die internationale Konkurrenz. Die Teilnehmer der Studie teilen diese Ansicht: 92 Prozent der Befragten sehen niedrige Erzeugerpreise als die aktuell größte Herausforderung für ihren Betrieb; 76 Prozent ausländische Wettbewerber. Laut Rohleder sollen digitale Technologien helfen, diese Probleme anzugehen. Etwa neun von zehn Befragten (88 Prozent) stimmen dem zu und sagen, dass eine Digitalisierung der Landwirtschaft die Ressourceneffizienz erhöht. 75 Prozent meinen, dass sie mit den digitalen Technologien langfristig ihre Kosten senken können.